Wildcampen in der Schweiz ist grundsätzlich nicht verboten. Trotzdem darf man nicht überall in der Natur übernachten. Denn die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde stark. Wer eine Nacht draussen plant, informiert sich deshalb besser im Voraus. Laut TCS schützen zudem bestimmte Gebiete die Natur besonders streng.
Keine einheitliche Regelung beim Wildcampen in der Schweiz
In der Schweiz gibt es keine landesweit einheitliche Regelung zum Wildcampen. Vielmehr gelten kantonale und kommunale Vorschriften nebeneinander. Der TCS empfiehlt deshalb, sich vorab bei Gemeinde oder Polizei zu erkundigen. Denn nur so kennt man die konkreten Bestimmungen vor Ort. Auf Privatgrundstücken braucht man ausserdem stets die Zustimmung der Eigentümerschaft.
Absolute Verbote in Nationalpark und Schutzgebieten
In bestimmten Zonen gilt ein absolutes Verbot für das Wildcampen. Dazu zählen Naturschutzgebiete, eidgenössische Jagdbanngebiete und Wildruhezonen. Auch im Schweizerischen Nationalpark ist jede Übernachtung ausnahmslos untersagt. Diese Verbote stützen sich auf den Natur- und Tierschutz. Oberhalb der Waldgrenze toleriert man das Biwakieren dagegen meist. Voraussetzung bleibt jedoch, dass man die lokalen Regeln einhält.
Verhaltensregeln beim Wildcampen schützen die Natur
Wer draussen übernachtet, trägt zugleich Verantwortung für die Natur. Der TCS rät, einen unauffälligen Standort zu wählen. Zudem sollte man die Tierwelt in Dämmerung und Nacht nicht stören. Auch Lärm gilt es konsequent zu vermeiden. Sämtliche Abfälle und Essensreste nimmt man wieder mit. Feuer sind nur an ausdrücklich zugelassenen Stellen erlaubt. Bei Trockenheit oder Waldbrandgefahr verzichtet man besser ganz darauf.
Naturgefahren rechtzeitig erkennen und sicher campen
Eine sorgfältige Vorbereitung schützt vor bösen Überraschungen in der Natur. Der TCS empfiehlt, vorab die Wettervorhersage zu prüfen. Bei Unwetter verzichtet man besser komplett aufs Wildcampen. Zudem darf der Standort keine Naturgefahren aufweisen. Deshalb meidet man Flussbetten mit Sturzflutgefahr und Lawinenzüge. Auch steinschlag- und blitzgefährdete Stellen bleiben tabu. So lässt sich das Naturerlebnis sicher geniessen.
Naturcampingplätze als legale Alternative zum Wildcampen
Wer legal und komfortabel campen will, findet gute Alternativen. Der TCS betreibt mehrere naturnahe Campingplätze in reizvollen Landschaften. In Graubünden liegen die Plätze Disentis, Thusis und Scuol. Im Tessin locken Gordevio an der Maggia und Olivone im Bleniotal. Am Neuenburgersee bietet La Tène zudem direkten Zugang zum Sandstrand. Diese Plätze verbinden Naturerlebnis mit hochwertiger Infrastruktur.
Wildcampen in Europa ist meist verboten oder streng geregelt
Die Schweiz bildet dabei keinen Einzelfall in Europa. In den meisten Ländern ist Wildcampen verboten oder streng geregelt. Einige Staaten dulden es nur unter engen Voraussetzungen. Andere untersagen es dagegen vollständig. Vor jeder Reise prüft man deshalb die geltenden Vorschriften. Weitere Details liefert der Ratgeber «Wildcampen in der Schweiz» .