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Anonym und ohne Smartphone

Was die neuen BAV-Vorgaben für Reisende im öV bedeuten

Anonym reisen und ohne Smartphone ein Billett lösen bleibt im öV möglich. Das BAV hat die Anforderungen an die Vertriebskanäle präzisiert und klare Fristen gesetzt. Der Überblick erklärt, wie Anonymität definiert ist, welche Kaufmöglichkeiten bleiben und was Reisende bei Problemen unternehmen können.
Der Bahnhofplatz Olten soll als Aggloprogramm vom Projekt '45 profitieren. Olten Station Square is set to benefit from the “’45” project as part of the Agglomeration Program. La place de la gare d’Olten devrait bénéficier du projet « ’45 » dans le cadre du programme d’agglomération.
© iStock
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Anonym reisen heisst, dass Transportunternehmen den Reiseweg keiner Person zuordnen dürfen
• Reisende ohne Smartphone erhalten bis Ende Juli 2027 faire Alternativen, spontanes anonymes Reisen folgt bis Ende 2028
• Wer Mängel feststellt, kann beim BAV eine Aufsichtsanzeige einreichen

Anonym reisen und ohne Smart­phone ein Bil­lett lösen bleibt im öV möglich. Das BAV hat die Vor­gaben für die Ver­trieb­skanäle präzisiert. Reisende erhal­ten neue Rechte, aber auch klare Gren­zen. Der Überblick zeigt, was ab Som­mer 2027 und ab Ende 2028 gilt.

Anonymes Reisen im öV bedeutet keine Datenspur zum Reiseweg

Ein anonymes Tick­et schützt vor allem den Reiseweg. Das Unternehmen darf nicht spe­ich­ern, wann sich eine Per­son in welchem Fahrzeug befand. Wer anonym reisen will, greift deshalb zu bewährten Mit­teln. Der Automat funk­tion­iert ohne Kon­to, eben­so die Mehrfahrtenkarte am Entwert­er. Auch der bedi­ente Schal­ter bleibt eine anonyme Option.

Das Zahlungsmittel entscheidet nicht über die Anonymität

Viele Reisende hal­ten Bargeld für zwin­gend. Das BAV tren­nt Zahlung und Daten­schutz jedoch klar. Wer mit Kred­itkarte zahlt, reist trotz­dem anonym, sofern nie­mand den Reiseweg verknüpft. Eine IP-Adresse allein gilt eben­falls nicht als Per­so­n­en­da­tum. Abon­nemente wie GA und Halb­tax dür­fen weit­er­hin per­son­al­isiert bleiben. Abo-Besitzende erhal­ten aber eine anonyme Reisemöglichkeit, etwa mit Karte statt App.

Reisende ohne Smartphone behalten ihre Kaufmöglichkeiten

Nicht alle Reisenden besitzen ein Smart­phone oder wollen eines nutzen. Für diese Gruppe ver­langt das BAV ver­lässliche Alter­na­tiv­en beim Tick­etkauf. Automat, Schal­ter oder Tele­fon­verkauf auf ein Träger­medi­um erfüllen diese Anforderung. Der Kauf muss dabei bis 30 Minuten vor Abfahrt möglich sein. Zusät­zlich unter­sagt das BAV unver­hält­nis­mäs­sige Mehrkosten. Ein Ser­vicezuschlag über dem Tick­et­preis wäre fol­glich unzuläs­sig.

Bargeld bleibt am bedienten Schalter möglich

Auto­mat­en und Fahrper­son­al müssen keine Noten und Münzen annehmen. Trotz­dem darf ein Sys­tem nicht auss­chliesslich per­sön­liche Deb­it- oder Kred­itkarten voraus­set­zen. Die öV-Pre­paid-Karte gilt dem BAV als aus­re­ichende Antwort. An bedi­en­ten Schal­tern kaufen Reisende Tick­ets weit­er­hin bar und laden die Karte auf.

Diese Fristen gelten für die Transportunternehmen

Die Umstel­lung läuft in mehreren Schrit­ten. Bis Ende Juli 2027 müssen alle Unternehmen faire Lösun­gen für Nicht­dig­i­tale bieten. Bis Ende 2028 fol­gt das spon­tane anonyme Reisen unmit­tel­bar vor der Abfahrt. Bis dahin bleiben funk­tions­fähige und regelmäs­sig genutzte Entwert­er in Betrieb. Eben­so laufen Auto­mat­en an hoch fre­quen­tierten Umsteigepunk­ten weit­er.

Reisende können sich beim BAV melden

Reisende ste­hen den Vor­gaben nicht macht­los gegenüber. Wer Män­gel fest­stellt, kann eine Auf­sicht­sanzeige beim BAV ein­re­ichen. Eine solche Anzeige ver­schafft allerd­ings keine Parteirechte im Ver­fahren. Set­zt die Branche die Vor­gaben nicht um, prüft das BAV eine auf­sicht­srechtliche Ver­fü­gung.

Was bedeutet anonymes Reisen im öV genau?

Anonym reist, wessen Reiseweg und Reisezeit das Trans­portun­ternehmen kein­er bes­timmten Per­son zuord­nen kann.

Am ein­fach­sten gelingt dies am Tick­e­tau­to­mat­en, mit ein­er Mehrfahrtenkarte am Entwert­er oder am bedi­en­ten Schal­ter.

Nein, denn das Zahlungsmit­tel bee­in­flusst die Anonymität nicht, solange nie­mand den Reiseweg mit der Zahlung verknüpft.

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