Den Fahrermangel in der Logistik erfolgreich lösen ist für viele Unternehmen die wichtigste Aufgabe — in der Schweiz ebenso wie in vielen anderen Ländern Europas. Die Spedition Brucker in Deutschland zeigt, dass dies mit einer klaren Strategie gelingen kann. Recruiting, Fahrerbindung und internationale Fachkräfte bilden dabei die Grundlage des Erfolgs. Im Rahmen der Online-Talk-Reihe SpediTalks by Rathmann berichtete Geschäftsführer Arno Brucker (Bild unten) über die Herausforderungen der Branche. Seine Botschaft ist eindeutig: Fahrerinnen und Fahrer bleiben der entscheidende Erfolgsfaktor für jede Spedition.
380 Fahrer halten alle Lastwagen im Einsatz
Die Spedition Brucker aus Aalen beschäftigt rund 380 Fahrerinnen und Fahrer aus vielen Nationen. Trotz des bundesweiten Fahrermangels steht kein Lastwagen still. Dieser Erfolg ist kein Zufall. Das Familienunternehmen investiert konsequent in Recruiting, Mitarbeiterbindung und gute Arbeitsbedingungen. Dadurch bleibt die gesamte Fahrzeugflotte dauerhaft einsatzbereit.
Recruiting als Schlüssel gegen den Fahrermangel
Wer den Fahrermangel in der Logistik erfolgreich lösen möchte, benötigt moderne Recruiting-Prozesse. Interessierte können sich einfach online bewerben. Zusätzlich erreicht das Unternehmen neue Fahrerinnen und Fahrer über gezielte Social-Media-Kampagnen.
Ein eigenes Fahrer-Center begleitet Bewerber während des gesamten Einstellungsprozesses. Vier Mitarbeitende kümmern sich um Arbeitsverträge, Behördenkontakte und sogar um die Wohnungssuche.
Fahrerbindung durch attraktive Arbeitsbedingungen
Neben dem Recruiting spielt die Fahrerbindung eine zentrale Rolle. Nach Angaben von Arno Brucker sind die meisten Fahrer abends wieder zu Hause. Ausserdem profitieren sie von planbaren Arbeitszeiten und einer attraktiven Vergütung.
Das eigentliche Problem sieht Brucker im schlechten Image des Berufs. Viele Vorteile seien ausserhalb der Branche kaum bekannt. Hier gelte es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um das Berufsbild des Lastwagenführers ins rechte Bild zu rücken.
Internationale Fachkräfte brauchen bessere Rahmenbedingungen
Internationale Fahrer sind für viele Speditionen unverzichtbar. Dennoch erschweren lange Genehmigungsverfahren den Einstieg erheblich. Teilweise dauert es am Beispiel Deutschlands bis zu einem Jahr, bis Fahrer aus Drittstaaten ihre Tätigkeit aufnehmen dürfen. Diese Verzögerungen verschärfen den Personalmangel zusätzlich.
Brucker kritisiert ausserdem unsichere Aufenthaltsregelungen. Einige Fahrer wechseln deshalb in andere europäische Länder, obwohl sie bereits in Deutschland leben und arbeiten. Er fordert deshalb mehr Planungssicherheit für internationale Fachkräfte. Davon würden Unternehmen und Beschäftigte gleichermassen profitieren.
Was andere Speditionen vom Erfolgsmodell lernen können
Die Erfahrungen der Spedition Brucker zeigen klare Erfolgsfaktoren. Wer den Fahrermangel in der Logistik erfolgreich lösen will, sollte Recruiting, Fahrerbindung und die Integration internationaler Fachkräfte gemeinsam betrachten. Digitale Lösungen unterstützen diesen Prozess zusätzlich.
SpediTalks by Rathmann
SpediTalks by Rathmann ist die Online-Talk-Reihe der SPEDIFORT Community. Moderator Matthias Rathmann spricht regelmässig mit Fachleuten aus Spedition und Logistik. Die Live-Gespräche liefern praxisnahe Einblicke zu Recruiting, Fahrpersonal, Vertrieb und Künstlicher Intelligenz.
Alle Folgen stehen anschliessend in der Mediathek der Community zur Verfügung. Die Teilnahme ist für Nutzer mit aktivem SPEDIFORT-Account kostenlos. Es besteht die Möglichkeit, die Plattform während 30 Tagen kostenlos zu nutzen.