Auch Elektro-Lastwagen zahlen künftig wohl die LSVA. Nach dem Nationalrat in der Märzsession ebnet jetzt auch der Ständerat im Grundsatz dafür den Weg. Die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe soll demnach für E- und Wasserstoff-Lastwagen ab 2031 gelten. Darin sind sich beide Kammern einig. Bisher sind solche Fahrzeuge von der Abgabe befreit.
LSVA für Elektro-Lastwagen erst ab 2031
Heute sind Elektrolastwagen vollständig von der LSVA befreit. Künftig unterstehen auch sie wohl der Abgabe. Die Unterstellung beginnt jedoch erst 2031. Damit verschiebt das Parlament den Start nach hinten. Denn der Bundesrat wollte die E‑Lastwagen ursprünglich bereits ab 2029 erfassen.
Degressive Rabatte bis 2035
Zum Einstieg gelten hohe Rabatte. Im Jahr 2031 beträgt der Rabatt mindestens 70 Prozent. Im Jahr 2032 sind es mindestens 50 Prozent. Anschliessend sinken die Rabatte schrittweise bis 2035. Laut dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG fällt der Mindestsatz bis 2035 auf 10 Prozent. Somit bleiben die Anreize für saubere Fahrzeuge erhalten.
Warum der Bund die LSVA weiterentwickelt
Die LSVA hängt von Kilometern, Gesamtgewicht und Emissionen ab. Saubere Lastwagen zahlen deshalb weniger als schmutzige. Weil die Motoren immer sauberer werden, sinken die Einnahmen laufend. Genau diesen Rückgang will der Bund mit der Reform auffangen. Zudem stützt die Abgabe die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.
LSVA seit 2001: Milliarden für Bund und Kantone
Die LSVA wird seit 2001 auf Schweizer Strassen fällig. 2024 brachte sie 1,8 Milliarden Franken ein. Zwei Drittel davon gehen an den Bund. Ein Drittel fliesst an die Kantone. Der Bundesanteil speist zu einem Grossteil den Bahninfrastrukturfonds.
Knapper Entscheid im Ständerat
Der Ständerat entschied teils sehr knapp. So lehnte er ein eigenes Rabattmodell mit 22 zu 21 Stimmen ab. In der Gesamtabstimmung passierte die Gesetzesänderung mit 35 zu 8 Stimmen. Bei den Rabatten folgte die kleine Kammer dem Nationalrat.
ASTAG begrüsst die Planungssicherheit
Der Nutzfahrzeugverband ASTAG begrüsst den Entscheid. Denn die Branche erhalte damit mehr Planungs- und Investitionssicherheit. Künftige Abklassierungen müssen neu sieben Jahre im Voraus angekündigt werden. ASTAG-Zentralpräsident Thierry Burkart hält gesetzlich garantierte Anreize nach 2031 dementsprechend für richtig. Schliesslich seien Lastwagen oft zehn Jahre und länger im Einsatz.
Pro Alps kritisiert die geschwächte Verlagerung
Die Umweltseite beurteilt den Entscheid naturgemäss deutlich anders. So lehnt die Alpenschutz-Organisation Pro Alps die Revision in dieser Form ab. Denn der Ständerat zementiere damit die verfehlte LSVA-Politik des Nationalrats, statt ihn zu korrigieren. Dadurch verliere die LSVA an Verlagerungswirkung.
Pro Alps verweist dabei auf den Verlagerungsnotstand. Das gesetzliche Ziel liegt bei maximal 650’000 alpenquerenden Lastwagenfahrten pro Jahr. Heute sind es laut Organisation jedoch rund 960’000. Zudem fürchtet Pro Alps Mindereinnahmen für den Bahninfrastrukturfonds.
Motion zur LSVA-Erhöhung ist vom Tisch
Vom Tisch ist hingegen eine zweite Vorlage, welche eine höhere LSVA forderte. Diese Motion stammte aus der Verkehrskommission des Nationalrats. Sie verlangte höhere Abgabesätze ab 2027. Der Nationalrat hatte ihr im März knapp zugestimmt. Im Ständerat zog die Minderheit ihren Antrag jedoch zurück. Damit gilt die Motion als abgelehnt. Pro Alps kritisiert auch dies als verpasste Korrektur.
Wie es nun weitergeht
Das Geschäft weist jetzt noch eine Differenz auf. Deshalb geht das Geschäft vorderhand zurück in den Nationalrat. Die Bereinigung erfolgt voraussichtlich in der Herbstsession 2026.
Ab wann zahlen Elektro-Lastwagen in der Schweiz die LSVA?
Elektro- und Wasserstoff-Lastwagen unterstehen (Stand 3. Juni 2026) ab 2031 der LSVA. Bis dahin bleiben sie vollständig befreit.
Wie hoch sind die LSVA-Rabatte für Elektro-Lastwagen?
Der Rabatt beträgt 2031 mindestens 70 Prozent und 2032 mindestens 50 Prozent. Danach sinkt er degressiv bis 2035.
Warum entwickelt der Bund die LSVA weiter?
Die Einnahmen sinken, weil die Motoren immer sauberer werden. Zudem soll die Abgabe die Verlagerung auf die Schiene stützen.
Wie viel bringt die LSVA ein?
2024 brachte die LSVA 1,8 Milliarden Franken ein. Zwei Drittel gehen an den Bund, ein Drittel an die Kantone.
Wie reagieren Kritiker auf den LSVA-Entscheid?
Die Alpenschutz-Organisation Pro Alps lehnt die Revision ab. Sie sieht die Verlagerung auf die Schiene geschwächt und verweist auf rund 960’000 alpenquerende Lastwagenfahrten statt der angestrebten 650’000.
Wie geht es mit dem Geschäft weiter?
Wegen einer Differenz geht die Vorlage zurück in den Nationalrat (Stand 3. Juni 2026). Die Bereinigung erfolgt voraussichtlich in der Herbstsession 2026.