Der Gemeinderat der Stadt Bern hält an seiner Beschwerde gegen den Ausbau des Anschlusses Wankdorf fest. Dabei zeigt die Machbarkeitsstudie: Zwei Varianten wären bewilligungsfähig. Der TCS Bern spricht von gezielter Blockade ohne Alternative.
Ein überlasteter Verkehrsknoten ohne Lösung
Der Anschluss Bern-Wankdorf ist ein zentraler Verkehrsknoten. Er verbindet die Berner Nordquartiere, umliegende Gemeinden und das Emmental Richtung Worb. Doch der Knoten ist überlastet. Und die Lage verschärft sich: In den vergangenen Jahren entstanden zahlreiche neue Wohn- und Arbeitsgebiete. Ein Beispiel ist der Bernapark Deisswil. Trotzdem bremst der Gemeinderat den dringend nötigen Ausbau weiter
UVEK bewilligte das Projekt – Gemeinderat legte Beschwerde ein
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat das Ausbauprojekt bewilligt. Auch Stadtpräsidentin Marieke Kruit stimmte zu. Dennoch erhob der Gemeinderat Beschwerde. Daraufhin beauftragten das Bundesamt für Strassen (ASTRA) und die Stadt Bern eine gemeinsame Machbarkeitsstudie. Geprüft wurden vier Varianten für eine Überdachung der Autobahn.
Zwei Varianten sind bewilligungsfähig
Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Alle vier Varianten sind technisch machbar. Gegen die beiden 125-Meter-Varianten sprechen Eingriffe in die Baumallee an der Bolligenstrasse sowie in eine geschützte Zauneidechsenpopulation. Die beiden 35-Meter-Varianten hingegen gelten grundsätzlich als bewilligungsfähig. Dennoch lehnt der Gemeinderat auch diese ab. Damit blockiert er den Anschluss Wankdorf weiterhin
Konkrete Vorteile des Projekts für alle Verkehrsteilnehmenden
Das bewilligte Projekt bringt greifbare Vorteile. Es verbessert den Verkehrsfluss und erhöht die Sicherheit. Zudem schafft es separate Wege für den Langsamverkehr. Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende könnten Verkehrsachsen künftig sicherer queren. Das Projekt nützt also nicht nur dem motorisierten Verkehr, sondern dem gesamten Mobilitätssystem.
Blockade verschärft die Probleme
Der TCS Sektion Bern kritisiert die Haltung des Gemeinderats scharf. Marc Bros de Puechredon, Geschäftsführer der TCS Sektion Bern, sagt:
Der Verkehr verschwindet nicht, nur weil man Projekte verzögert. Ohne Ausbau bleibt der Stau – mit negativen Folgen für Sicherheit, Umwelt und Lebensqualität in den betroffenen Quartieren.
Marc Bros de Puechredon, Geschäftsführer der TCS Sektion Bern.
Sibylle Plüss-Zürcher, Co-Präsidentin der TCS Sektion Bern, ergänzt:
Wer ein bewilligtes Infrastrukturprojekt blockiert, ohne eine realistische Alternative vorzulegen, verschärft die bestehenden Verkehrsprobleme bewusst. Der Anschluss Wankdorf ist für die Entwicklung der ganzen Region von zentraler Bedeutung.
Sibylle Plüss-Zürcher, Co-Präsidentin der TCS Sektion Bern.
Wie geht es weiter mit dem Anschluss Bern-Wankdorf?
Die Situation bleibt verfahren. Ein bewilligtes Projekt liegt vor, zwei technisch machbare Varianten stehen bereit. Dennoch verweigert der Gemeinderat die Zustimmung. Einen konkreten Gegenvorschlag legt er nicht vor. Für die betroffenen Quartiere bedeutet das: weiterhin Stau, weiterhin Sicherheitsrisiken und weiterhin ungeklärte Verkehrsführung. Die Frage, wer die Verantwortung trägt, stellt sich damit immer drängender.
Was ist der Anschluss Wankdorf?
Der Anschluss Bern-Wankdorf ist ein zentraler Autobahnknoten für die Berner Nordquartiere, umliegende Gemeinden und die Verbindung Richtung Emmental/Worb. Er ist heute bereits überlastet.
Warum ist der Ausbau umstritten?
Das UVEK hat das Ausbauprojekt bewilligt. Der Gemeinderat der Stadt Bern legte trotzdem Beschwerde ein und blockiert damit den Ausbau.
Was hat die Machbarkeitsstudie ergeben?
Alle vier geprüften Varianten für eine Autobahnüberdachung sind technisch machbar. Die beiden 35-Meter-Varianten gelten zudem als grundsätzlich bewilligungsfähig.