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Mehr Barrierefreiheit – aber Lücken bleiben

Barrierefreiheit im ÖV schreitet voran

Schweizer ÖV wird inklusiver: 60 % der Bahnhöfe sind barrierefrei, aber bei über 500 Haltestellen fehlen Nachrüstungen. Die SBB setzt auf Personal- und Shuttleangebote.
1’089 von 1’800 Bahnhöfen BehiG-konform – 97 mehr als 2022.
© SBB CFF FFS
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• 1’089 von 1’800 Bahnhöfen BehiG-konform – 97 mehr als 2022.
• Rund 540 Stationen erhalten Ersatzmassnahmen wie Personalshuttles.
• SBB bietet Assistenz und „SBB Inclusive“-App für maximale Mobilität.

Die Umset­zung des Behin­derten­gle­ich­stel­lungs­ge­set­zes (BehiG) im öffentlichen Verkehr macht Fortschritte: 60 % der Bahn­höfe sind bis Ende 2023 bar­ri­ere­frei, viele Ersatz­mass­nah­men laufen. Doch Hun­derte Sta­tio­nen hinken nach – drin­gen­der Hand­lungs­be­darf bleibt beste­hen.

BehiG-Umsetzung im Schweizer ÖV: Mehr Barrierefreiheit

Der Stand­bericht 2025 des Bun­de­samts für Verkehr zeigt: Rund 1’089 von 1’800 Bahn­höfen und Hal­testellen sind mit­tler­weile BehiG-kon­form aus­ge­baut – ein Plus von 97 Sta­tio­nen gegenüber dem Vor­jahr. Damit erre­ichen diese Bahn­höfe einen Stan­dard, der es rund 80 % der ÖV-Nutzen­den ermöglicht, selb­st­ständig zu reisen, unab­hängig von kör­per­lichen Ein­schränkun­gen oder Mobil­ität­shil­fen.

Ziel des Behin­derten­gle­ich­stel­lungs­ge­set­zes (BehiG) ist es, Men­schen mit Behin­derun­gen den gle­ich­w­er­ti­gen Zugang zum öffentlichen Verkehr zu garantieren. Die Fortschritte sind sicht­bar – den­noch bleibt viel zu tun. Denn über 500 Sta­tio­nen entsprechen noch nicht den geset­zlichen Anforderun­gen. In diesen Fällen greifen soge­nan­nte Ersatz­mass­nah­men, um die Autonomie der betrof­fe­nen Fahrgäste den­noch zu gewährleis­ten.

BehiG-konforme Bahnhöfe im Aufwind

Die Zahl der bar­ri­ere­freien Bahn­höfe steigt kon­tinuier­lich. Ende 2023 waren 60 % der Schweiz­er Bahn­höfe entsprechend angepasst – mit ange­hobe­nen Per­rons, stufen­losem Zugang und akustis­chen wie visuellen Hil­fen für Men­schen mit Seh- oder Hör­be­hin­derung. Auch kleinere Bahn­höfe und Hal­testellen rück­en ver­mehrt in den Fokus der Umbaupro­jek­te.

Ersatzmassnahmen für verspätete Umbauten

Rund 540 Sta­tio­nen lassen sich bis auf Weit­eres nicht baulich anpassen – etwa aus tech­nis­chen Grün­den, wegen Denkmalschutz oder weil sie mit­tel­fristig still­gelegt wer­den sollen. Für diese Orte wur­den indi­vidu­elle Ersatz­mass­nah­men entwick­elt: zum Beispiel Shut­tle-Ange­bote, Unter­stützung durch geschultes Per­son­al, mobile Ein­stiegshil­fen oder tele­fonis­che Voran­mel­dung.

SBB führt Ersatzangebote ein

Die SBB unter­stützt seit Jan­u­ar 2024 gezielt Reisende an nicht bar­ri­ere­freien Sta­tio­nen, wie sie in ein­er Mit­teilung fes­thält. Sie set­zt dabei auf ein dicht­es Netz aus Begleit­di­en­sten, Per­son­alas­sis­tenz und Shut­tle-Verbindun­gen. Wer Hil­fe benötigt, kann sich vor der Reise anmelden – auch spon­tan via Hot­line oder über dig­i­tale Ser­vices.

Digitale Inklusion dank SBB Inclusive

Mit der App «SBB Inclu­sive» erhal­ten in ihrer Mobil­ität eingeschränk­te Per­so­n­en wichtige Infor­ma­tio­nen in Echtzeit – etwa zur Funk­tions­fähigkeit von Aufzü­gen, zur Bar­ri­ere­frei­heit an Bahn­steigen oder zu alter­na­tiv­en Umsteigewe­gen. Die App wurde mehrfach aus­geze­ich­net und ist ein wichtiger Baustein in der dig­i­tal­en Inklu­sion.

Behindertengleichstellungsgesetz im öffentlichen Verkehr

Trotz Verzögerun­gen ist das Ziel klar: Bis 2027 sollen rund 72 % der Sta­tio­nen BehiG-kon­form sein. In den 2030er-Jahren sollen dann alle real­is­tisch umrüst­baren Bahn­höfe umge­baut sein. Das BehiG wird so zu einem langfristi­gen Motor für mehr Teil­habegerechtigkeit im öffentlichen Verkehr.

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