Am Weltvelotag 2026 sagten 15’000 Velofahrende NEIN zu neuen Veloschikanen. Denn Pro Velo überbrachte ihre Botschaft direkt ins Bundeshaus. Die Velofahrenden wollten ein deutliches Zeichen setzen. Deshalb forderten sie von Bundesrat und Parlament mehr Förderung statt neuer Hürden.
15’000 Unterschriften für den Velo-Appell
Pro Velo lancierte den Appell bereits im März. Dieser stiess danach auf ein grosses Echo. Inzwischen unterschrieben ihn über 15’000 Personen. Sie verlangten von Bundesrat und Parlament, die Velofahrenden nicht zusätzlich zu belasten.
Anschliessend trug Pro Velo die Forderungen mit einer Aktion ins Bundeshaus. Dort gingen die Unterschriften an die Präsidien von National- und Ständerat. Zudem erhielt auch Verkehrsminister Albert Rösti den Appell.
«Am Weltvelotag überbringen wir einen klaren Auftrag», sagte Delphine Klopfenstein Broggini, Präsidentin von Pro Velo Schweiz. Das Velo solle stärker gefördert und nicht behindert werden. «Die erfolgreiche Veloförderung darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.»
Weltvelotag: Die UNO würdigte das Velo seit 2018
Die UNO-Generalversammlung erklärte 2018 den 3. Juni zum Weltvelotag. Damit forderte sie die Staaten zu mehr Verkehrssicherheit auf. Ausserdem sollten sie die Nutzung des Velos aktiv fördern.
In der Schweiz wehte dem Velo jedoch ein rauer Wind entgegen. Denn immer neue Vorstösse verlangten Einschränkungen für Velofahrende.
Neue Veloschikanen: Velovignette, Pflichten und Abgaben
Die Vorstösse zielten auf zahlreiche neue Auflagen. Dazu zählte etwa die Wiedereinführung der Velovignette. Zudem forderten einige Politiker eine Ausbildungspflicht für alle Velofahrenden.
Weiter standen zusätzliche Steuern, Kleidervorschriften und Einschränkungen für Cargovelos im Raum. Pro Velo wertete diese Ideen als unnötige Bürokratie. Denn sie belasteten die Velofahrenden einseitig.
Veloinfrastruktur als Schlüssel statt Veloschikanen
Alle Vorstösse hatten eine Gemeinsamkeit: Sie nahmen allein die Velofahrenden in die Pflicht. Dabei blieb der wichtigste Faktor für sicheres Velofahren unbeachtet.
Genau dieser Faktor war eine durchgehende und direkte Veloinfrastruktur. Wenn immer möglich sollte diese vom motorisierten Verkehr abgetrennt sein. Auch das Veloweggesetz verlangte dies seit über drei Jahren.
Pro Velo wünschte sich deshalb mehr Engagement für dieses Ziel. Stattdessen flossen Zeit und Energie in immer neue Disziplinierungs-Ideen.
Erfolg im Nationalrat: Motion Poggia vor dem Aus
Der Widerstand von Pro Velo zeigte allerdings erste Erfolge. Zuvor hatte der Ständerat eine Motion von Mauro Poggia (MCG, GE) überwiesen. Diese verlangte eine Immatrikulationspflicht für alle Lasten- und Longtail-Velos.
Anfang Mai erteilte die Verkehrskommission des Nationalrats dem Vorstoss jedoch eine klare Abfuhr. Mit 18 zu 2 Stimmen empfahl sie die Ablehnung. Drei Mitglieder enthielten sich dabei der Stimme.
Die Kommission begründete ihren Entscheid auch juristisch. Denn schwere E‑Cargobikes galten bereits als schwere Motorfahrräder. Diese trugen ohnehin schon ein Kontrollschild. Longtail-Velos hingegen besassen keine offizielle Definition. Deshalb hätte eine Schildpflicht das geltende Kategoriensystem grundlegend verändert. Der definitive Entscheid fiel danach in der laufenden Session.
Pro Velo blieb gefordert
Der Widerstand gegen neue Veloschikanen forderte Pro Velo weiterhin. Denn der Verband engagierte sich nicht nur am Weltvelotag. Vielmehr kämpfte er täglich für sicheres und entspanntes Velofahren.
«Das Velo hat für die Mobilität der Zukunft eine herausragende Bedeutung», erklärte Vizepräsident Hasan Candan. Es sei platzsparend, günstig, emissionsarm und gesund. «Dafür lohnt es sich zu kämpfen.»
Was ist der Weltvelotag?
Der Weltvelotag ist ein internationaler Aktionstag. Die UNO erklärte 2018 den 3. Juni dazu. Sie würdigte damit das Velo als nachhaltiges Verkehrsmittel.
Was forderte der Appell von Pro Velo 2026?
Der Appell verlangte mehr Veloförderung statt neuer Auflagen. Über 15’000 Personen unterschrieben ihn. Sie wehrten sich gegen zusätzliche Pflichten und Abgaben für Velofahrende.
Welche neuen Veloschikanen standen zur Debatte?
Im Raum standen die Velovignette, eine Ausbildungspflicht und zusätzliche Steuern. Zudem drohten Kleidervorschriften sowie Einschränkungen für Cargovelos.
Wer erhielt die Unterschriften im Bundeshaus?
Die Unterschriften gingen an die Präsidien von National- und Ständerat. Auch Verkehrsminister Albert Rösti nahm den Appell entgegen.
Was entschied die Verkehrskommission des Nationalrats?
Die Kommission lehnte die Motion Poggia mit 18 zu 2 Stimmen ab. Drei Mitglieder enthielten sich. Sie empfahl dem Nationalrat damit die Ablehnung der Immatrikulationspflicht.
Warum lehnte die Kommission die Immatrikulationspflicht ab?
Schwere E‑Cargobikes trugen bereits ein Kontrollschild. Longtail-Velos hatten dagegen keine offizielle Definition. Eine Schildpflicht hätte das geltende Kategoriensystem grundlegend verändert.