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Einzelwagenladungsverkehr

SBB Cargo wagt den grossen Wurf – und riskiert viel

Die SBB schrumpfen den Einzelwagenladungsverkehr radikal: von 280 auf 50 Bedienpunkte. Das tut weh, denn elf Standorte verlieren ihr Personal. Trotzdem überzeugt der Plan, weil er 98 Prozent der Mengen rettet - findet unser Autor Michael Gehrken.
SBB haben die Zeichen der Zeit erkannt.
© SBB CFF FFS
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die SBB schrumpft den Einzelwagenladungsverkehr radikal von 280 auf 50 Bedienpunkte, rettet damit aber 98 Prozent der Transportmengen.
• Der Umbau trifft elf Standorte hart, denn ihr Lok- und Rangierpersonal muss den Arbeitsort wechseln.
• Riskant bleibt die Finanzierung, weil der Bund den EWLV nur befristet stützt und der Güterverkehr ab 2033 allein laufen soll.

Die SBB haben die Zeichen der Zeit erkan­nt. SBB Car­go wagt beim Einzel­wa­gen­ladungsverkehr den grossen Wurf – und riskiert alles. Denn jet­zt wer­den die Details bekan­nt. Und diese haben es in sich. Von 280 auf 50 Bedi­en­punk­te soll gemäss Berichter­stat­tung und SBB-Medi­en­mit­teilung reduziert wer­den. Das ist ein radikaler Schnitt.

Doch genau diese Ehrlichkeit ver­di­ent Respekt. Denn der Weg dahin war lang und schmerzhaft. Erst kam 2025 der Stel­len­ab­bau, dann die Strate­gie, jet­zt die Abrech­nung. Jahre­lang kaschierten zuvor schöne Worte ein Defiz­it von 80 Mil­lio­nen Franken.

EWLV-Umbau: Elf Standorte verlieren ihr Personal

Trotz­dem bleibt ein bit­ter­er Beigeschmack. Denn elf Stan­dorte ver­lieren ihr Lok- und Rang­ier­per­son­al. Hin­ter jed­er Ver­legung ste­ht ein Men­sch mit Fam­i­lie und Wurzeln. Hier muss sich die SBB an ihren Ver­sprechen messen lassen. Denn ein Arbeit­sortswech­sel klingt sozialverträglich, heisst aber oft Umzug oder Pendler­stress. Die Ein­hal­tung des GAV ist deshalb das Min­deste, was man tun kann.

Güterverkehr und Klima: Warum das schlankere Netz überzeugt

Den­noch kommt mit dem Mass­nah­men­paket neue Hoff­nung auf. Denn die SBB ret­tet 98 Prozent der Men­gen mit einem schlankeren Netz. Das ist clever gerech­net und ökol­o­gisch goldrichtig. Schliesslich erset­zt jed­er Güter­wa­gen gle­ich mehrere Last­wa­gen auf der Auto­bahn. Und let­ztere haben weiss Gott bere­its genü­gend zu tun.

Finanzierung des EWLV: Die riskante Frist bis 2033

Heikel bleibt demge­genüber die Finanzierung. Denn der Bund stützt den EWLV nur befris­tet über acht Jahre. Ab 2033 soll der Güter­verkehr allein laufen. Diese Frist ist sportlich, fast schon tol­lkühn. Bleibt das Wach­s­tum aus, dro­ht die näch­ste Spar­runde. Und dann wäre das Ver­trauen der Kun­den eventuell rasch ver­spielt.

SBB Cargo: Richtige Richtung, harte Umsetzung

Unter dem Strich aber wagt die SBB den richti­gen Schritt. Denn sie erset­zt teure Roman­tik durch nüchterne Nach­frage. Behan­delt sie nun ihre Leute fair und hält ihre Kun­den bei Laune, dann hat die Schiene tat­säch­lich Wach­s­tumspoten­zial. Die Rich­tung stimmt – jet­zt zählt einzig die Umset­zung.

Kommentare:

One Response

  1. SBB Car­go kom­mu­niziert weit­er­hin 98% der Trans­port­men­gen über das um 18% abge­speck­te Netz zu befördern. Wie, lässt sie offen, eben­so, für wie lange die bish­eri­gen Kun­den ihre Verträge erneuert haben. Wie kann das aufge­hen?

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