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Pro Alps zur Krise der Verlagerung

LSVA-Revision muss hier nachschärfen

Die Verlagerungspolitik steht unter Druck. Pro Alps fordert griffige Massnahmen, damit die LSVA ihre Wirkung bereits vor 2029 entfalten kann.
© Pro Alps
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Pro Alps fordert, die LSVA müsse bereits ab 2026 wirksam greifen, nicht erst ab 2029.
• Ohne griffige Sofortmassnahmen droht ein Rückfall beim Alpenschutz und eine Lastwagenflut.
• Konkrete Vorschläge: höhere LSVA-Sätze, Abklassierung von EURO-VI, Teuerungsanpassung und Ausweitung auf Lieferwagen.

Die leis­tungsab­hängige Schwerverkehr­sabgabe (LSVA) soll ein zen­trales Instru­ment zur Güter­verlagerung auf die Schiene sein. Mit dem heute veröf­fentlicht­en Vorschlag zur Teil­re­vi­sion des Schwerverkehrs­abgabe­gesetzes (SVAG) geht der Bun­desrat einen Schritt in die richtige Rich­tung – bleibt jedoch hin­ter den Möglichkeit­en zurück.

Pro Alps begrüsst ins­beson­dere die Abklassierung der EURO-VI-Fahrzeuge ab 2029. Das ist eine wichtige Mass­nahme mit langfristiger Wirkung. Auch die kün­ftige Ein­bindung elek­trisch angetrieben­er Last­wa­gen ins LSVA-Sys­tem ist richtig. Denn diese Fahrzeuge verur­sachen eben­falls erhe­bliche externe Kosten. Doch für die akut gefährdete Ver­lagerungspoli­tik reichen die heute vorge­se­henen Schritte nicht aus. Die LSVA muss zeit­nah im Rah­men der Bedin­gun­gen im Land­verkehrsabkom­men (LVA) mit der EU aus­geschöpft wer­den.

Akute Verlagerungskrise bleibt unbeantwortet

Trotz wichtiger Weichen­stel­lung ab 2029 trägt die vor­liegende LSVA-Revi­sion zu kein­er Entspan­nung in der akuten Ver­lagerungskrise bei. In den näch­sten vier Jahren hat der Bun­desrat keine grif­fige Mass­nah­men vorge­se­hen. Dabei ist der Hand­lungs­be­darf drin­gend: Die Ver­lagerungszahlen sinken, bei SBB Car­go wird abge­baut und die Rol­lende Land­strasse (Rola) soll Ende 2025 eingestellt wer­den. Es dro­ht eine Last­wa­gen­flut. «Die Poli­tik lässt zu, dass die All­ge­mein­heit Mil­liar­denkosten des Schw­erverkehrs trägt, während bewährte Instru­mente wie die Rola wegen 2,2 Mil­lio­nen Defiz­it eingestellt wer­den. Die LSVA muss bere­its ab 2026 die Rolle übernehmen, die ihr zugedacht ist», sagt Sil­van Gnos, Ver­ant­wortlich­er Poli­tik von Pro Alps. Das Par­la­ment muss nun die Chance nutzen, die LSVA als tra­gende Säule der Ver­lagerungspoli­tik zeit­nah zu stärken.

Konkrete Nachbesserungen im Parlament nötig

Damit die LSVA auch vor 2029 ihre Lenkungswirkung ent­fal­ten und zur Finanzierung der Ver­lagerung beitra­gen kann, fordert Pro Alps:

  • Frühzeit­ige Abklassierung der EURO-VI-Fahrzeuge ab 2026, da mit elek­trisch betriebe­nen Last­wa­gen bere­its heute sauberere Alter­na­tiv­en beste­hen.
  • Alter­na­tiv die kurzfristige Anhebung der gel­tenden LSVA- Abgabesätze ab 2026, um kurzfristig eine stärkere Lenkungswirkung zu erzie­len. So kön­nten rund 70 Mil­lio­nen Franken jährlich für die Ver­lagerung mobil­isiert wer­den.
  • Voll­ständi­ge Infla­tion­san­pas­sung der beste­hen­den Abgabesätze, um den realen Wertver­lust der LSVA seit 2001 auszu­gle­ichen.
  • Automa­tis­che Teuerungsan­pas­sung der LSVA, um eine stetige Entwer­tung zu ver­hin­dern und Pla­nungssicher­heit zu schaf­fen.
  • Ein­führung ein­er LSVA für leichte Nutz­fahrzeuge ab 2,5 Ton­nen, mit geziel­ten Aus­nah­men für das Gewerbe. Neben den enor­men exter­nen Kosten führt die fehlende Bepreisung von Liefer­wa­gen zu ein­er Ver­lagerung von schw­eren auf inef­fiziente leichte Nutz­fahrzeuge.
  • Ver­schär­fung der CO₂-Flot­ten­ziele für schwere Nutz­fahrzeuge bis 2030, im Ein­klang mit den jüngst ver­schärften EU-Vor­gaben. Die EU hat ihr Reduk­tion­sziel für 2030 bere­its von 30 auf 45 Prozent erhöht und zusät­zliche Vor­gaben, etwa für Sat­te­lau­flieger, beschlossen. Die Schweiz darf hier nicht zurück­bleiben, wenn sie den Schw­erverkehr wirk­sam dekar­bon­isieren will.

Pro Alps, vor­mals die Alpen-Ini­tia­tive hat zum Ziel, das einzi­gar­tige und ökol­o­gisch sen­si­ble Alpenge­bi­et zu schützen und als Leben­sraum zu erhal­ten. Als unab­hängige Schweiz­er Umwel­tor­gan­i­sa­tion will sie ein­er nach­halti­gen Verkehrspoli­tik zum Durch­bruch ver­helfen und engagiert sich für grif­fige Kli­maschutz­mass­nah­men. Mehr Infor­ma­tio­nen unter: www.proalps.ch.

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