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Zum Ende der Rollenden Landstrasse RoLa

Ein überholtes Konzept mit hohem Preis

Die Rollende Landstrasse war zu teuer, ineffizient und ökologisch überholt. Ihre Abschaffung war längst überfällig - findet unser Autor Michael Gehrken.
Die Rollende Landstrasse war zu teuer, ineffizient und ökologisch überholt – ihre Abschaffung war längst überfällig. The rolling highway was too expensive, inefficient, and ecologically outdated – its abolition was long overdue. La chaussée roulante était trop coûteuse, inefficace et écologiquement dépassée – sa suppression était attendue depuis longtemps.
© RAlpin AG
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die Rollende Landstrasse war zu teuer, ineffizient und ökologisch überholt – ihre Abschaffung war längst überfällig.
• Mit jährlich 100 Mio. Franken an Subventionen trug sie kaum zur Verkehrsverlagerung bei, während bessere Alternativen bereitstehen.
• Der Fokus muss nun auf den Ausbau des unbegleiteten kombinierten Verkehrs und moderner Umschlagtechnologien liegen.

Seit über zwei Jahrzehn­ten ist die «Rol­lende Land­strasse» (RoLa) Teil der Schweiz­er Verkehrspoli­tik. Ursprünglich als prag­ma­tis­che Über­gangslö­sung zur Ent­las­tung der Alpen­strassen gedacht hat sich das Ange­bot als Alter­na­tive zum unbe­gleit­eten kom­binierten Verkehr (UKV) entwick­elt: Vielle­icht effizien­ter, wirtschaftlich­er (dank Sub­ven­tio­nen), aber vor allem ökol­o­gisch sin­nvoller als Tran­sit­fahrten auf der Strasse — dachte man. Jet­zt stellt die Betreiberin RAlpin AG den Betrieb der RoLa ein.

Ich muss geste­hen. Die Idee, Last­wa­gen im Tran­sit zwis­chen Süd­deutsch­land und Nordi­tal­ien auf die Bahn zu ver­lagern und den Chauf­feur in der­sel­ben Zugkom­po­si­tion in einem sep­a­rat­en Bah­n­wag­on mitzuschick­en, übte auch auf mich anfänglich eine gewisse Fasz­i­na­tion aus. Und auch ein­er gewis­sen Logik ent­behrte das Konzept nicht: Es war die kon­se­quente Fort­set­zung des Autover­lads, wie ich ihn in Kind­heit­s­jahren zwis­chen Gösch­enen und Airo­lo im gel­ben Vol­vo 240 mein­er Eltern sitzend auf dem Wege in die Toscana erleben durfte.

Effiziente Logistik verträgt keinen Anachronismus

Den gel­ben Vol­vo 240 gibts nicht mehr — zumin­d­est jenen mein­er Eltern. Das schwedis­che Vorzeige­mod­ell hat längst Old­timer-Sta­tus. Und im Lichte der Entwick­lung von Trans­port und Logis­tik wirkt auch das Konzept der RoLa mit­tler­weile wie ein Anachro­nis­mus.

Tat­säch­lich ste­hen Aufwand und Ertrag bei der RoLa schon seit Jahren in einem ekla­tan­ten Missver­hält­nis. Während der Nutzen der RoLa sinkt, bleiben die Kosten kon­stant hoch. Rund 100 Mil­lio­nen Franken Sub­ven­tio­nen für ein Ange­bot, das immer weniger nachge­fragt wird, waren schon vor fünf Jahren kaum zu recht­fer­ti­gen – zumal die Ver­lagerungsziele und der Kli­manutzen im Ver­gle­ich zum UKV deut­lich schlechter abschnei­den. Es war schon lange nicht einzuse­hen, warum die RoLa pro Last­wa­gen deut­lich höhere staatliche Abgel­tun­gen erhal­ten hat, während ihre Wirkung für Umwelt und Verkehrsver­lagerung abgenom­men hat­te.

Rollende Landstrasse hatte Schwächen

Hinzu kom­men struk­turelle Schwächen: Die RoLa trans­portiert nicht nur Fracht, son­dern auch unnötige Tot­last – etwa die LKW-Fahrerk­abine samt Chauf­feur. Dieser unnötige Energieaufwand unter­gräbt das Argu­ment der Umwelt­fre­undlichkeit. Auch die notwendi­ge Spezial­in­fra­struk­tur wie Ter­mi­nals und Nieder­flur­wa­gen verur­sacht hohe Investi­tion­skosten, die in keinem Ver­hält­nis zum tat­säch­lichen Nutzen ste­hen.

Angesichts all dessen ist die rasche und geord­nete Ein­stel­lung des Betriebs der RoLa Ende 2025 nicht nur kon­se­quent, son­dern über­fäl­lig. Die frei wer­den­den Mit­tel kön­nten gezielt in den Aus­bau des UKV und mod­erne Umschlag­stech­nolo­gien investiert wer­den. Das wäre verkehrs‑, umwelt- und finanzpoli­tisch deut­lich sin­nvoller.

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