Der Nahostkonflikt, der Feldzug gegen den Iran, hat die Erdölpreise in die Höhe schnellen lassen. Zu spüren ist dies bei uns an den Zapfsäulen — die Spritpreise klettern fast täglich höher und steuern auf Rekordmarken zu. Die Wirtschaft und der Konsument werden in einer ohnehin angespannten Wirtschaftslage tüchtig zur Kasse gebeten. Abgesehen von den Kriegereignissen tragen dazu natürlich auch Spekulation und hohe staatliche Abgabenbelastungen bei. Ein Paradebeispiel dafür ist Deutschland mit seinem unseligen Weltrettungsmodus. Der “grosse Kanton” ist in Sachen Preisentwicklungen absoluter Spitzenreiter in Europa; geneigte LeserInnen möchten in der Deutung der Situation wohl eher den Begriff “Schlusslicht” ins Feld führen. Italien (- 25 Cents) und Österreich (- 10 Cents) konnten sich für die Dauer dieser Krise immerhin auf eine Senkung der staatlichen Abgaben durchringen. Damit werden die VerbraucherInnen erstmal spürbar entlastet. Andere Regierungen tun sich damit eher schwer und üben sich in anderen Massnahmen, deren Zweck durchaus in Frage gestellt werden darf.
Anschauungsunterricht in Sachen grüner Politik
Wer sich die weitreichenden Konsequenzen hoher Spritpreise zur Zeit vor Augen führt, sollte sich zu Bewusstsein bringen: Vor Jahren forderten die Grünen in Deutschland einen Benzinpreis von 5 D‑Mark pro Liter. Mit der Einführung des Euro haben sie ihr Ansinnen dann praktisch verdoppelt: auf 5 Euro. Die selben Gesinnungskreise in der Schweiz standen ihnen in Nichts nach und formulierten Preisvorstellungen von 5 Franken. Heute, da wir einen Bruchteil dieser Forderung vergegenwärtigen müssen, sehen wir, wohin die Reise grüner Politik führt. Und dies ist mittlerweile nur ein Beispiel von vielen. Schon vor langer Zeit hat sich bei mir die Erkenntnis durchgesetzt: Ideologie und Intelligenz heben sich gegenseitig auf!
Was eine jede und ein jeder für sich tun Kann
In solchen Momenten stellt sich natürlich sofort die Frage, wie man/frau sein Budget entlasten kann. In der Tat lassen sich bis zu einem gewissen Grad Einsparungen erzielen, auf die eine jede und ein jeder direkten Einfluss hat. Der ADAC hat dazu rechtzeitig elf Tipps aufgelistet.
Tipp 1: Optimieren Sie Ihre Fahrweise
Beschleunigen Sie flott, schalten Sie rechtzeitig hoch (bei einer Drehzahl von ca. 2000 U/min) und behalten Sie mit niedrigen Drehzahlen die gewählte Geschwindigkeit bei. Schalten Sie erst dann zurück, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt.
Lesen und beachten Sie die Tipps in der Bedienungsanleitung Ihres Autos und behalten Sie die Verbrauchs- und Schaltanzeige im Auge.
Auch bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe kann man etwas tun. Bei vielen Modellen lassen sich über den sogenannten “Fahrmodusschalter” verschiedene Fahrprogramme (z. B. Eco, Normal und Power) einstellen. Wählen Sie hier den “Eco”-Modus. Die Automatik schaltet dann früher hoch und später runter, das Drehzahlniveau sinkt. Und dadurch der Spritverbrauch.
Tipp 2: Fahren Sie vorausschauend
Bremsen vergeudet Energie. Nutzen Sie daher so lange wie möglich die Motorbremswirkung. Nehmen Sie beim Heranrollen an eine rote Ampel nicht den Gang heraus. Die meisten Autos sind mit einer Schubabschaltung ausgerüstet, die die Treibstoffzufuhr im Schubbetrieb komplett absperrt.
Gehen Sie frühzeitig vom Gas und lassen Sie das Auto beispielsweise die letzten paar hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft zurollen, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen.
Tipp 3: Vermeiden Sie kurze Strecken
Bei kaltem Motor verbraucht ein Auto am meisten Sprit. Um gleichmässig zu laufen, benötigt zumindest der Ottomotor in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch (mit höherem Treibstoffanteil) als bei optimaler Betriebstemperatur.
Steigen Sie bei Kurzstrecken daher lieber aufs Fahrrad um oder kombinieren Sie mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt. Vermeiden Sie das Warmlaufenlassen des Motors im Stand – es ist verboten, belastet die Umwelt, kostet Extra-Sprit und schädigt den Motor. Ausserdem wird der Motor nur äusserst langsam warm.
Tipp 4: Schalten Sie im Leerlauf den Motor aus
Sobald der Motor läuft, verbraucht er Treibstoff – auch wenn das Fahrzeug nicht fährt (etwa 0,5 bis 1 Liter pro Stunde). Daher: Motor aus, wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert! An Bahnübergängen ist das sogar vorgeschrieben.
Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann auch selbst am Schlüssel drehen. Nach unseren Erkenntnissen ist diese Mehrarbeit für Anlasser und Batterie gerade bei warmem Motor zu vernachlässigen.
Tipp 5: Schalten Sie unnötige elektrische Verbraucher aus
Elektrische Geräte im Auto, wie etwa Steuergeräte, Beleuchtung, Lüfter, Klimaanlage, Sicherheits- und Komforteinrichtungen beziehen ihre Energie aus dem Bordnetz. Die elektrische Energie wird vom Generator bereitgestellt, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Folglich kosten eingeschaltete elektrische Geräte und andere Verbraucher Sprit.
Der elektrische Energiebedarf ist – anders als beim Fahrwiderstand – nicht von der Fahrstrecke oder von der Geschwindigkeit abhängig, sondern von der Zeit, also von der Einsatzdauer.
Zum Beispiel führt eine Klimaanlage je nach Fahrzeugmodell, Technik und Einsatzbedingungen zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Litern Treibstoff pro 100 Kilometer.
Eine Standheizung kostet etwa einen Mehrverbrauch 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde.
Eine sinnvolle Nutzung dieser Extras ist gut, denn ein angenehmes Innenraumklima hält den Fahrer fit. Damit die Spritrechnung nicht zu hoch wird, sollten Sie die Einschaltzeiträume jedoch auf das notwendige Mass begrenzen.
Übrigens: Offene Seitenfenster oder Schiebedächer beeinträchtigen die an der Aussenhaut anliegende Luftströmung und kosten dadurch ebenfalls Treibstoff. Auf beiden Seiten offene Fenster bei 100 km/h führen beispielsweise zu etwa 0,2 Litern Mehrverbrauch. Nur bei niedrigen Geschwindigkeiten – etwa im Stadtverkehr – können daher geöffnete Fenster einen signifikanten Verbrauchsvorteil gegenüber einer Klimaanlage bringen.
Achtung: Sparen Sie nie an der Beleuchtung, am Scheibenwischer oder an der Scheibenheizung und damit an der Sicherheit!
Tipp 6: Reduzieren Sie die Ladung und damit das Gesamtgewicht
Ob Strassenatlas, Getränkekisten oder diverser Kleinkram: Jedes Stück mehr im Auto bedeutet mehr Gewicht und kostet Treibstoff. Ursache für diesen Effekt ist die sogenannten Massenträgheit, also der Energieeinsatz, der erforderlich ist, um eine Masse auf eine höhere Geschwindigkeit zu beschleunigen.
Also am besten alles raus, was Sie nicht brauchen! 100 Kilo Zusatzlast ergeben bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch. Besonders im unsteten Stadtverkehr wirkt sich das Gewicht einer Zuladung negativ auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren, jede Beschleunigung kostet also extra Sprit.
Gerade Dachträger, Dachboxen und Fahrradträger erhöhen den Verbrauch Ihres Wagens signifikant. Montieren Sie daher Dach- und Heckträger umgehend nach Gebrauch wieder ab. Grundsätzlich bietet der Transport von Gegenständen wie zum Beispiel Fahrrädern über Heckträger auf einer Anhängerkupplung Verbrauchsvorteile gegenüber dem Transport auf dem Fahrzeugdach.
Tipp 7: Nutzen Sie Energiesparreifen
Der Einfluss der Bereifung auf den Fahrwiderstand ist erheblich, deshalb werden im ADAC Reifentest Pneus regelmässig auf ihren Rollwiderstand geprüft. Mit optimierten Reifen können Sie bis zu 0,5 Liter Treibstoff je 100 Kilometer sparen. Somit kann sich ein auf den ersten Blick teurer Reifen mit sehr geringem Rollwiderstand über die Nutzungsdauer mehr als amortisieren.
Tipp 8: Achten Sie auf den richtigen Luftdruck
Kontrollieren Sie ausserdem regelmässig den Luftdruck, denn zu wenig Luft in den Reifen erhöht den Verbrauch Ihres Autos. Schon ein 0,3 bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt somit für unnötigen Mehrverbrauch.
Um zusätzlich Treibstoff zu sparen, können Sie den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck moderat erhöhen, sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist.
Tipp 9: Achten Sie auf regelmäßige Wartung
Auf den ersten Blick scheint dieser Punkt unwichtig, sind moderne Fahrzeuge doch mit einer wartungsfreien digitalen Motorelektronik ausgerüstet. Grundsätzlich gibt es hier keine wartungsabhängigen Verbrauchsfaktoren.
Geben Sie ihr Fahrzeug dennoch regelmässig zur Inspektion. Denn es gibt Ersatzteile, die durchaus relevant für den Treibstoffverbrauch sind – etwa der Motorluftfilter oder die Zündkerzen. Wichtig für günstige Verbrauchswerte sind auch regelmässige Ölwechsel, die stets mit einem modernen Leichtlauföl erfolgen sollten. Hier sind die Vorgaben der Fahrzeughersteller einzuhalten.
Tipp 10: Orientieren Sie sich an der Richtgeschwindigkeit
Durch eine dem Verkehrsfluss angepasste, möglichst konstante Geschwindigkeit können Sie den Treibstoffverbrauch senken. Denn: Häufiges Beschleunigen und Bremsen kostet Energie und damit Sprit. Darüber hinaus muss jedes Fahrzeug den Luftwiderstand (der sich um die Karosserie aufbaut) überwinden. Dieser aerodynamische Widerstand steigt schneller als die Geschwindigkeit, kann den Treibstoffverbrauch also überdurchschnittlich erhöhen.
Tipp 11: Besuchen Sie ein Fahrtraining
Mit der Teilnahme an Fahrsicherheitstraining können Sie Ihr Fahrgeschick optimieren und das Fahrverhalten Ihres Fahrzeugs in praktischen Fahrübungen ausloten. Zusätzlich erhalten Sie wertvolle Tipps zum sicheren und vorausschauenden Fahren. Einige Trainingsanlagen bieten darüber hinaus spezielle Eco- und Sprit-Spar-Trainings an. In der Schweiz werden solche Angebote durch den TCS bereitgestellt.