Werbung
Schienengüterverkehr

Der Bund kauft Zeit für die Verlagerung

Es ist ein vertrautes Muster. Der Bund verfehlt sein Verlagerungsziel, und er reagiert mit Geld statt mit Mut. Die Verlängerung der Förderung bis 2035 ist deshalb richtig, aber sie greift zu kurz.
Bundesrat will weiter Fördergeld für die Bahn. The Federal Council wants to continue providing subsidies for rail. Le Conseil fédéral souhaite maintenir les subventions en faveur du rail.
© ChatGPT
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die verlängerte Förderung bis 2035 ist richtig, doch sie bleibt blosse Schadensbegrenzung.
• Der Verfassungsauftrag bleibt unerfüllt, weil der Bund auf Betriebsbeiträge setzt.
• Er wird sich 2035 erneut der Frage stellen müssen, ob die Schweiz an der Verlagerungsillusion festhalten soll.

Damit Sie den Anschluss nicht verpassen.

Der Auf­trag ist ein­deutig. Das Stim­mvolk ver­langte 1994, die Zahl der Last­wa­gen­fahrten über die Alpen von Gren­ze zu Gren­ze zu beschränken. Auf 650’000 pro Jahr wollte das Par­la­ment die Fahrten let­ztlich senken. Doch die Real­ität spot­tet diesem Ziel.

Der Verlagerungsauftrag bleibt unerfüllt

2024 fuhren rund 960’000 Last­wa­gen durch die Alpen, also mehr als zuvor. Damit liegt der Bund seit Jahren weit daneben. Trotz­dem fehlt eine ehrliche Debat­te über härtere Mass­nah­men. Oder über die Auf­gabe der Ver­lagerungsil­lu­sion.

Rola-Aus verschärft die Lage

Nun dro­ht der näch­ste Rückschlag. Seit Ende 2025 ent­fällt die Rol­lende Land­strasse, die jährlich rund 70’000 Last­wa­gen auf die Schiene brachte. Fol­glich kön­nte 2026 die Mil­lio­nen­gren­ze fall­en. Genau hier set­zt die Vor­lage des Bun­desrates jet­zt an. Sie sta­bil­isiert zwar zwis­chen­zeitlich den kom­binierten Verkehr, wie unsere Analyse zeigt. Doch sie kehrt nichts um. Und Schadens­be­gren­zung ist keine Verkehrspoli­tik mit Ambi­tio­nen.

Bundesrat tastet die LSVA nicht weiter an

Auf­fäl­lig ist, was die Vor­lage aus­lässt. Denn die leis­tungsab­hängige Schw­erverkehrsab­gabe bleibt das eigentliche Steuerungsin­stru­ment. Wer ver­lagern will, müsste am Preis anset­zen. Stattdessen verteilt der Bund Betrieb­s­beiträge und hofft auf bessere Zeit­en. Das ist bequem, aber es ist nicht genug. Zugle­ich gibt es gute Gründe, den Stras­sen­güter­verkehr nicht weit­er zu belas­ten.

Der Bundesrat bleibt zu zaghaft

Die 486 Mil­lio­nen Franken ver­hin­dern einen Absturz. Insofern ver­di­enen sie Zus­tim­mung. Doch sie erset­zen keine Strate­gie. Solange Trassen unzu­ver­läs­sig bleiben und der Preis nicht lenkt, bleibt das Ver­lagerungsziel Maku­latur. Der Bund kauft Zeit. Nicht mehr.

Und er wird sich 2035 ein­mal mehr die Frage gefall­en lassen müssen, ob er an der Ver­lagerungsil­lu­sion wirk­lich fes­thal­ten will.

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Kommentare:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Der ADAC testete den Selbstfahrassistenten Tesla FSD Supervised

Kann man dem Auto das Fahren anvertrauen?

Tesla FSD Supervised beeindruckt im ADAC-Test mit natürlichem Fahrverhalten und leistungsfähiger Automatisierung. Doch Fehlentscheidungen, Schwächen bei der Fahrerüberwachung und ein irreführender Name zeigen: Das System bleibt ein Assistenzsystem. Die Verantwortung liegt weiterhin beim Menschen.

Verkehrssicherheit

KI-Assistent von Sinus plus erstellt neu Unfalldiagramme

Die BFU erweitert ihren KI-Assistenten auf der Plattform Sinus plus. Dieser erstellt neu automatisch Linien- und Kreisdiagramme aus den verfügbaren Unfallzahlen. Nutzerinnen und Nutzer exportieren die Grafiken als Bild oder CSV-Datei. Der Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt das Angebot.

Treibstoffpreise

Benzinpreis in der Schweiz sinkt trotz Hormus-Öffnung nicht

Die Tanker fahren wieder durch Hormus, doch an der Zapfsäule tut sich nichts. Der Ölpreis bleibt über 100 Dollar, der Rhein führt zu wenig Wasser. Warum Tanken in der Schweiz vorerst teuer bleibt.