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Kommentar zu den PW-Zulassungszahlen der EU

Das eine tun und das andere nicht lassen

Die Zulassungszahlen der EU für das erste Quartal 2025 verbergen eine klare Botschaft, welche die Stimmung der Käufer und Käuferinnen widerspiegelt. Vor allem Hybridfahrzeuge scheinen in der Gunst der Automobilisten zu stehen. Irgendwie verständlich.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Hybridautos bieten einen Kompromiss zwischen Reichweite und Umweltfreundlichkeit.
• E-Autos kämpfen mit Infrastruktur- und Vertrauensproblemen.
• Offenheit für verschiedene Technologien stärkt nachhaltige Mobilität langfristig.

Dass reine Ver­bren­ner-Fahrzeuge an Beliebtheit ver­lieren, erstaunt nicht son­der­lich. Poli­tik, Medi­en und die Auto­mo­bil­wirtschaft sel­ber haben tüchtig zum schädi­gen­den Ruf dieser Antrieb­sart beige­tra­gen. Welch enorme Entwick­lung aber ger­ade Ben­zin- wie auch Die­selfahrzeuge über einen rel­a­tiv kurzen Zeitraum durch­lebt haben, wird der Vergessen­heit anheim gestellt. In den let­zten Jahren in kurzen Zeitab­stän­den ver­schärfte Emis­sion­snor­men haben sowohl Diesel- wie auch Ben­z­in­au­tos im Prinzip den Teufelscharak­ter genom­men. Ich weiss nicht, wie sich die Sit­u­a­tion heute präsen­tieren würde, wäre da nicht plöt­zlich Diesel­gate in aller Leute Mund gewe­sen. Da haben sich Teile der Auto­mo­bil­branche in nicht zu über­bi­etender Naiv­ität sel­ber ein Ei gelegt – um ein heutzu­tage häu­fig gebraucht­es Wort dafür zu nutzen: nach­haltig (!).

Gehen fast als Luftreinigungsmaschinen durch

Sel­ber erin­nere mich an eine Busausstel­lung. Zu der Zeit war Euro 5 die Norm. Ein Mechaniker hielt einen Messstab in den Aus­puff eines Reise­cars mod­ern­er Bauart, der zusät­zlich zu Euro 5 mit dem Abgas­nach­be­hand­lungssys­tem EEV aus­ges­tat­tet war. Er druck­te danach die Dat­en der Schad­stof­fw­erte aus. In einem zweit­en Schritt hielt er den Messstab nun in die Luft, und las dann auch hier die Dat­en aus. Dreimal dür­fen Sie rat­en, welche Werte bess­er waren. Man hätte auf­grund dieses Messergeb­niss­es dur­chaus zur Ein­sicht gelan­gen kön­nen, dass motorisierte Fahrzeuge dieser Emis­sion­snorm als Luftreini­gungs­maschi­nen hät­ten durchge­hen kön­nen. Inzwis­chen sind wir bei der x‑fach verbesserten Euronorm 6 ange­langt, welche die Schad­stoffe, aus­ge­hend von Euro 1, um über 90 Prozent abge­senkt hat. Jüng­ste Mel­dun­gen von Motore­nen­twick­lern sagen weit­ere Fortschritte in dieser Hin­sicht voraus.

Nicht über alle Zweifel erhaben

Dass die reinen Elek­troau­tos trotz behar­rlich­er Pro­pa­gan­damass­nah­men, staatlichen Ein­grif­f­en unter­schiedlich­ster Art, und die sich von Trumps Zöllen in ihrer Wirkung gar nicht so sehr unter­schei­den, noch nicht den ersehn­ten Durch­bruch geschafft haben, darf nicht ver­wun­dern. Ein­er­seits wird uns mit der Energiewende laufend einge­häm­mert, dass Strom ges­part wer­den müsse. AKW’s wer­den durch Flat­ter­strom erset­zt — die Ver­sorgungssicher­heit wird den Launen der Natur über­ant­wortet. Gle­ichzeit­ig wird mit den seit Men­schenge­denken bekan­nten Mit­teln der Angst­mache (Wel­tun­ter­gangsszenar­ios) und dem Schüren des schlecht­en Gewis­sens zum Fahren und Heizen mit Strom aufgerufen. Wer das Ein­maleins beherrscht, gerät leicht ins Grü­beln. By the way: Die Schweiz hat im Jahre 2008 (!) den Ein­bau von Stromheizun­gen in Neu- und Umbaut­en ver­boten. Dreimal dür­fen Sie rat­en weshalb… Wie auch immer: Die Zweifel sind gesät und machen sich jet­zt im Kaufver­hal­ten bemerk­bar.

Am Volk vorbei

Dass die Poli­tik nicht sel­ten am Volk vor­beizielt, zeigt sich immer wieder. Oft­mals sind es nicht Fach­leute, die den Weg vorgeben, son­dern Ide­olo­gen mit eingeschränk­ter Weit­sicht. Zu erwäh­nen wäre dann freilich auch das Heer der soge­nan­nten Fach­leute, die ihr Geld mit reinen Gefäl­ligkeitsgutacht­en ver­di­enen. Die Glaub­würdigkeit jeden­falls hat in den let­zten Jahren sehr gelit­ten, weil viele Erden­bürg­er erkan­nt haben, dass Wis­senschaft nicht gle­ich Wis­sen ist. Vielfach sind es Mod­ell­rech­nun­gen, Prog­nosen, Prophezeiun­gen, die, das wis­sen wir alle sel­ber, sich nur allzu oft als völ­lige Fehlein­schätzung erwiesen haben. Weite Teile wis­senschaftlich­er Erken­nt­nisse, das mussten wir auch ler­nen, sind einzig Mit­tel zum Zweck – in Dien­sten der Poli­tik, Wirtschaft und ander­er Inter­essens­grup­pen.

Technologieoffenheit statt Zwängerei

Mobil­ität wird ja sehr stark mit Indi­vid­u­al­ität in Verbindung gebracht. Der Frei­heit sich in die eine oder andere Rich­tung bewe­gen zu kön­nen. Das scheint nahe­liegen­der­weise auch für den Auto­mo­bil­markt zu gel­ten ‑Tech­nolo­gie­of­fen­heit statt Zwän­gerei, zumal sich beispiel­sweise mit voll­syn­thetis­chen Treib­stof­fen eine Alter­na­tive anbi­etet, die nicht zwin­gend mit ein­er eigentlichen Kap­i­talver­nich­tung (vorzeit­ige Neuwa­ge­nan­schaf­fung, Wertver­lust, fiskalis­che Abstra­fung) ein­herge­hen muss. Weit­ere Tech­niken sind in einem Entwick­lungssta­di­um, die dur­chaus das Zeug haben, den Antrieb von mor­gen aufzu­gleisen.

Es ist nicht alles grün was glänzt

Die Gesamten­ergiebi­lanz stellt auch der E‑Mobilität keinen Per­silschein aus. Wir unter­liegen immer wieder dem Denk­fehler, nur den Moment der Nutzung in unsere Rech­nung einzubeziehen. Der Vor- und Nach­lauf gehört aber (lei­der) auch dazu. Hinzu kommt bei der E‑Mobilität auch die erneute Rohstof­fab­hängigkeit. Die teils frag­würdi­gen Meth­o­d­en der Rohstof­fgewin­nung wollen wir gar nicht erst ver­tieft erörtern. Die bere­its erwäh­nte Ver­sorgungssicher­heit ist ein weit­er­er Punkt, der vie­len Leuten zu denken gibt und sie zögern lässt. Die Reich­weit­en- und Ladezeit­en­prob­lematik sind stich­haltige Argu­mente, die sich als Brems­fak­tor erweisen.

Der goldene Mittelweg

Dass sich also zur Zeit eine Mehrheit der Auto­mo­bilis­ten beim Neuwa­genkauf für Hybrid-Mod­elle entschei­det, drückt doch nur eines aus: Das eine tun und das andere nicht lassen. Auf eine uneingeschränk­te Mobil­ität will kaum jemand verzicht­en, der Umwelt aber Gutes tun, muss irgend­wie miteingepackt sein. Sel­ber, und das sage ich ganz offen, scheint mir der Plu­g­in-Hybrid die zur Zeit ide­al­ste Lösung zu sein. Warum? Mod­erne Plu­g­in-Hybride erre­ichen eine elek­trische Autonomie von 60 bis sog­ar über 100 Kilo­me­ter. Wenn man sich jet­zt über­legt, dass die meis­ten Auto­mo­bilis­ten ihr Fahrzeug zu wohl 80 Prozent vor allem im Kurzstreck­en­verkehr nutzen, lässt sich diese Fahrleis­tung rein elek­trisch bewälti­gen – ohne einen Tropfen Sprit. Zieht es jemand in die Ferne, muss er sich nicht mit den Prob­le­men der Reich­weite, Lade­in­fra­struk­tur und Ladezeit­en herum­schla­gen. Aber wie gesagt: Jede® wie er/sie will. Offen bleiben!

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