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Flottenelektrifizierung im Pannendienst

TCS elektrifiziert Pannendienst mit ID. Buzz Cargo

Der TCS hat in Zürich sein drittes elektrisches Pannenfahrzeug übernommen. Es handelt sich um einen VW ID. Buzz Cargo 4MOTION. Die gelbe Flotte umfasst rund 250 Fahrzeuge. Drei davon fahren nun elektrisch.
Der TCS schickt sein drittes elektrisches Pannenfahrzeug auf die Strasse. The TCS is putting its third electric breakdown truck on the road. Le TCS met en service son troisième véhicule de dépannage électrique.
© AMAG Group
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Der TCS hat in Zürich sein drittes elektrisches Pannenfahrzeug übernommen; drei von rund 250 Fahrzeugen der gelben Flotte fahren damit batterieelektrisch.
• Der ID. Buzz Cargo 4MOTION bietet Allrad, 79 kWh Batterie und über 400 Kilometer WLTP-Reichweite; für die Ausrüstung wurde er auf 3,5 Tonnen aufgelastet.
• Ein mitgeführter Wechselrichter kann liegengebliebene Elektroautos nachladen, und ab dem 1. Oktober 2026 verlieren elektrische Lieferwagen bis 4,25 Tonnen einen Teil ihrer regulatorischen Nachteile.

Der TCS elek­tri­fiziert den Pan­nen­di­enst mit dem ID. Buzz Car­go, wie Volk­swa­gen Nutz­fahrzeuge im News­room der AMAG-Gruppe kom­mu­niziert. Das erste Fahrzeug ging Anfang 2025 in der Zen­tralschweiz in Betrieb. Ein zweites fol­gte im Gross­raum Waadt. Das dritte über­nah­men nun die Patrouilleurin­nen und Patrouilleure in Zürich.

Drei Fahrzeuge in einer Flotte von 250

Die Ver­hält­niszahl gehört in jede ser­iöse Einord­nung. Der TCS betreibt den lan­desweit grössten Pan­nen­di­enst mit rund 250 Fahrzeu­gen. Drei elek­trische Ein­heit­en entsprechen gut einem Prozent.

Das schmälert den Schritt nicht. Es beschreibt ihn nur kor­rekt. Denn Flot­ten­be­treiber elek­tri­fizieren sel­ten in einem Zug. Sie testen zuerst in unter­schiedlichen Regio­nen und Topografien.

Genau das geschieht hier. Zen­tralschweiz, Waadt und Zürich deck­en sehr ver­schiedene Ein­satzpro­file ab. Erst danach fol­gen Beschaf­fungsentschei­de über grössere Stück­zahlen.

Warum der Pannendienst ein harter Anwendungsfall ist

Ein Pan­nen­fahrzeug ist ein­er der anspruchsvoll­sten Ein­sätze für einen Elek­troantrieb. Die Gründe liegen im Betrieb­smuster.

Ein­sätze sind nicht plan­bar. Ein Fahrzeug kann mor­gens im Flach­land ste­hen und mit­tags am Berg. Eine Rück­kehr ins Depot zum Nach­laden ist sel­ten möglich.

Hinzu kom­men lange Standzeit­en am Ein­sat­zort. Warn­beleuch­tung, Arbeitss­chein­wer­fer, Kom­pres­sor und Heizung ziehen dabei Strom. Diese Ver­bräuche erscheinen in kein­er Nor­mmes­sung.

Auch die Anforderun­gen an das Fahrzeug sind hoch. Es braucht All­radantrieb, viel Zuladung und einen kleinen Wen­dekreis. Volk­swa­gen nen­nt den ID. Buzz Car­go 4MOTION als einziges Mod­ell, das alle drei Kri­te­rien erfüllt. Das ist eine Her­steller­aus­sage. Sie ist aber plau­si­bel, denn All­radantrieb bleibt bei elek­trischen Trans­portern die Aus­nahme.

Tech­nisch treiben zwei E‑Maschinen das Fahrzeug an. Sie leis­ten zusam­men 250 kW oder 340 PS. Die Bat­terie fasst 79 Kilo­wattstun­den und lädt mit bis zu 185 Kilo­watt. Volk­swa­gen nen­nt eine kom­binierte WLTP-Reich­weite von über 400 Kilo­me­tern.

Ein prak­tis­ch­er Vorteil kommt dazu. Die gle­ich­mäs­sige Kraftent­fal­tung erle­ichtert das Anfahren beim Abschlep­pen. Wer schon ein­mal ein Fahrzeug am Seil bewegt hat, ken­nt den Unter­schied.

Auflastung auf 3,5 Tonnen und die Gewichtsfrage

Ein Detail ver­di­ent beson­dere Aufmerk­samkeit. Für den TCS-Ein­satz wurde das Gesamt­gewicht auf 3,5 Ton­nen aufge­lastet.

Der Grund liegt in der Beladung. An Bord sind ein voll­w­er­tiges Ersatzrad, zwölf ver­schiedene Ersatz­bat­te­rien, ein Luftkom­pres­sor, diverse Kanis­ter und Werkzeuge. Dazu kommt ein Wech­sel­richter mit eigen­em Akku.

Gewicht ist bei elek­trischen Nutz­fahrzeu­gen die zen­trale Restrik­tion. Denn die Antrieb­s­bat­terie wiegt mehrere hun­dert Kilo­gramm. Diese Masse fehlt bei der Nut­zlast.

Die Schweiz hat darauf früh reagiert. Seit dem 1. April 2022 dür­fen emis­sions­frei angetriebene Fahrzeuge bis 4250 Kilo­gramm mit dem Führerausweis der Kat­e­gorie B gefahren wer­den. Voraus­set­zung ist, dass das Mehrgewicht allein vom emis­sions­freien Antrieb stammt. Grund­lage war die Motion Bour­geois.

Neue Regeln für elektrische Lieferwagen ab Oktober 2026

Diese Regelung wird nun aus­ge­baut. Der Bun­desrat beschloss im August 2026 weit­ere Anpas­sun­gen. Elek­trische Nutz­fahrzeuge bis 4,25 Ton­nen sollen weit­ge­hend gle­ich behan­delt wer­den wie kon­ven­tionelle Liefer­wa­gen bis 3,5 Ton­nen. Die Änderun­gen treten am 1. Okto­ber 2026 in Kraft.

Wichtig ist die Reich­weite dieser Revi­sion. Sie klassiert die Fahrzeuge nicht ein­fach um. Vielmehr passt sie einzelne Verkehrs‑, Arbeits- und Kon­trol­lvorschriften an. Betrof­fen sind unter anderem Vor­gaben zum Fahrtschreiber.

Für Betreiber von Ser­vice­fahrzeu­gen ist das rel­e­vant. Denn bish­er gal­ten für solche Fahrzeuge teils Vorschriften schw­er­er Motor­wa­gen. Der admin­is­tra­tive Aufwand sinkt damit spür­bar.

Der Pannendienst muss selbst Elektroautos helfen können

Ein weit­er­er Punkt geht über die Antrieb­s­frage hin­aus. Der mit­ge­führte Wech­sel­richter mit Akku macht das Fahrzeug autark. Er kann zudem leere Hoch­volt­bat­te­rien von Elek­troau­tos laden.

Damit reagiert der TCS auf ein neues Schaden­bild. Denn liegenge­bliebene Elek­troau­tos lassen sich nicht mit Kanis­tern ret­ten. Die geladene Energiemenge reicht dabei nicht weit. Sie soll das Fahrzeug bis zur näch­sten Ladesta­tion brin­gen.

Das ist die eigentliche Sys­temgeschichte. Die Elek­tri­fizierung des Fahrzeug­parks verän­dert die Anforderun­gen an den Pan­nen­di­enst selb­st. Wer heute Ser­vice­fahrzeuge beschafft, plant für einen verän­derten Ein­satzmix.

Das Ziel bleibt unverän­dert. Der TCS behebt Pan­nen nach eige­nen Angaben in acht von zehn Fällen vor Ort.

Reichweite im Alltag und was WLTP nicht abbildet

Über 400 Kilo­me­ter WLTP klin­gen kom­fort­a­bel. Der reale Wert liegt tiefer.

Der Zyk­lus misst Fahrbe­trieb, nicht Stand­be­trieb. Ein Pan­nen­fahrzeug ste­ht jedoch häu­fig mit laufend­en Ver­brauch­ern. Im Win­ter kom­men Heizung und kürzere Bat­teriere­ich­weite dazu.

Volk­swa­gen argu­men­tiert, die Kapaz­ität reiche ohne Nach­laden durch den Arbeit­stag. Belege dafür nen­nt die Mit­teilung nicht. Nach anderthalb Jahren Betrieb wären Ver­brauchs­dat­en aus dem Ein­satz auf­schlussre­ich.

Lehrreich für Flottenbetreiber im Servicebereich

Für Flot­ten­be­treiber ist der Fall lehrre­ich. Er zeigt, dass Elek­tri­fizierung im Ser­vice­bere­ich möglich ist, aber Anpas­sun­gen ver­langt. Auflas­tung, Aus­rüs­tung und Ein­satz­pla­nung müssen zusam­men­passen.

Für den Nutz­fahrzeug­markt ist die Sig­nal­wirkung beachtlich. Denn der TCS ist als Marke sicht­bar und geniesst Ver­trauen. Gelbe Fahrzeuge ste­hen an der Strasse und wer­den gese­hen.

Und für die Reg­ulierung gilt: Der Zeit­punkt ist gün­stig. Ab Okto­ber 2026 ver­lieren elek­trische Liefer­wa­gen einen Teil ihrer bish­eri­gen Nachteile. Das dürfte weit­ere Flot­te­nentschei­de erle­ichtern.

Wie viele elek­trische Pan­nen­fahrzeuge betreibt der TCS?

Drei. Sie fahren in der Zen­tralschweiz, im Gross­raum Waadt und neu in Zürich.

Rund 250 Fahrzeuge. Der TCS betreibt damit den lan­desweit grössten Pan­nen­di­enst.

Der VW ID. Buzz Car­go 4MOTION. Er ist 4,71 Meter lang und wird von zwei E‑Maschinen mit zusam­men 250 kW angetrieben.

79 Kilo­wattstun­den und über 400 Kilo­me­ter kom­binierte WLTP-Reich­weite. Geladen wird mit bis zu 185 Kilo­watt.

Weil die Aus­rüs­tung schw­er ist. An Bord sind Ersatzrad, zwölf Ersatz­bat­te­rien, Kom­pres­sor, Kanis­ter, Werkzeuge und ein Wech­sel­richter.

Seit April 2022 bis 4250 Kilo­gramm, sofern das Mehrgewicht allein aus dem emis­sions­freien Antrieb stammt.

Elek­trische Nutz­fahrzeuge bis 4,25 Ton­nen wer­den weit­ge­hend gle­ich behan­delt wie Liefer­wa­gen bis 3,5 Ton­nen. Angepasst wer­den unter anderem Vorschriften zum Fahrtschreiber.

Ja. Ein Wech­sel­richter mit Akku kann leere Hoch­volt­bat­te­rien so weit laden, dass sie die näch­ste Ladesta­tion erre­ichen.

Nach Angaben des TCS acht von zehn.

Weil Ein­sätze unplan­bar sind, Depot­laden sel­ten möglich ist und Stand­ver­brauch­er am Ein­sat­zort zusät­zlich Energie ziehen.

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