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Strafzoll auf chinesische Elektroautos

Startschuss für Zusatzzölle auf chinesische E‑Autos zum Schutz der Autoindustrie

Die EU führt ab sofort Strafzölle auf Elektrofahrzeuge aus China ein, um die europäische Autoindustrie vor (unfairem) Wettbewerb zu schützen. Europäische Hersteller warnen vor potenziellen Folgen für die Elektromobilität und Klimaziele.
© iStock
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die EU führt ab sofort Strafzölle auf aus China importierte Elektroautos ein, um europäischen Herstellern einen faireren Wettbewerb zu ermöglichen.
• Deutschland lehnte die Massnahme ab und befürchtet Vergeltung seitens Chinas sowie höhere Fahrzeugpreise.
• Die EU-Kommission setzt auf langfristigen Schutz der Automobilindustrie und sieht die Zusatzzölle als unvermeidbar.

Was sich im Juni angekündigt hat, wird nun Tat­sache: Die Europäis­che Union erhebt ab sofort Strafzölle auf Elek­tro­fahrzeuge, die aus Chi­na importiert wer­den. Die Mass­nahme wurde von der EU-Kom­mis­sion beschlossen und bet­rifft unter anderem die Her­steller BYD und Geely, die zukün­ftig mit Zusatz­ab­gaben von 17 % bzw. 18,8 % belegt wer­den. Der höch­ste Zoll­satz beträgt 35,3 %. Beson­ders Deutsch­land hat­te bis zulet­zt Wider­stand gegen die Regelung geleis­tet.

Gründe für die Strafzölle

Haupt­grund für die Zölle ist die Wet­tbe­werb­sverz­er­rung durch Sub­ven­tio­nen der chi­ne­sis­chen Regierung, die den Export von Elek­troau­tos fördert. Diese Sub­ven­tio­nen ermöglichen es chi­ne­sis­chen Her­stellern, ihre Fahrzeuge bis zu 20 % gün­stiger anzu­bi­eten. Für die EU-Kom­mis­sion ist der Schutz der heimis­chen Autoin­dus­trie deshalb eine notwendi­ge Mass­nahme. Trotz inten­siv­er Ver­hand­lun­gen zwis­chen EU und Chi­na wurde keine ein­vernehm­liche Lösung gefun­den.

Widerstand aus Deutschland und Sorgen vor Eskalation

Deutsch­land stimmte als eines der weni­gen Län­der gegen die Zusatz­zölle, da man Vergel­tungs­mass­nah­men von Chi­na befürchtet. Peking beze­ich­net die Zölle als pro­tek­tion­is­tisch und dro­hte bere­its mit eige­nen Abgaben auf bes­timmte EU-Exporte wie Schweine­fleisch und Autos mit grossem Hubraum. Für die deutsche Auto­mo­bilin­dus­trie kön­nte dies grosse finanzielle Auswirkun­gen haben, da Chi­na der weltweit grösste Auto­mo­bil­markt ist.

Kritische Stimmen zur Wirkung auf Elektromobilität und Preise

Der Ver­band der Auto­mo­bilin­dus­trie äusserte Bedenken, dass die Strafzölle den Hochlauf der Elek­tro­mo­bil­ität ver­langsamen kön­nten. Steigende Preise für Elek­troau­tos kön­nten poten­zielle Käufer abschreck­en und das Erre­ichen der Kli­maziele gefährden. Beson­ders in der aktuellen Mark­t­si­t­u­a­tion seien solche Kosten­steigerun­gen für Her­steller und Ver­braucherin­nen und Ver­brauch­er prob­lema­tisch.

EU-Kommission bleibt bei Entscheidung

Die EU-Kom­mis­sion sieht die Mass­nahme als notwendig, um langfristig die europäis­che Auto­mo­bilin­dus­trie abzu­sich­ern. Kri­tis­che Stim­men in Brüs­sel meinen, dass sich deutsche Auto­mo­bilkonz­erne zu sehr auf kurzfristige Erfolge konzen­tri­eren. Das Ziel der Zölle sei es, die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit der europäis­chen Unternehmen zu sich­ern und den heimis­chen Markt vor unfair­er Konkur­renz zu schützen.

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