SBB Cargo konkretisiert im Einzelwagenladungsverkehr den Güterverkehr-Umbau. Die SBB stärken dabei gemäss einer Mitteilung den Einzelwagenladungsverkehr (EWLV). Denn ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 greift ein neues Produktionsmodell. Dieses erhöht die Auslastung und senkt zugleich die Kosten. Damit folgt nun der nächste konkrete Schritt einer Massnahmenstrategie, die schon länger angekündigt worden ist.
Stellenabbau und «Suisse Cargo Logistics»
Die Probleme zeichneten sich seit längerem ab. Bereits im Februar 2025 berichtete mobility-360.ch unter dem Titel «SBB Cargo baut Stellen ab» über die Krise. Damals verkündete SBB Cargo die ersten Massnahmen als Reaktion auf sinkende Mengen und hohe Verluste. In der Folge baute das Unternehmen bis Ende 2025 rund 80 Vollzeitstellen ab. Dies geschah vorrangig über natürliche Fluktuation und interne Wechsel. Zudem stellten die SBB das Konzept «Suisse Cargo Logistics» vor. Dieses setzt auf Langstreckentransporte, kombinierten Verkehr und Automatisierung.
Was bereits bekannt war: die Neuausrichtung im Güterverkehr
Den grundsätzlichen Kurs vertieften die SBB dann im Sommer 2025 («SBB Cargo baut um und sichert grüne Lieferketten»). Schon damals war klar: SBB Cargo fährt künftig nur noch auf wirtschaftlich tragfähigen Strecken. Zudem sollte rund ein Drittel der Bedienpunkte wegfallen, während das Unternehmen in Digitalisierung investiert. Auch das strukturelle Defizit von jährlich 80 Millionen Franken war bekannt. Und ebenso das Ziel: ein eigenwirtschaftlicher Güterverkehr, wie ihn der Bund als Eigentümer verlangt.
Was jetzt neu ist: konkrete Zahlen und ein fixes Datum
Jetzt ist bekannt, wie der konkrete Fahrplan aussehen soll. Mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 nennen die SBB erstmals einen konkreten Zeitpunkt für die Umsetzung. Ausserdem präzisiert das Unternehmen die bisher bekannten Zahlen. So sinkt die Zahl der Bedienpunkte von rund 280 auf nur noch etwa 50. Trotzdem wollen die SBB weiterhin 98 Prozent der bisherigen Mengen transportieren. Im Strategiepapier von 2025 war noch von rund 90 Prozent die Rede. Folglich fällt die Bilanz mittlerweile deutlich besser aus als ursprünglich erwartet.
Ebenfalls neu ist der zeitliche Horizont. Denn der Güterverkehr soll bereits ab 2033 eigenwirtschaftlich fahren. Zudem unterstützt der Bund den Einzelwagenladungsverkehr befristet über acht Jahre. Hinzu kommt ein Verladebonus für die Kunden.
Personal: Arbeitsortswechsel statt Kündigungen
Auch die Folgen für das Personal sind jetzt konkret. Rund 200 Mitarbeitende werden Veränderungen hinnehmen müssen. Davon arbeiten etwa 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz. Allerdings bieten die SBB allen Betroffenen eine Nachfolgelösung an. Meist handelt es sich um einen Wechsel des Arbeitsorts. Kündigungen bleiben deshalb die Ausnahme, zumal sich das Unternehmen an den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) halten muss.
Konkret wechselt das Personal an elf Standorten. Betroffen ist das Lokpersonal in Brig, Buchs SG und Chiasso. Zudem verlegt die SBB das Rangierpersonal in Thun, Rothenburg, Yverdon, Payerne, Fribourg, Delémont, Martigny und Wil. Die Standorte Schaffhausen und Frauenfeld bleiben dagegen voraussichtlich bis 2028 beziehungsweise 2029 bestehen.
Warum der Einzelwagenladungsverkehr EWLV für die Schweiz relevant ist
Der EWLV bleibt ein zentraler Pfeiler der Versorgung. Denn ohne ihn drohen gemäss SBB jährlich bis zu eine Million zusätzliche Lastwagenfahrten auf der Strasse. Gleichzeitig rekrutiert die SBB laufend neues Personal. So benötigt sie wegen der Pensionierungswelle trotz allem noch rund 300 neue Mitarbeitende. Damit will sie den Güterverkehr langfristig sichern und auf Wachstum vorbereiten.
Was ist der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV)?
Im EWLV sammelt die SBB einzelne Güterwagen von Anschlussgleisen und Rampen ein. Anschliessend formiert sie daraus Züge und bringt diese in Rangierbahnhöfe. Dort stellt sie neue Züge nach Zielregion zusammen. Typische Güter sind Stückgut, Briefsendungen und Konsumgüter.
Ab wann gilt das neue Produktionsmodell der SBB?
Das neue Modell greift ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026.
Wie viele Bedienpunkte fallen bei SBB weg?
Die Zahl sinkt von rund 280 auf etwa 50. Die übrigen Punkte mit zu geringer Nachfrage bedient die SBB künftig nur noch auf Kundenwunsch im Ganzzugsverkehr.
Gehen dadurch Transportmengen verloren?
Kaum. Die SBB transportiert weiterhin 98 Prozent der bisherigen Mengen – dank besser ausgelasteter Züge.
Wie viele Stellen hat SBB Cargo abgebaut?
Bereits 2025 baute SBB Cargo rund 80 Vollzeitstellen ab. Dies erfolgte vorrangig über natürliche Fluktuation und interne Wechsel.
Wie viele Mitarbeitende sind jetzt betroffen?
Rund 200 Personen: etwa 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz.
Kommt es bei SBB Cargo zu Kündigungen?
Kündigungen bleiben die Ausnahme. Meist handelt es sich um Arbeitsortswechsel. Die SBB hält sich strikt an den Gesamtarbeitsvertrag.
Wann soll der Güterverkehr eigenwirtschaftlich sein?
Ziel ist ein eigenwirtschaftlicher Güterverkehr ab 2033, wie ihn der Bund verlangt.
Warum ist der EWLV für die Schweiz wichtig?
Ohne ihn drohen jährlich bis zu eine Million zusätzliche Lastwagenfahrten auf der Strasse.