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Einzelwagenladungsverkehr

SBB konkretisiert Güterverkehr-Umbau

Die SBB macht beim Einzelwagenladungsverkehr ernst. Ab Dezember 2026 greift ein neues Produktionsmodell. Es senkt die Kosten und sichert ein nationales Angebot. Rund 200 Mitarbeitende sind betroffen, doch Kündigungen bleiben die Ausnahme. Wir zeigen, was jetzt neu ist.
Die SBB macht beim Einzelwagenladungsverkehr Nägel mit Köpfen. SBB is taking decisive action in single-carload freight transport. Les CFF passent à la vitesse supérieure en matière de transport par wagons complets isolés.
© SBB CFF FFS
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die SBB nennt erstmals ein fixes Datum: Ab dem 13. Dezember 2026 greift im Einzelwagenladungsverkehr ein neues Produktionsmodell.
• Neu sind konkrete Zahlen: Die Bedienpunkte sinken von rund 280 auf etwa 50, dennoch bleiben 98 Prozent der Transportmengen erhalten.
• Rund 200 Mitarbeitende sind betroffen, doch die SBB setzt auf Arbeitsortswechsel statt Kündigungen und hält sich an den GAV.

SBB Car­go konkretisiert im Einzel­wa­gen­ladungsverkehr den Güter­verkehr-Umbau. Die SBB stärken dabei gemäss ein­er Mit­teilung den Einzel­wa­gen­ladungsverkehr (EWLV). Denn ab dem Fahrplan­wech­sel vom 13. Dezem­ber 2026 greift ein neues Pro­duk­tion­s­mod­ell. Dieses erhöht die Aus­las­tung und senkt zugle­ich die Kosten. Damit fol­gt nun der näch­ste konkrete Schritt ein­er Mass­nah­men­strate­gie, die schon länger angekündigt wor­den ist.

Stellenabbau und «Suisse Cargo Logistics»

Die Prob­leme zeich­neten sich seit län­gerem ab. Bere­its im Feb­ru­ar 2025 berichtete mobility-360.ch unter dem Titel «SBB Car­go baut Stellen ab» über die Krise. Damals verkün­dete SBB Car­go die ersten Mass­nah­men als Reak­tion auf sink­ende Men­gen und hohe Ver­luste. In der Folge baute das Unternehmen bis Ende 2025 rund 80 Vol­lzeit­stellen ab. Dies geschah vor­rangig über natür­liche Fluk­tu­a­tion und interne Wech­sel. Zudem stell­ten die SBB das Konzept «Suisse Car­go Logis­tics» vor. Dieses set­zt auf Langstreck­en­trans­porte, kom­binierten Verkehr und Automa­tisierung.

Was bereits bekannt war: die Neuausrichtung im Güterverkehr

Den grund­sät­zlichen Kurs ver­tieften die SBB dann im Som­mer 2025 («SBB Car­go baut um und sichert grüne Liefer­ket­ten»). Schon damals war klar: SBB Car­go fährt kün­ftig nur noch auf wirtschaftlich tragfähi­gen Streck­en. Zudem sollte rund ein Drit­tel der Bedi­en­punk­te weg­fall­en, während das Unternehmen in Dig­i­tal­isierung investiert. Auch das struk­turelle Defiz­it von jährlich 80 Mil­lio­nen Franken war bekan­nt. Und eben­so das Ziel: ein eigen­wirtschaftlich­er Güter­verkehr, wie ihn der Bund als Eigen­tümer ver­langt.

Was jetzt neu ist: konkrete Zahlen und ein fixes Datum

Jet­zt ist bekan­nt, wie der konkrete Fahrplan ausse­hen soll. Mit dem Fahrplan­wech­sel vom 13. Dezem­ber 2026 nen­nen die SBB erst­mals einen konkreten Zeit­punkt für die Umset­zung. Ausser­dem präzisiert das Unternehmen die bish­er bekan­nten Zahlen. So sinkt die Zahl der Bedi­en­punk­te von rund 280 auf nur noch etwa 50. Trotz­dem wollen die SBB weit­er­hin 98 Prozent der bish­eri­gen Men­gen trans­portieren. Im Strate­giepa­pi­er von 2025 war noch von rund 90 Prozent die Rede. Fol­glich fällt die Bilanz mit­tler­weile deut­lich bess­er aus als ursprünglich erwartet.

Eben­falls neu ist der zeitliche Hor­i­zont. Denn der Güter­verkehr soll bere­its ab 2033 eigen­wirtschaftlich fahren. Zudem unter­stützt der Bund den Einzel­wa­gen­ladungsverkehr befris­tet über acht Jahre. Hinzu kommt ein Ver­ladebonus für die Kun­den.

Personal: Arbeitsortswechsel statt Kündigungen

Auch die Fol­gen für das Per­son­al sind jet­zt konkret. Rund 200 Mitar­bei­t­ende wer­den Verän­derun­gen hin­nehmen müssen. Davon arbeit­en etwa 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz. Allerd­ings bieten die SBB allen Betrof­fe­nen eine Nach­fol­gelö­sung an. Meist han­delt es sich um einen Wech­sel des Arbeit­sorts. Kündi­gun­gen bleiben deshalb die Aus­nahme, zumal sich das Unternehmen an den Gesam­tar­beitsver­trag (GAV) hal­ten muss.

Konkret wech­selt das Per­son­al an elf Stan­dorten. Betrof­fen ist das Lokper­son­al in Brig, Buchs SG und Chi­as­so. Zudem ver­legt die SBB das Rang­ier­per­son­al in Thun, Rothen­burg, Yver­don, Pay­erne, Fri­bourg, Delé­mont, Mar­tigny und Wil. Die Stan­dorte Schaffhausen und Frauen­feld bleiben dage­gen voraus­sichtlich bis 2028 beziehungsweise 2029 beste­hen.

Warum der Einzelwagenladungsverkehr EWLV für die Schweiz relevant ist

Der EWLV bleibt ein zen­traler Pfeil­er der Ver­sorgung. Denn ohne ihn dro­hen gemäss SBB jährlich bis zu eine Mil­lion zusät­zliche Last­wa­gen­fahrten auf der Strasse. Gle­ichzeit­ig rekru­tiert die SBB laufend neues Per­son­al. So benötigt sie wegen der Pen­sion­ierungswelle trotz allem noch rund 300 neue Mitar­bei­t­ende. Damit will sie den Güter­verkehr langfristig sich­ern und auf Wach­s­tum vor­bere­it­en.

Was ist der Einzel­wa­gen­ladungsverkehr (EWLV)?

Im EWLV sam­melt die SBB einzelne Güter­wa­gen von Anschlussgleisen und Ram­p­en ein. Anschliessend formiert sie daraus Züge und bringt diese in Rang­ier­bahn­höfe. Dort stellt sie neue Züge nach Ziel­re­gion zusam­men. Typ­is­che Güter sind Stückgut, Brief­sendun­gen und Kon­sumgüter.

Das neue Mod­ell greift ab dem Fahrplan­wech­sel vom 13. Dezem­ber 2026.

Die Zahl sinkt von rund 280 auf etwa 50. Die übri­gen Punk­te mit zu geringer Nach­frage bedi­ent die SBB kün­ftig nur noch auf Kun­den­wun­sch im Ganz­zugsverkehr.

Kaum. Die SBB trans­portiert weit­er­hin 98 Prozent der bish­eri­gen Men­gen – dank bess­er aus­ge­lasteter Züge.

Bere­its 2025 baute SBB Car­go rund 80 Vol­lzeit­stellen ab. Dies erfol­gte vor­rangig über natür­liche Fluk­tu­a­tion und interne Wech­sel.

Rund 200 Per­so­n­en: etwa 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz.

Kündi­gun­gen bleiben die Aus­nahme. Meist han­delt es sich um Arbeit­sortswech­sel. Die SBB hält sich strikt an den Gesam­tar­beitsver­trag.

Ziel ist ein eigen­wirtschaftlich­er Güter­verkehr ab 2033, wie ihn der Bund ver­langt.

Ohne ihn dro­hen jährlich bis zu eine Mil­lion zusät­zliche Last­wa­gen­fahrten auf der Strasse.

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