Werbung
Einigung im öV-Tarifstreit

Preisüberwacher dämpft öV-Tariferhöhung

Der Preisüberwacher hat mit der Alliance SwissPass und der SBB verhandelt, denn die Branche plante höhere Tarife. Statt 3.9 Prozent steigen die Preise im öV nun um 3.6 Prozent. Vor allem GA-Kundinnen und -Kunden profitieren, weil der Aufschlag beim GA 2. Klasse nur halb so hoch ausfällt.
Das GA Erwachsene 2. Klasse kostet neu 4'095 Franken.
© iStock
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Die durchschnittliche Tariferhöhung im Nationalen Direkten Verkehr sinkt von 3.9 auf 3.6 Prozent
• Das GA Erwachsene 2. Klasse kostet neu 4'095 Franken statt der geplanten 4'195 Franken
• Die SBB verkauft 2027 Sparbillette mit einem Rabattvolumen von mindestens 90 Millionen Franken

Damit Sie den Anschluss nicht verpassen.

Der Preisüberwach­er dämpft die Tar­ifer­höhung im öffentlichen Verkehr per Dezem­ber 2026. Er hat sich dazu mit der Alliance Swiss­Pass und der SBB geeinigt. Die Branche wollte die Preise im Nationalen Direk­ten Verkehr um durch­schnit­tlich 3.9 Prozent anheben. Nach den Ver­hand­lun­gen steigen die Tar­ife nun um 3.6 Prozent. Die neuen Preise gel­ten ab dem 13. Dezem­ber 2026 und damit ab dem Fahrplan­wech­sel.

Preisüberwacher prüft die Tarifmassnahme

Die Alliance Swiss­Pass reichte ihre Tar­if­mass­nahme am 31. März 2026 beim Preisüberwach­er ein. Dieser prüfte die Vor­lage anschliessend gestützt auf Artikel 6 des Preisüberwachungs­ge­set­zes (SR 942.20). Danach ver­han­delte er sowohl mit der Alliance Swiss­Pass als auch mit der SBB. Bei­de Seit­en einigten sich darauf, lediglich die Kosten­steigerung seit der let­zten Preisan­pas­sung zu über­wälzen.

GA Erwachsene 2. Klasse kostet neu 4’095 Franken

Ursprünglich sollte das GA-Sor­ti­ment prozen­tu­al stärk­er steigen als der Nor­mal­tarif. Der Preisüberwach­er hal­bierte jedoch den geplanten Auf­schlag beim GA Erwach­sene 2. Klasse. Dieses Abon­nement kostet neu 4’095 Franken und damit 100 statt 200 Franken mehr. Beim GA Erwach­sene 1. Klasse bleiben immer­hin drei Vier­tel der geplanten Erhöhung beste­hen. Es kostet neu 6’770 Franken, also 250 statt 330 Franken mehr als bish­er. Die Trans­portun­ternehmen passen die Monat­spreise entsprechend an.

Pendlerinnen und Pendler profitieren am stärksten

Der Preisüberwach­er begrün­det die Ent­las­tung mit der Abhängigkeit viel­er Kundin­nen und Kun­den. Wer täglich pen­delt, kann kaum auf ein anderes Verkehrsmit­tel auswe­ichen. Deshalb soll die Reduk­tion vor allem den pen­del­nden GA-Kundin­nen und ‑Kun­den zugutekom­men. Fam­i­lien, Kinder und Jugendliche tra­gen ohne­hin unter­durch­schnit­tliche Auf­schläge. Diese Abstu­fung hat­te die Branche näm­lich bere­its in ihrer eige­nen Eingabe vorge­se­hen.

SBB verkauft Sparbillette mit 90 Millionen Franken Rabattvolumen

Der Fer­n­verkehr der SBB spürt die Kosten­steigerung weniger stark als der gesamte Nationale Direk­te Verkehr. Denn der Weg­fall der Rück­er­stat­tung für den Treib­stof­f­zoll trifft die SBB nicht. Deshalb vere­in­barte der Preisüberwach­er mit der SBB eine zusät­zliche Kom­pen­sa­tion. Das Unternehmen verkauft im Fer­n­verkehr vom 1. Jan­u­ar bis zum 31. Dezem­ber 2027 Spar­bil­lette. Das Rabattvol­u­men beträgt dabei min­destens 90 Mil­lio­nen Franken.

Alliance SwissPass koordiniert die Tarife im Nationalen Direkten Verkehr

Die Alliance Swiss­Pass bün­delt die Trans­portun­ternehmen und Tar­ifver­bünde der Schweiz. Sie legt die Preise im Nationalen Direk­ten Verkehr fest und meldet Änderun­gen dem Preisüberwach­er. Artikel 6 des Preisüberwachungs­ge­set­zes sieht dabei zuerst eine ein­vernehm­liche Regelung vor. Scheit­ert diese, so kann der Preisüberwach­er eine Preis­senkung ver­fü­gen. Im aktuellen Fall wählten die Beteiligten jedoch den Ver­hand­lungsweg.

Wann gel­ten die neuen öV-Tar­ife?

Die neuen Tar­ife gel­ten ab dem 13. Dezem­ber 2026 und damit ab dem Fahrplan­wech­sel.

Die Tar­ife im Nationalen Direk­ten Verkehr steigen durch­schnit­tlich um 3.6 Prozent statt um die geplanten 3.9 Prozent.

Das GA Erwach­sene 2. Klasse kostet 4’095 Franken, das GA Erwach­sene 1. Klasse 6’770 Franken.

Er prüft Tar­if­mass­nah­men nach Artikel 6 des Preisüberwachungs­ge­set­zes und sucht zuerst eine ein­vernehm­liche Regelung mit der Branche.

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Kommentare:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Der ADAC testete den Selbstfahrassistenten Tesla FSD Supervised

Kann man dem Auto das Fahren anvertrauen?

Tesla FSD Supervised beeindruckt im ADAC-Test mit natürlichem Fahrverhalten und leistungsfähiger Automatisierung. Doch Fehlentscheidungen, Schwächen bei der Fahrerüberwachung und ein irreführender Name zeigen: Das System bleibt ein Assistenzsystem. Die Verantwortung liegt weiterhin beim Menschen.

Verkehrssicherheit

KI-Assistent von Sinus plus erstellt neu Unfalldiagramme

Die BFU erweitert ihren KI-Assistenten auf der Plattform Sinus plus. Dieser erstellt neu automatisch Linien- und Kreisdiagramme aus den verfügbaren Unfallzahlen. Nutzerinnen und Nutzer exportieren die Grafiken als Bild oder CSV-Datei. Der Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt das Angebot.

Treibstoffpreise

Benzinpreis in der Schweiz sinkt trotz Hormus-Öffnung nicht

Die Tanker fahren wieder durch Hormus, doch an der Zapfsäule tut sich nichts. Der Ölpreis bleibt über 100 Dollar, der Rhein führt zu wenig Wasser. Warum Tanken in der Schweiz vorerst teuer bleibt.