Mercedes-Benz Trucks bringt die Jubiläumsedition erstmals auch als Elektro-Lkw. Dies kündigt die Daimler Truck AG im Newsroom an. Anlass für die Sonderedition ist die Erfindung des Lastwagens durch Gottlieb Daimler im Jahr 1896. Die Edition ist auf 400 Fahrzeuge begrenzt. Sie basiert auf dem Actros mit ProCabin-Fahrerhaus.
Was über die Edition bekannt ist
Die Informationslage bleibt vorerst dünn. Der Hersteller nennt rund 30 besondere Ausstattungsumfänge. Diese greifen historische Farben, Materialien und Gestaltungselemente auf.
Angaben zu Preisen, Terminen und Fahrzeugvarianten fehlen. Auch zur Verteilung auf die Märkte äussert sich Daimler Truck nicht. Alles Weitere soll an der IAA Transportation folgen.
Die Meldung ist damit ein Teaser, keine Produktankündigung. Die eigentliche Nachricht steckt in einem Nebensatz.
Erstmals ein Editionsmodell auch mit Elektroantrieb
Denn die Edition wird sowohl mit Dieselantrieb als auch als batterieelektrischer Lastwagen angeboten. Nach Angaben des Herstellers ist das eine Premiere.
Das klingt technisch, ist aber strategisch bedeutsam. Sondereditionen sind Prestigeprodukte. Sie richten sich an Kundschaft mit besonderer Markenbindung. Bislang liefen solche Modelle ausschliesslich mit Verbrennungsmotor.
Mit dem Schritt verknüpft Mercedes-Benz sein wichtigstes historisches Erbe mit dem Elektroantrieb. Der Hersteller signalisiert damit, dass der E‑Lkw kein Nischenprodukt mehr ist. Er steht nun gleichrangig neben dem Diesel.
Ob die 400 Fahrzeuge zwischen den Antrieben aufgeteilt werden, bleibt allerdings offen.
Die Schweiz führt Europa bei elektrischen Lastwagen
Für den Schweizer Markt ist das Timing günstig. Denn hierzulande ist der Elektro-Lkw bereits weiter als anderswo.
Nach Angaben von Swiss eMobility erreichten elektrische Lastwagen 2025 einen Marktanteil von knapp 21 Prozent an den Neuimmatrikulationen. In keinem anderen europäischen Land liegt dieser Anteil höher.
Die Gründe sind bekannt. Die Schweiz hat kurze Transportdistanzen und viele Depotstandorte. Vor allem aber wirkte ein starker fiskalischer Anreiz.
LSVA-Revision schafft Planungssicherheit ab 2031
Genau dieser Anreiz wird nun neu geregelt. Elektrisch und mit Wasserstoff betriebene Lastwagen sind bislang von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe befreit.
Der Bundesrat wollte diese Befreiung bereits 2029 beenden. Das Parlament entschied anders. Der Nationalrat legte den Beginn auf 2031 fest. Der Ständerat folgte ihm im Juni 2026 und verabschiedete die Vorlage mit 35 zu 8 Stimmen.
Vorgesehen sind gestaffelte Rabatte. 2031 sollen sie mindestens 70 Prozent betragen, 2032 mindestens 50 Prozent. Eine Differenz bleibt offen, die Herbstsession 2026 dürfte sie bereinigen.
Ebenfalls vom Tisch ist eine Erhöhung der Abgabesätze per 2027. Der Ständerat lehnte die entsprechende Motion ab.
Für Transportunternehmen bedeutet das Planungssicherheit. Denn ein Lastwagen ist ein Investitionsgut mit langer Nutzungsdauer. Wer heute bestellt, kalkuliert über acht bis zehn Jahre.
Der Preisunterschied bleibt die grösste Hürde
Trotzdem bleibt die Rechnung anspruchsvoll. Elektrische Lastwagen kosten nach Branchenangaben rund 300’000 bis 400’000 Franken. Das entspricht etwa dem Zweieinhalbfachen eines vergleichbaren Dieselfahrzeugs.
Dieser Mehrpreis muss sich über Energiekosten, Abgaben und Wartung amortisieren. Die LSVA-Befreiung trug dazu bisher wesentlich bei. Ab 2031 sinkt dieser Vorteil schrittweise.
Hinzu kommt die Ladeinfrastruktur. Depotladen funktioniert, öffentliches Schnellladen für schwere Fahrzeuge bleibt lückenhaft. Auch Gewichtslimiten sind branchenintern weiterhin ein Thema.
Von der Erfindung 1896 zur Elektrifizierung
Der historische Bogen ist geschickt gewählt. 1896 legte Gottlieb Daimler die Grundlage für den Strassengüterverkehr. Der Actros selbst kam 1996 auf den Markt und feiert damit ebenfalls ein rundes Jubiläum.
Solche Editionen erfüllen eine doppelte Funktion. Sie binden bestehende Kundschaft und sie erzeugen Aufmerksamkeit. Im Nutzfahrzeugbereich sind sie zudem ein Signal an das Fahrpersonal.
Das ist mehr als Kosmetik. Denn Fahrerinnen und Fahrer sind knapp. Ein attraktives Fahrzeug ist ein Argument bei der Rekrutierung.
Was die Mitteilung offenlässt
Die zentralen Fragen bleiben unbeantwortet. Weder Preise noch Lieferzeiten noch die konkreten Fahrzeugvarianten sind bekannt.
Unklar bleibt auch, welche Elektroversion zum Einsatz kommt. Der Hersteller nennt keine Reichweite und keine Ladeleistung. Für eine Kaufentscheidung reicht das nicht.
Ebenso fehlt eine Aussage zur Schweizer Zuteilung. Bei 400 Fahrzeugen weltweit dürfte das Kontingent hierzulande klein ausfallen.
Einordnung für den Schweizer Transportmarkt
Der praktische Effekt dieser Edition bleibt begrenzt. 400 Fahrzeuge fallen im Gesamtmarkt kaum ins Gewicht.
Die Symbolik zählt dagegen mehr. Ein Hersteller, der sein Jubiläum an den Elektroantrieb koppelt, setzt ein Zeichen an Flottenbetreiber. Denn diese entscheiden über Jahre und beobachten, worauf Hersteller ihre Zukunft ausrichten.
Für Schweizer Transportunternehmen bleibt die Ausgangslage vergleichsweise gut. Sie verfügen über Erfahrung mit E‑Lkw und über eine geklärte Abgabeperspektive. Die offene Frage lautet nicht mehr ob, sondern in welchem Tempo.
Was ist die «130 Years Trucks Edition»?
Eine auf 400 Fahrzeuge limitierte Sonderedition von Mercedes-Benz Trucks. Sie basiert auf dem Actros mit ProCabin-Fahrerhaus.
Was ist an dieser Edition neu?
Erstmals bietet Mercedes-Benz Trucks ein Editionsmodell sowohl mit Diesel- als auch mit Batterieantrieb an.
Woran erinnert das Jubiläum?
An die Erfindung des Lastwagens durch Gottlieb Daimler im Jahr 1896. Das liegt 130 Jahre zurück.
Was kostet die Edition?
Der Hersteller nennt keine Preise. Details folgen an der IAA Transportation.
Wie viele E‑Lkw fahren in der Schweiz?
Elektrische Lastwagen erreichten 2025 laut Swiss eMobility knapp 21 Prozent Marktanteil bei den Neuimmatrikulationen. Das ist europaweit der höchste Wert.
Ab wann zahlen E‑Lkw in der Schweiz LSVA?
Ab 2031. Nationalrat und Ständerat haben sich auf diesen Termin geeinigt, der Bundesrat wollte ursprünglich 2029.
Wie hoch sind die geplanten Rabatte?
2031 mindestens 70 Prozent, 2032 mindestens 50 Prozent. Eine Differenz zwischen den Räten ist noch zu bereinigen.
Steigen die LSVA-Tarife 2027?
Nein. Der Ständerat lehnte eine entsprechende Motion in der Sommersession 2026 ab.
Was kostet ein Elektro-Lkw im Vergleich?
Nach Branchenangaben rund 300’000 bis 400’000 Franken. Das ist etwa das Zweieinhalbfache eines Dieselfahrzeugs.
Wird die Edition in der Schweiz erhältlich sein?
Der Hersteller macht dazu keine Angaben. Bei weltweit 400 Fahrzeugen dürfte das Kontingent klein sein.