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130 Years Trucks Edition

Mercedes-Benz Trucks bringt Jubiläumsedition als Elektro-Lkw

Mercedes-Benz Trucks kündigt zum 130-Jahr-Jubiläum eine limitierte Sonderedition an. Sie umfasst 400 Fahrzeuge auf Actros-Basis. Erstmals gibt es ein Editionsmodell auch mit Batterieantrieb. Details folgen an der IAA Transportation. Für die Schweiz ist das Signal relevant.
130 Jahre nach der Erfindung des Lastwagens legt Mercedes-Benz Trucks eine Sonderedition auf. 130 years after the invention of the truck, Mercedes-Benz Trucks is releasing a special edition. 130 ans après l'invention du camion, Mercedes-Benz Trucks lance une édition spéciale.
© Daimler Truck AG
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Mercedes-Benz Trucks kündigt zum 130-Jahr-Jubiläum eine auf 400 Fahrzeuge limitierte Edition auf Actros-Basis an, erstmals wahlweise mit Diesel- oder Batterieantrieb.
• Die Schweiz ist mit knapp 21 Prozent Anteil an den Neuimmatrikulationen europäischer Spitzenmarkt für elektrische Lastwagen.
• Parlamentarisch ist die Abgabefrage weitgehend geklärt: E-Lkw werden ab 2031 LSVA-pflichtig, mit Rabatten von mindestens 70 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr.

Mer­cedes-Benz Trucks bringt die Jubiläumsedi­tion erst­mals auch als Elek­tro-Lkw. Dies kündigt die Daim­ler Truck AG im News­room an. Anlass für die Son­dered­i­tion ist die Erfind­ung des Last­wa­gens durch Got­tlieb Daim­ler im Jahr 1896. Die Edi­tion ist auf 400 Fahrzeuge begren­zt. Sie basiert auf dem Actros mit Pro­Cab­in-Fahrerhaus.

Was über die Edition bekannt ist

Die Infor­ma­tion­slage bleibt vor­erst dünn. Der Her­steller nen­nt rund 30 beson­dere Ausstat­tung­sum­fänge. Diese greifen his­torische Far­ben, Mate­ri­alien und Gestal­tungse­le­mente auf.

Angaben zu Preisen, Ter­mi­nen und Fahrzeug­vari­anten fehlen. Auch zur Verteilung auf die Märk­te äussert sich Daim­ler Truck nicht. Alles Weit­ere soll an der IAA Trans­porta­tion fol­gen.

Die Mel­dung ist damit ein Teas­er, keine Pro­duk­tankündi­gung. Die eigentliche Nachricht steckt in einem Neben­satz.

Erstmals ein Editionsmodell auch mit Elektroantrieb

Denn die Edi­tion wird sowohl mit Diese­lantrieb als auch als bat­terieelek­trisch­er Last­wa­gen ange­boten. Nach Angaben des Her­stellers ist das eine Pre­miere.

Das klingt tech­nisch, ist aber strate­gisch bedeut­sam. Son­dered­i­tio­nen sind Pres­tige­pro­duk­te. Sie richt­en sich an Kund­schaft mit beson­der­er Marken­bindung. Bis­lang liefen solche Mod­elle auss­chliesslich mit Ver­bren­nungsmo­tor.

Mit dem Schritt verknüpft Mer­cedes-Benz sein wichtig­stes his­torisches Erbe mit dem Elek­troantrieb. Der Her­steller sig­nal­isiert damit, dass der E‑Lkw kein Nis­chen­pro­dukt mehr ist. Er ste­ht nun gle­ichrangig neben dem Diesel.

Ob die 400 Fahrzeuge zwis­chen den Antrieben aufgeteilt wer­den, bleibt allerd­ings offen.

Die Schweiz führt Europa bei elektrischen Lastwagen

Für den Schweiz­er Markt ist das Tim­ing gün­stig. Denn hierzu­lande ist der Elek­tro-Lkw bere­its weit­er als ander­swo.

Nach Angaben von Swiss eMo­bil­i­ty erre­icht­en elek­trische Last­wa­gen 2025 einen Mark­tan­teil von knapp 21 Prozent an den Neuim­ma­triku­la­tio­nen. In keinem anderen europäis­chen Land liegt dieser Anteil höher.

Die Gründe sind bekan­nt. Die Schweiz hat kurze Trans­port­dis­tanzen und viele Depot­stan­dorte. Vor allem aber wirk­te ein stark­er fiskalis­ch­er Anreiz.

LSVA-Revision schafft Planungssicherheit ab 2031

Genau dieser Anreiz wird nun neu geregelt. Elek­trisch und mit Wasser­stoff betriebene Last­wa­gen sind bis­lang von der leis­tungsab­hängi­gen Schw­erverkehrsab­gabe befre­it.

Der Bun­desrat wollte diese Befreiung bere­its 2029 been­den. Das Par­la­ment entsch­ied anders. Der Nation­al­rat legte den Beginn auf 2031 fest. Der Stän­der­at fol­gte ihm im Juni 2026 und ver­ab­schiedete die Vor­lage mit 35 zu 8 Stim­men.

Vorge­se­hen sind gestaffelte Rabat­te. 2031 sollen sie min­destens 70 Prozent betra­gen, 2032 min­destens 50 Prozent. Eine Dif­ferenz bleibt offen, die Herb­st­ses­sion 2026 dürfte sie bere­ini­gen.

Eben­falls vom Tisch ist eine Erhöhung der Abgabesätze per 2027. Der Stän­der­at lehnte die entsprechende Motion ab.

Für Trans­portun­ternehmen bedeutet das Pla­nungssicher­heit. Denn ein Last­wa­gen ist ein Investi­tion­sgut mit langer Nutzungs­dauer. Wer heute bestellt, kalkuliert über acht bis zehn Jahre.

Der Preisunterschied bleibt die grösste Hürde

Trotz­dem bleibt die Rech­nung anspruchsvoll. Elek­trische Last­wa­gen kosten nach Branchenangaben rund 300’000 bis 400’000 Franken. Das entspricht etwa dem Zweiein­halb­fachen eines ver­gle­ich­baren Die­selfahrzeugs.

Dieser Mehrpreis muss sich über Energiekosten, Abgaben und Wartung amor­tisieren. Die LSVA-Befreiung trug dazu bish­er wesentlich bei. Ab 2031 sinkt dieser Vorteil schrit­tweise.

Hinzu kommt die Lade­in­fra­struk­tur. Depot­laden funk­tion­iert, öffentlich­es Schnel­l­laden für schwere Fahrzeuge bleibt lück­en­haft. Auch Gewicht­slim­iten sind branchen­in­tern weit­er­hin ein The­ma.

Von der Erfindung 1896 zur Elektrifizierung

Der his­torische Bogen ist geschickt gewählt. 1896 legte Got­tlieb Daim­ler die Grund­lage für den Stras­sen­güter­verkehr. Der Actros selb­st kam 1996 auf den Markt und feiert damit eben­falls ein run­des Jubiläum.

Solche Edi­tio­nen erfüllen eine dop­pelte Funk­tion. Sie binden beste­hende Kund­schaft und sie erzeu­gen Aufmerk­samkeit. Im Nutz­fahrzeug­bere­ich sind sie zudem ein Sig­nal an das Fahrper­son­al.

Das ist mehr als Kos­metik. Denn Fahrerin­nen und Fahrer sind knapp. Ein attrak­tives Fahrzeug ist ein Argu­ment bei der Rekru­tierung.

Was die Mitteilung offenlässt

Die zen­tralen Fra­gen bleiben unbeant­wortet. Wed­er Preise noch Lieferzeit­en noch die konkreten Fahrzeug­vari­anten sind bekan­nt.

Unklar bleibt auch, welche Elek­tro­ver­sion zum Ein­satz kommt. Der Her­steller nen­nt keine Reich­weite und keine Ladeleis­tung. Für eine Kaufentschei­dung reicht das nicht.

Eben­so fehlt eine Aus­sage zur Schweiz­er Zuteilung. Bei 400 Fahrzeu­gen weltweit dürfte das Kontin­gent hierzu­lande klein aus­fall­en.

Einordnung für den Schweizer Transportmarkt

Der prak­tis­che Effekt dieser Edi­tion bleibt begren­zt. 400 Fahrzeuge fall­en im Gesamt­markt kaum ins Gewicht.

Die Sym­bo­l­ik zählt dage­gen mehr. Ein Her­steller, der sein Jubiläum an den Elek­troantrieb kop­pelt, set­zt ein Zeichen an Flot­ten­be­treiber. Denn diese entschei­den über Jahre und beobacht­en, worauf Her­steller ihre Zukun­ft aus­richt­en.

Für Schweiz­er Trans­portun­ternehmen bleibt die Aus­gangslage ver­gle­ich­sweise gut. Sie ver­fü­gen über Erfahrung mit E‑Lkw und über eine gek­lärte Abgabeper­spek­tive. Die offene Frage lautet nicht mehr ob, son­dern in welchem Tem­po.

Was ist die «130 Years Trucks Edi­tion»?

Eine auf 400 Fahrzeuge lim­i­tierte Son­dered­i­tion von Mer­cedes-Benz Trucks. Sie basiert auf dem Actros mit Pro­Cab­in-Fahrerhaus.

Erst­mals bietet Mer­cedes-Benz Trucks ein Edi­tion­s­mod­ell sowohl mit Diesel- als auch mit Bat­terieantrieb an.

An die Erfind­ung des Last­wa­gens durch Got­tlieb Daim­ler im Jahr 1896. Das liegt 130 Jahre zurück.

Der Her­steller nen­nt keine Preise. Details fol­gen an der IAA Trans­porta­tion.

Elek­trische Last­wa­gen erre­icht­en 2025 laut Swiss eMo­bil­i­ty knapp 21 Prozent Mark­tan­teil bei den Neuim­ma­triku­la­tio­nen. Das ist europaweit der höch­ste Wert.

Ab 2031. Nation­al­rat und Stän­der­at haben sich auf diesen Ter­min geeinigt, der Bun­desrat wollte ursprünglich 2029.

2031 min­destens 70 Prozent, 2032 min­destens 50 Prozent. Eine Dif­ferenz zwis­chen den Räten ist noch zu bere­ini­gen.

Nein. Der Stän­der­at lehnte eine entsprechende Motion in der Som­mers­es­sion 2026 ab.

Nach Branchenangaben rund 300’000 bis 400’000 Franken. Das ist etwa das Zweiein­halb­fache eines Die­selfahrzeugs.

Der Her­steller macht dazu keine Angaben. Bei weltweit 400 Fahrzeu­gen dürfte das Kontin­gent klein sein.

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