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Neuzulassungen Schweiz im August

E‑Auto-Anteil steigt im August auf 30 Prozent

Der Schweizer Neuwagenmarkt hat im August 0,6 Prozent verloren. Reinelektrische Fahrzeuge legten dagegen um 48,7 Prozent zu. Ihr Monatsanteil erreichte 30,2 Prozent. Steckerfahrzeuge überholten seit Jahresbeginn erstmals die Hybride.
Im August war fast jeder dritte neue Personenwagen rein elektrisch. In August, nearly one in three new passenger cars was fully electric. En août, près d’une voiture particulière neuve sur trois était entièrement électrique.
© iStock
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Der Schweizer Neuwagenmarkt verlor im August 0,6 Prozent auf 16'047 Fahrzeuge, während reinelektrische Personenwagen um 48,7 Prozent zulegten und 30,2 Prozent Monatsanteil erreichten.
• Steckerfahrzeuge liegen seit Jahresbeginn bei 37,2 Prozent und haben damit erstmals die Hybride ohne Stecker überholt, während Plug-in-Hybride rückläufig sind.
• auto-schweiz verbindet die Zahlen mit der Forderung nach flexibleren CO2-Vorschriften und dem Verzicht auf die geplante Abgabe auf Elektrofahrzeuge ab 2030.

Der E‑Au­to-Anteil steigt im August auf 30 Prozent bei schrumpfen­d­em Gesamt­markt, wie aus den Zahlen von auto-schweiz her­vorge­ht. In der Schweiz und in Liecht­en­stein wur­den im August 16’047 Per­so­n­en­wa­gen imma­trikuliert. Das sind 0,6 Prozent weniger als im bere­its schwachen Vor­jahres­monat. Seit Jahres­be­ginn zählt der Markt 151’589 Neuzu­las­sun­gen. Das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent.

Die Augustzahlen im Überblick

Der August gilt tra­di­tionell als schwach­er Monat. Ferien­zeit und Mod­ell­wech­sel drück­en die Zahlen. Trotz­dem fällt das Minus auf, weil es auf tiefem Niveau entste­ht.

Bei den Antrieben zeigt sich ein anderes Bild. Reinelek­trische Fahrzeuge legten im August um 48,7 Prozent zu. Ihr Anteil erre­ichte 30,2 Prozent der Neuzu­las­sun­gen. Seit Jahres­be­ginn liegt der Wert bei 24,8 Prozent.

Rein fos­sile Antriebe ver­lieren weit­er. Ben­z­in­fahrzeuge kom­men kumuliert noch auf 20,6 Prozent, Diesel auf 5,5 Prozent. Im August war nur noch jedes fün­fte Neu­fahrzeug rein fos­sil angetrieben.

Ein Schweiz­er Son­der­w­ert bleibt sta­bil. Mehr als jed­er zweite neue Per­so­n­en­wa­gen hat All­radantrieb, näm­lich 52,5 Prozent.

Steckerfahrzeuge überholen erstmals die Hybride

Das ist der eigentliche Meilen­stein. Steck­er­fahrzeuge erre­ichen seit Jahres­be­ginn 37,2 Prozent. Hybride ohne Steck­er kom­men auf 36,7 Prozent.

Der Abstand ist klein, die Rich­tung aber ein­deutig. Noch vor weni­gen Jahren dominierten Voll­hy­bride diesen Bere­ich klar. Nun kippt das Ver­hält­nis.

Zum Ver­gle­ich: Im ersten Hal­b­jahr lagen die Steck­er­fahrzeuge bei 36,3 Prozent. Der Anteil wächst also weit­er.

Steckerhybride verlieren an Boden

Inner­halb der Steck­er­fahrzeuge ver­schiebt sich das Gewicht deut­lich. Plug-in-Hybride gin­gen im August um 4,3 Prozent zurück. Ihr Monat­san­teil lag noch bei 12,4 Prozent.

Der Trend hat mehrere Ursachen. Käuferin­nen und Käufer erken­nen zunehmend, dass ein Plug-in-Hybrid Ladediszi­plin ver­langt. Wer nicht regelmäs­sig lädt, bewegt ein schw­eres Fahrzeug mit Ver­bren­nungsmo­tor.

Gle­ichzeit­ig drän­gen Voll­hy­bride ohne Steck­er in dieselbe Lücke. Volk­swa­gen etwa startete im August den Vorverkauf eines neuen Voll­hy­brids für Golf und T‑Roc. Solche Sys­teme funk­tion­ieren ohne Lade­in­fra­struk­tur.

Für Impor­teure ist diese Ver­schiebung heikel. Denn Plug-in-Hybride gal­ten lange als Brück­en­tech­nolo­gie zur Erfül­lung der CO2-Ziele.

Warum der Verbandstitel untertreibt

Ein Detail ver­di­ent jour­nal­is­tis­che Aufmerk­samkeit. auto-schweiz betitelt die Mel­dung mit «sta­bile Nach­frage nach E‑Autos». 

Ein Zuwachs von 48,7 Prozent inner­halb eines Monats ist mehr als sta­bil. Die Wort­wahl ist deshalb bemerkenswert zurück­hal­tend. Sie passt allerd­ings zur Kom­mu­nika­tion­slin­ie. Der Ver­band betont durchge­hend die anges­pan­nte Mark­t­lage. Das zurück­hal­tende Word­ing stützt also die poli­tis­chen Forderun­gen von auto-schweiz.

Zugle­ich ist bei Monatswerten Vor­sicht geboten. Ein einzel­ner Monat kann Nach­holef­fek­te, Model­lan­läufe oder Zulas­sungsak­tio­nen enthal­ten. Der kumulierte Wert von 24,8 Prozent ist der belast­barere Indika­tor.

Der Schweizer Markt bleibt hinter Europa zurück

Der inter­na­tionale Ver­gle­ich fällt ungün­stig aus. Der europäis­che Markt wuchs zur Jahresmitte um mehr als fünf Prozent. Die Schweiz kommt nach acht Monat­en auf 1,8 Prozent.

Eine grobe Hochrech­nung ergibt rund 237’000 Fahrzeuge für das Gesamt­jahr. Zum Ver­gle­ich: 2025 wur­den rund 232’600 Per­so­n­en­wa­gen neu zuge­lassen. Vor der Pan­demie lag der Markt bei über 300’000 Ein­heit­en.

Die Erhol­ung bleibt damit schwach. Für den Han­del bedeutet das anhal­tenden Druck auf Mar­gen und Aus­las­tung.

Die politische Agenda hinter der Meldung

Thomas Rück­er, Direk­tor von auto-schweiz, verbindet die Zahlen mit zwei Forderun­gen. Erstens ver­langt er eine Dereg­ulierung und Flex­i­bil­isierung der CO2-Vorschriften ana­log zu Europa. Zweit­ens warnt er vor neuen Abgaben auf Elek­tro­fahrzeuge.

Diese Posi­tion ist nachvol­lziehbar und zugle­ich inter­es­sen­geleit­et. auto-schweiz ver­tritt 41 Mit­glieder mit 63 Marken. Sie importieren über 90 Prozent der Neuwa­gen und bedi­enen mehr als 4000 Marken­vertreter.

Ver­fehlen Impor­teure die CO2-Ziel­w­erte, zahlen sie Sank­tio­nen. Diese fliessen in die Strassen­fi­nanzierung. Eine Flex­i­bil­isierung senkt also unmit­tel­bar die Kosten der Mit­glieder.

Die Gegen­po­si­tion lautet: Weichere Ziel­w­erte ver­langsamen die Elek­tri­fizierung. Umwelt- und Verkehrsver­bände argu­men­tieren entsprechend. Bei­de Seit­en führen dabei val­able Punk­te ins Feld.

Streit um die geplante Abgabe auf Elektrofahrzeuge

Der zweite Punkt bet­rifft eine laufende Vor­lage. Der Bun­desrat eröffnete im Sep­tem­ber 2025 die Vernehm­las­sung zu ein­er Abgabe auf Elek­tro­fahrzeuge.

Hin­ter­grund ist die Strassen­fi­nanzierung. Die Infra­struk­tur des Bun­des ist voll­ständig nutzer­fi­nanziert. Wichtig­ste Ein­nah­me­quelle ist die Min­er­alöl­s­teuer. Mit jedem Elek­tro­fahrzeug sinken diese Erträge.

Zur Diskus­sion ste­hen zwei Vari­anten. Die eine besteuert die in der Schweiz gefahre­nen Kilo­me­ter. Die andere besteuert den Lade­strom, im Vorschlag mit 22,8 Rap­pen pro Kilo­wattstunde. Die Ein­führung ist ab 2030 vorge­se­hen.

Der Weg ist lang. Es braucht eine Ver­fas­sungsän­derung und damit eine Volksab­stim­mung.

Die Posi­tio­nen liegen nicht so weit auseinan­der, wie es scheint. Der TCS anerken­nt den Beitrag aller Verkehrsteil­nehmenden, ver­langt aber Aufkom­men­sneu­tral­ität. Der VCS hält eine verur­sacherg­erechte Finanzierung für richtig, warnt jedoch vor ein­er zu hohen oder über­stürzten Belas­tung.

Umstrit­ten ist also weniger das Ob als das Wie und Wann.

Gesamtmarkt stagniert auf tiefem Niveau

Die Zahlen zeigen zwei Bewe­gun­gen gle­ichzeit­ig. Der Gesamt­markt stag­niert auf tiefem Niveau. Der Antrieb­smix ver­schiebt sich dage­gen schnell.

Für Impor­teure und Han­del ist das eine schwierige Kom­bi­na­tion. Sie müssen in Elek­tri­fizierung investieren, ohne über Vol­u­menwach­s­tum zu prof­i­tieren.

Für Kaufin­ter­essierte bleibt die Lage vor­erst gün­stig. Das Ange­bot wächst, der Wet­tbe­werb­s­druck ist hoch. Wer allerd­ings langfristig rech­net, sollte die Abgabe­diskus­sion im Blick behal­ten. Denn ein Fahrzeug, das heute gekauft wird, fährt oft noch 2030.

Wie viele Neuwa­gen wur­den im August 2026 zuge­lassen?

16’047 Per­so­n­en­wa­gen in der Schweiz und Liecht­en­stein. Das ist ein Minus von 0,6 Prozent.

Im August 30,2 Prozent. Seit Jahres­be­ginn liegt er bei 24,8 Prozent.

Reinelek­trische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride zusam­men. Sie erre­ichen kumuliert 37,2 Prozent.

Steck­er­fahrzeuge haben erst­mals die Hybride ohne Steck­er über­holt. Diese kom­men auf 36,7 Prozent.

Rück­läu­fig. Im August sanken sie um 4,3 Prozent, ihr Monat­san­teil lag bei 12,4 Prozent.

Kumuliert 20,6 Prozent Ben­zin und 5,5 Prozent Diesel. Im August war es noch jedes fün­fte Fahrzeug.

Schlechter. Europa wuchs zur Jahresmitte um über fünf Prozent, die Schweiz nach acht Monat­en um 1,8 Prozent.

Eine Dereg­ulierung und Flex­i­bil­isierung der CO2-Vorschriften sowie den Verzicht auf neue Abgaben für Elek­tro­fahrzeuge.

Der Bun­desrat schlägt zwei Vari­anten vor, eine auf der Fahrleis­tung und eine auf dem Lade­strom. Vorge­se­hen ist die Ein­führung ab 2030.

Nein. Sie erfordert eine Ver­fas­sungsän­derung und damit eine Volksab­stim­mung.

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