Im Frühjahr hat Audi den A2 e‑tron als Einstiegsmodell ins Elektroauto-Segment angekündigt. Jetzt wird klar: Der Audi A2 e‑tron erreicht 12,8 kWh pro 100 Kilometer im WLTP. Die hat Audi anfangs August bekannt gegeben, wie dem Newsroom zu entnehmen ist, den die AMAG-Gruppe betreibt. Sie gelten für die Leistungsstufe mit 140 kW und optionalem Effizienzpaket. Der Wert ist vorläufig. Damit wäre der A2 e‑tron laut Hersteller der effizienteste Audi überhaupt.
Verbrauchswert von 12,8 Kilowattstunden im WLTP
Der Wert liegt deutlich unter dem heutigen Marktdurchschnitt. Viele Kompaktstromer verbrauchen im WLTP zwischen 15 und 18 kWh. Ein Vorbehalt bleibt jedoch bestehen. Denn WLTP-Werte entstehen unter Normbedingungen.
Im Winter, bei Autobahntempo und mit Heizbetrieb steigt der Verbrauch spürbar. Zudem gilt der Wert nur für eine bestimmte Konfiguration. Grössere Räder oder andere Ausstattungen verschlechtern die Bilanz. Wer vergleicht, sollte deshalb immer dieselbe Variante heranziehen.
Aerodynamik als grösster Hebel
Audi nennt einen cw-Wert von 0,24. Das ist der Bestwert im eigenen Kompaktsegment. Ab rund 100 km/h entfällt mehr als die Hälfte des Energiebedarfs auf den Luftwiderstand. Folglich zahlt jede Verbesserung direkt auf die Reichweite ein.
Die Karosserie folgt dem Prinzip des Stromlinienkörpers. Dazu kommen Air Curtains, Gap Reducer und Gap Breather an den Radhäusern. Ein aktiver Kühllufteinlass bleibt im Normalbetrieb geschlossen. Er öffnet sich beim Laden, bei starker Beschleunigung und bei Hitze.
In Summe senken diese Massnahmen den WLTP-Verbrauch um bis zu 0,9 kWh pro 100 Kilometer. Das entspricht rund sieben Prozent. Aerodynamik ist damit der wirksamste Einzelhebel.
Antriebstechnik mit Siliziumkarbid und Dreieckschaltung
Der Antrieb ist eine permanenterregte Synchronmaschine. Audi nennt drei Verbesserungen.
Erstens ersetzt Siliziumkarbid die bisherige Siliziumtechnologie in der Leistungselektronik. Das senkt Schaltverluste besonders im Teillastbereich. Alternative Modulationsverfahren reduzieren sie nach Herstellerangaben um bis zu 33 Prozent.
Zweitens verwendet der Motor dünnere Lamellen von 0,2 statt 0,3 Millimetern. Das verringert die Eisenverluste. Zudem wechselt die Statorwicklung von Stern- auf Dreieckschaltung.
Drittens senkt ein neues Leichtlauföl die Reibung im Getriebe. Die lange Übersetzung von 10,2 zu 1 drückt zusätzlich das Drehzahlniveau bei hohem Tempo.
Batterietechnik und eine fragwürdige Formulierung
Die Batterie fasst 61 kWh und nutzt Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Sie ist in Cell-to-Pack-Bauweise direkt ins Gehäuse geklebt. LFP-Zellen altern langsamer und gelten als thermisch robust. Deshalb lässt sich die Batterie regelmässig auf 100 Prozent laden.
Audi schreibt, die LFP-Batterie komme ohne seltene Erden aus. Diese Aussage ist technisch schief. Denn Lithium, Eisen und Phosphat zählen ohnehin nicht zu den seltenen Erden. Seltene Erden stecken typischerweise in den Permanentmagneten des Motors. Genau eine solche Maschine verbaut Audi hier. Die Formulierung suggeriert damit mehr, als sie zu halten vermag.
Interessanter ist aber ohnehin die Ladeeffizienz. An der Wallbox erreicht das System 89,6 Prozent. Rund zehn Prozent der bezogenen Energie gehen also verloren. Diese Ladeverluste erscheinen in keiner WLTP-Angabe. Für die Stromrechnung sind sie trotzdem relevant.
Bidirektionales Laden und die Netzfrage
Der A2 e‑tron unterstützt Vehicle-to-Load und Vehicle-to-Home. Damit lassen sich Geräte versorgen oder das Haus zeitweise speisen. Voraussetzung ist eine von Audi empfohlene Ladebox.
In der Schweiz kommt eine weitere Hürde dazu. Rückspeisung ins Hausnetz berührt den Netzanschluss. Netzbetreiber verlangen dafür Anmeldung und normkonforme Installationen. Wer bidirektional laden will, sollte den Verteilnetzbetreiber deshalb früh einbeziehen.
Bezug zum historischen Audi A2
Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, verweist auf den ursprünglichen A2. Dieser lief von 1999 bis 2005 und nutzte eine Aluminiumkarosserie. Die Version 3L TDI verbrauchte rund drei Liter auf 100 Kilometer.
Kommerziell blieb der A2 damals hinter den Erwartungen. Der Aluminiumbau war teuer, der Preis hoch. Heute gilt das Modell als Klassiker. Ob die Neuauflage den Markterfolg besser trifft, hängt vor allem am Preis.
Was die Mitteilung offenlässt
Zentrale Angaben fehlen. Audi nennt weder Preis noch Markteinführung. Auch die WLTP-Reichweite bleibt unerwähnt.
Rechnerisch ergäben 61 kWh bei 12,8 kWh Verbrauch rund 475 Kilometer. Ob sich die Kapazität auf brutto oder netto bezieht, sagt die Mitteilung allerdings nicht. Der reale Wert dürfte deshalb tiefer liegen. Ebenso fehlen Angaben zur Ladeleistung am Schnelllader. Gerade bei LFP-Zellen ist die Ladekurve ein entscheidendes Kriterium.
Einordnung für den Schweizer Markt
Für Importeure zählt Effizienz doppelt. Denn die CO2-Zielwerte gelten für die gesamte Neuwagenflotte. Wer sie verfehlt, zahlt Sanktionen. Branchenangaben zufolge lagen diese für 2025 im dreistelligen Millionenbereich.
Effiziente Elektromodelle senken den Flottenwert. Zugleich verbessern sie die Einstufung auf der Schweizer Energieetikette. Diese wird auf Basis von WLTP-Werten berechnet und ist im Verkauf auszuweisen.
Für Käuferinnen und Käufer zählt jedoch die Alltagsrechnung. Ein tiefer Verbrauch senkt die Betriebskosten spürbar. Über die Gesamtkosten entscheiden aber Kaufpreis, Restwert und Versicherung. Diese Zahlen liegen noch nicht vor.
Wie viel verbraucht der Audi A2 e‑tron?
Vorläufig 12,8 kWh pro 100 Kilometer nach WLTP. Der Wert gilt für die 140-kW-Variante mit Effizienzpaket.
Wie gut ist der Luftwiderstandsbeiwert?
Der cw-Wert liegt bei 0,24. Das ist laut Audi der Bestwert im eigenen Kompaktsegment.
Wie viel bringt die Aerodynamik konkret?
Bis zu 0,9 kWh pro 100 Kilometer im WLTP. Das entspricht rund sieben Prozent des Verbrauchs.
Welche Batterie kommt zum Einsatz?
Eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 61 kWh in Cell-to-Pack-Bauweise. Sie altert langsamer und lässt sich regelmässig voll laden.
Wie hoch ist die Reichweite?
Audi nennt keine Reichweite. Rechnerisch ergäben sich rund 475 Kilometer, sofern die 61 kWh nutzbar sind.
Was bedeutet eine Ladeeffizienz von 89,6 Prozent?
Rund zehn Prozent der an der Wallbox bezogenen Energie gehen verloren. Diese Verluste sind im WLTP-Wert nicht enthalten.
Was ist bidirektionales Laden?
Das Fahrzeug gibt Strom ab. Vehicle-to-Load versorgt Geräte, Vehicle-to-Home speist das Haus.
Was ist beim bidirektionalen Laden in der Schweiz zu beachten?
Eine Rückspeisung berührt den Netzanschluss. Der Verteilnetzbetreiber verlangt Anmeldung und normkonforme Installation.
Wann kommt der A2 e‑tron und was kostet er?
Audi macht dazu keine Angaben. Weder Preis noch Markteinführung sind kommuniziert.
Wie verhält sich das Modell zum historischen A2?
Der originale A2 lief von 1999 bis 2005 und setzte auf Aluminium. Die Version 3L TDI verbrauchte rund drei Liter auf 100 Kilometer.