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Audi A2 e‑tron erreicht 12,8 kWh pro 100 Kilometer

Audi nennt erste Effizienzwerte für den künftigen A2 e-tron. Die Variante mit 140 kW und Effizienzpaket verbraucht vorläufig 12,8 kWh pro 100 Kilometer. Der cw-Wert liegt bei 0,24. Die Batterie nutzt Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Preise und Markteinführung bleiben offen.
Audi nennt erste Effizienzwerte für den künftigen A2 e-tron. Audi announces the first efficiency figures for the upcoming A2 e-tron. Audi dévoile les premiers chiffres de consommation de la future A2 e-tron.
© AMAG Group
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Der künftige Audi A2 e-tron mit 140 kW und Effizienzpaket verbraucht vorläufig 12,8 kWh pro 100 Kilometer nach WLTP, bei einem cw-Wert von 0,24.
• Die Effizienz stammt aus Aerodynamik, Siliziumkarbid-Leistungselektronik, dünneren Motorlamellen, Dreieckschaltung und einer 61-kWh-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen.
• Preis, Markteinführung, Reichweite und Schnellladeleistung nennt Audi nicht; die Aussage zu seltenen Erden ist zudem technisch ungenau.

Im Früh­jahr hat Audi den A2 e‑tron als Ein­stiegsmod­ell ins Elek­troau­to-Seg­ment angekündigt.  Jet­zt wird klar: Der Audi A2 e‑tron erre­icht 12,8 kWh pro 100 Kilo­me­ter im WLTP. Die hat Audi anfangs August bekan­nt gegeben, wie dem News­room zu ent­nehmen ist, den die AMAG-Gruppe betreibt. Sie gel­ten für die Leis­tungsstufe mit 140 kW und optionalem Effizien­z­paket. Der Wert ist vor­läu­fig. Damit wäre der A2 e‑tron laut Her­steller der effizien­teste Audi über­haupt.

Verbrauchswert von 12,8 Kilowattstunden im WLTP

Der Wert liegt deut­lich unter dem heuti­gen Mark­t­durch­schnitt. Viele Kom­pak­t­stromer ver­brauchen im WLTP zwis­chen 15 und 18 kWh. Ein Vor­be­halt bleibt jedoch beste­hen. Denn WLTP-Werte entste­hen unter Normbe­din­gun­gen.

Im Win­ter, bei Auto­bah­n­tem­po und mit Heiz­be­trieb steigt der Ver­brauch spür­bar. Zudem gilt der Wert nur für eine bes­timmte Kon­fig­u­ra­tion. Grössere Räder oder andere Ausstat­tun­gen ver­schlechtern die Bilanz. Wer ver­gle­icht, sollte deshalb immer dieselbe Vari­ante her­anziehen.

Aerodynamik als grösster Hebel

Audi nen­nt einen cw-Wert von 0,24. Das ist der Best­wert im eige­nen Kom­pak­t­seg­ment. Ab rund 100 km/h ent­fällt mehr als die Hälfte des Energiebe­darfs auf den Luftwider­stand. Fol­glich zahlt jede Verbesserung direkt auf die Reich­weite ein.

Die Karosserie fol­gt dem Prinzip des Strom­lin­ienkör­pers. Dazu kom­men Air Cur­tains, Gap Reduc­er und Gap Breather an den Rad­häusern. Ein aktiv­er Küh­lluftein­lass bleibt im Nor­mal­be­trieb geschlossen. Er öffnet sich beim Laden, bei stark­er Beschle­u­ni­gung und bei Hitze.

In Summe senken diese Mass­nah­men den WLTP-Ver­brauch um bis zu 0,9 kWh pro 100 Kilo­me­ter. Das entspricht rund sieben Prozent. Aero­dy­namik ist damit der wirk­sam­ste Einzel­hebel.

Antriebstechnik mit Siliziumkarbid und Dreieckschaltung

Der Antrieb ist eine per­ma­nen­ter­regte Syn­chron­mas­chine. Audi nen­nt drei Verbesserun­gen.

Erstens erset­zt Siliz­iumkar­bid die bish­erige Siliz­iumtech­nolo­gie in der Leis­tungse­lek­tron­ik. Das senkt Schaltver­luste beson­ders im Teil­last­bere­ich. Alter­na­tive Mod­u­la­tionsver­fahren reduzieren sie nach Her­stellerangaben um bis zu 33 Prozent.

Zweit­ens ver­wen­det der Motor dün­nere Lamellen von 0,2 statt 0,3 Mil­lime­tern. Das ver­ringert die Eisen­ver­luste. Zudem wech­selt die Sta­tor­wick­lung von Stern- auf Dreieckschal­tung.

Drit­tens senkt ein neues Leicht­lauföl die Rei­bung im Getriebe. Die lange Über­set­zung von 10,2 zu 1 drückt zusät­zlich das Drehzahlniveau bei hohem Tem­po.

Batterietechnik und eine fragwürdige Formulierung

Die Bat­terie fasst 61 kWh und nutzt Lithi­um-Eisen­phos­phat-Zellen. Sie ist in Cell-to-Pack-Bauweise direkt ins Gehäuse gek­lebt. LFP-Zellen altern langsamer und gel­ten als ther­misch robust. Deshalb lässt sich die Bat­terie regelmäs­sig auf 100 Prozent laden.

Audi schreibt, die LFP-Bat­terie komme ohne sel­tene Erden aus. Diese Aus­sage ist tech­nisch schief. Denn Lithi­um, Eisen und Phos­phat zählen ohne­hin nicht zu den sel­te­nen Erden. Sel­tene Erden steck­en typ­is­cher­weise in den Per­ma­nent­mag­neten des Motors. Genau eine solche Mas­chine ver­baut Audi hier. Die For­mulierung sug­geriert damit mehr, als sie zu hal­ten ver­mag.

Inter­es­san­ter ist aber ohne­hin die Lade­ef­fizienz. An der Wall­box erre­icht das Sys­tem 89,6 Prozent. Rund zehn Prozent der bezo­ge­nen Energie gehen also ver­loren. Diese Lade­v­er­luste erscheinen in kein­er WLTP-Angabe. Für die Strom­rech­nung sind sie trotz­dem rel­e­vant.

Bidirektionales Laden und die Netzfrage

Der A2 e‑tron unter­stützt Vehi­cle-to-Load und Vehi­cle-to-Home. Damit lassen sich Geräte ver­sor­gen oder das Haus zeitweise speisen. Voraus­set­zung ist eine von Audi emp­foh­lene Lade­box.

In der Schweiz kommt eine weit­ere Hürde dazu. Rück­speisung ins Haus­netz berührt den Net­zan­schluss. Net­z­be­treiber ver­lan­gen dafür Anmel­dung und normkon­forme Instal­la­tio­nen. Wer bidi­rek­tion­al laden will, sollte den Verteil­net­z­be­treiber deshalb früh ein­beziehen.

Bezug zum historischen Audi A2

Ger­not Döll­ner, Vor­standsvor­sitzen­der der Audi AG, ver­weist auf den ursprünglichen A2. Dieser lief von 1999 bis 2005 und nutzte eine Alu­mini­umkarosserie. Die Ver­sion 3L TDI ver­brauchte rund drei Liter auf 100 Kilo­me­ter.

Kom­merziell blieb der A2 damals hin­ter den Erwartun­gen. Der Alu­mini­um­bau war teuer, der Preis hoch. Heute gilt das Mod­ell als Klas­sik­er. Ob die Neuau­flage den Mark­ter­folg bess­er trifft, hängt vor allem am Preis.

Was die Mitteilung offenlässt

Zen­trale Angaben fehlen. Audi nen­nt wed­er Preis noch Mark­te­in­führung. Auch die WLTP-Reich­weite bleibt uner­wäh­nt.

Rech­ner­isch ergäben 61 kWh bei 12,8 kWh Ver­brauch rund 475 Kilo­me­ter. Ob sich die Kapaz­ität auf brut­to oder net­to bezieht, sagt die Mit­teilung allerd­ings nicht. Der reale Wert dürfte deshalb tiefer liegen. Eben­so fehlen Angaben zur Ladeleis­tung am Schnel­l­lad­er. Ger­ade bei LFP-Zellen ist die Ladekurve ein entschei­den­des Kri­teri­um.

Einordnung für den Schweizer Markt

Für Impor­teure zählt Effizienz dop­pelt. Denn die CO2-Ziel­w­erte gel­ten für die gesamte Neuwa­gen­flotte. Wer sie ver­fehlt, zahlt Sank­tio­nen. Branchenangaben zufolge lagen diese für 2025 im dreis­tel­li­gen Mil­lio­nen­bere­ich.

Effiziente Elek­tro­mod­elle senken den Flot­ten­wert. Zugle­ich verbessern sie die Ein­stu­fung auf der Schweiz­er Energieetikette. Diese wird auf Basis von WLTP-Werten berech­net und ist im Verkauf auszuweisen.

Für Käuferin­nen und Käufer zählt jedoch die All­t­agsrech­nung. Ein tiefer Ver­brauch senkt die Betrieb­skosten spür­bar. Über die Gesamtkosten entschei­den aber Kauf­preis, Rest­wert und Ver­sicherung. Diese Zahlen liegen noch nicht vor.

Wie viel ver­braucht der Audi A2 e‑tron?

Vor­läu­fig 12,8 kWh pro 100 Kilo­me­ter nach WLTP. Der Wert gilt für die 140-kW-Vari­ante mit Effizien­z­paket.

Der cw-Wert liegt bei 0,24. Das ist laut Audi der Best­wert im eige­nen Kom­pak­t­seg­ment.

Bis zu 0,9 kWh pro 100 Kilo­me­ter im WLTP. Das entspricht rund sieben Prozent des Ver­brauchs.

Eine Lithi­um-Eisen­phos­phat-Bat­terie mit 61 kWh in Cell-to-Pack-Bauweise. Sie altert langsamer und lässt sich regelmäs­sig voll laden.

Audi nen­nt keine Reich­weite. Rech­ner­isch ergäben sich rund 475 Kilo­me­ter, sofern die 61 kWh nutzbar sind.

 

Rund zehn Prozent der an der Wall­box bezo­ge­nen Energie gehen ver­loren. Diese Ver­luste sind im WLTP-Wert nicht enthal­ten.

Das Fahrzeug gibt Strom ab. Vehi­cle-to-Load ver­sorgt Geräte, Vehi­cle-to-Home speist das Haus.

Eine Rück­speisung berührt den Net­zan­schluss. Der Verteil­net­z­be­treiber ver­langt Anmel­dung und normkon­forme Instal­la­tion.

Audi macht dazu keine Angaben. Wed­er Preis noch Mark­te­in­führung sind kom­mu­niziert.

Der orig­i­nale A2 lief von 1999 bis 2005 und set­zte auf Alu­mini­um. Die Ver­sion 3L TDI ver­brauchte rund drei Liter auf 100 Kilo­me­ter.

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