Die Nationalstrassen sind das Rückgrat der Schweizer Mobilität – und sie stehen kurz vor dem Kollaps. Trotz nur minimalem Mehrverkehr explodieren die Staustunden. Schon kleinste Störungen reichen aus, um alles lahmzulegen. Das zeigt: Die Infrastruktur ist bis auf die letzte Reserve ausgelastet – und zwar tagtäglich. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, steht nicht nur der Verkehr, sondern irgendwann auch der wirtschaftliche Pulsschlag des Landes.
Verkehrsprobleme werden grösser in der Schweiz
Das Problem ist nicht neu – aber es wird grösser. Der Verkehr wächst weiter, insbesondere rund um Städte, an Knotenpunkten und auf Pendlerachsen. Und während punktuelle Verbesserungen wie die dritte Röhre am Gubrist Wirkung zeigen, fehlt der grosse Wurf. Wo bleibt der Mut für eine echte, koordinierte Mobilitätsstrategie?
Wir brauchen:
- Eine schnellere Umsetzung von Verkehrsprojekten. Die Bewilligungsverfahren müssen dringend überdacht werden.
- Einen konsequenten Kapazitätsausbau dort, wo Engpässe chronisch sind (auch oder gerade auf der Strasse!).
- Und eine nationale Strategie, die Strasse, Schiene und digitale Lösungen tatsächlich miteinander denkt – statt gegeneinander.
Bundesrat Albert Rösti hat das Problem erkannt. Mit dem Projekt Verkehr ’45 werden die Grundlagen für eine koordinierte Gesamtplanung gelegt. Das reicht allerdings kaum aus. Bei der Strasse besteht rasch Handlungsbedarf. Denn eines ist klar: Die Schweiz bleibt ein Mobilitätsland. Aber wenn wir so weitermachen, fahren wir mit Ansage in einen Dauerstau. Es ist höchste Zeit, nicht nur auf die Bremse zu treten, sondern endlich eine neue Route zu planen – mit klarem Ziel, ausreichender Spurzahl und Weitblick.
PS: Früher hiess der jetzt veröffentlichte Bericht des Bundesamtes für Strassen ASTRA übrigens «Staubericht», heute «Verkehrsflussbericht». Eindrücklicher könnte man ein Problem wohl kaum schönreden. Es ist Zeit aufzuwachen.