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Der Zusammenhang von Verkehrsverhalten und Verkehrsfluss

Was bringen mehr Spuren, wenn die Leute nicht spuren?

Mehr Fahrspuren lösen Verkehrsprobleme nicht automatisch. Entscheidend sind Verkehrsfluss, richtiges Spurverhalten und gegenseitige Rücksichtnahme. Wer Einfädeln, Reissverschluss und Spurwechsel nicht beherrscht, verursacht unnötige Staus und erhöht damit in umweltschädigender Weise den Treibstoffverbrauch.
KI-generiert / eka
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Mehr Fahrspuren allein lösen Verkehrsprobleme nicht, denn auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beeinflusst den Verkehrsfluss.
• Reissverschlussprinzip und richtiges Einfädeln können unnötige Bremsmanöver und Rückstaus deutlich reduzieren.
• Eine sinnvolle Nutzung aller Fahrspuren sowie ausreichend Abstand fördern einen gleichmässigeren und sichereren Verkehrsfluss.

Damit Sie den Anschluss nicht verpassen.

«Mehr Strassen ziehen mehr Verkehr an.» Ein vorgeschobenes Argu­ment, wenn es Strassen­verkehrs­geg­n­ern darum geht, den weit­eren Aus­bau des Strassen­net­zes an die gewach­se­nen Bedürfnisse anzu­passen. Nicht ins Denkschema dieser Gesin­nungsknechte passt die Erken­nt­nis, dass eine stetig wach­sende Bevölkerung logis­cher­weise mehr Verkehr zur Folge hat. Doch wer häu­fig auf den Strassen unter­wegs ist, fragt sich ohne­hin ern­sthaft, was der Aus­bau des Strassen­net­zes wirk­lich bringt, wenn die Leute eh nicht spuren.

Zeichen einer unhaltbaren und verlogenen Doppelmoral

Die Schweiz hat einen sehr hohen Motorisierungs­grad, dass heisst Anzahl Autos pro 1000 Ein­wohn­er. Aktuell ste­ht die Schweiz bei 535 Autos/1000 Ein­wohn­er. Wenn man jet­zt noch die unter 18-jähri­gen abziehen würde, ergäbe sich ein schreck­lich­es Bild, das ins­beson­dere all die grü­nen Bewusst­sein­säusserun­gen der scham­losen Lüge über­führt. Es kommt ein weit­er­er Aspekt hinzu: Zwar weist die Schweiz in Europa nicht den höch­sten Motorisierungs­grad in Zahlen aus. Wenn man jet­zt aber über­legt, dass in der kleinen und dicht besiedel­ten Schweiz eher kurze Dis­tanzen bewältigt wer­den müssen und der öffentliche Verkehr bestens aus­ge­baut ist, ver­schärft sich der Ein­druck ein­er unseli­gen Dop­pel­moral. In Län­dern wie etwa Skan­di­navien ist alles weit­flächiger. Schnell mal wohnt man so abgele­gen, dass die täglichen Bedürfnisse ohne die stras­sen­ge­bun­dene Mobil­ität gar nicht zeit­gerecht zu bewälti­gen wären. Insofern wiegt der Motorisierungs­grad in der Schweiz weitaus schw­er­er, weil ele­mentare Gründe weg­fall­en.

Knopf statt Reissverschluss

Die Staus­tun­den wer­den von Jahr zu Jahr mehr. Umwelt­poli­tisch ist dies im Prinzip ein Hor­rorszenario, denn schle­ichen­der respek­tive Stopp-and-Go-Verkehr treibt die Treib­stof­fver­bräuche mass­los in die Höhe. Wer’s nicht glaubt, möge bei entsprechen­den Fahrsi­t­u­a­tio­nen mal seinen Bor­d­com­put­er kon­sul­tieren! Viele der Verkehrsstill­stände auf der Strasse sind ander­er­seits auf das Unver­mö­gen der Verkehrsteil­nehmer zurück­zuführen, näm­lich, sich in gemein­schaftlich förder­liche Abläufe einzubrin­gen. Beispiele:

  • Immer wieder zu beobacht­en, dass bei Stauaufkom­men der Verkehr auf der recht­en Spur schneller vorankommt, als jen­er auf der soge­nan­nten Über­hol­spur. Die Über­hol­spur wird zum Pan­nen­streifen, wobei die Defek­te nicht auf tech­nis­che Ursachen zurück­zuführen sind als vielmehr auf ein beden­klich begren­ztes Denkver­mö­gen der Fahrzeu­glenkerIn­nen.
  • Oft­mals kommt es zu ein­er Staubil­dung, ohne dass ein ersichtlich­er Grund vor­liegt (Unfall, Baustelle, Gaffer­ef­fekt). Im heuti­gen dicht­en Verkehrs­geschehen reicht ein Schle­ich­er aus, um einen Still­stand zu provozieren. Man spricht in solchen Fällen vom Handörgeli­ef­fekt. Die Verur­sacherIn­nen solch­er Staus indes zeigen sich davon unbeein­druckt, ja gar igno­rant. Sie scheinen den Rück­spiegel einzig zu kos­metis­chen Zweck­en zu benutzen und anson­sten abso­lut blind zu sein…
  • Viele Ein- und Aus­fahrten bei Auto­bah­nen sind ver­längert wor­den. Gle­ich­wohl kommt es im Stossverkehr, und ger­ade auch bei Ein­fahrten zu jed­er Tageszeit, zu Still­stän­den. Weshalb, so fragt man sich? Die Antwort ist so nahe­liegend, dass sie eigentlich einem jeden ohne weit­eres ein­leucht­en müsste, sofern er/sie noch über min­destens zwei intak­te Hirnzellen ver­fügt: Statt dass, wer auf die Auto­bahn auf­fährt, das Tem­po des Verkehrs auf der recht­en Spur annimmt und sich dann ein­rei­ht, wird geza­ud­ert, gebremst und dann am Ende der Ein­spurstrecke, oder sog­ar schon vorher, brüsk nach links eingeschwenkt. Dies bei einem Tem­po, dass alle anderen Verkehrsteil­nehmer entwed­er zu gewagten Auswe­ich­manövern auf die Über­hol­spur zwingt oder aber zum Abbrem­sen nötigt. Auch hier kommt dann wieder der Handörgeli­ef­fekt zum Zug. Wo hier das berühmte Prinzip des Reissver­schlusses Abhil­fe schaf­fen kön­nte, steckt bei vie­len Leuten der Knopf im Kopf. Ander­er­seits set­zt das Prinzip des Reissver­schlusses eben­falls voraus, dass die Verkehrsteil­nehmer auf der recht­en Spur Lück­en schaf­fen, die es jenen, die auf die Auto­bahn auf­fahren wollen, ermöglichen, sich in den fliessenden Verkehr einzurei­hen. Diese wiederum müssten diese Chan­cen dann aber auch wahrnehmen. Doch auch bei diesem Gedanken­gang klemmt es wieder bei allzu vie­len Auto­mo­bilis­ten. Als son­der­bares Phänomen empfinde ich in solchen Verkehrssi­t­u­a­tio­nen die Tat­sache, dass der Stau auf der Über­hol­spur meist inten­siv­er ist als auf der Nor­mal­spur, obwohl von Seit­en der Verkehrsteil­nehmer keine Spur­wech­sel wahrzunehmen sind.
  • Gle­ich­es, wie bei Auto­bah­ne­in­fahrten, gilt bei einem Spurab­bau. Der absolute Klas­sik­er ist die Strecke in Wan­gen an der Aare in Fahrtrich­tung Zürich. Dort, wo in der kurzen Stei­gung drei Spuren auf der Anhöhe zu zwei Spuren zusam­menge­führt wer­den, kommt es immer wieder zur Staubil­dung – ungeachtet des Verkehrsaufkom­mens und der Tageszeit. Warum? Statt sich rechtzeit­ig auf zwei Spuren zu verteilen, gibt es immer wieder solche Hir­nis die glauben, schneller als der Rest der Welt sein zu müssen. Sie drän­gen sich links vor bis zur Aufhe­bung der Spur und wür­gen sich dann rechts rein. Dort wiederum ärg­ern sich viele Auto­mo­bilis­ten über die Drän­gler und fahren Stossstange an Stossstange, damit ja kein­er ein­fädeln kann. Der Still­stand ist Pro­gramm! Das gle­iche Spiel ist vor Baustellen zu beobacht­en. Dass soge­nan­nte Verkehr­sex­perten zur Aus­reizung der linken Fahrspur aufrufen, macht die Sache nicht bess­er, schürt aber die Zweifel am Sachver­stand dieser «Fach­leute». Auch hier wäre der Reissver­schluss wohl die bessere Wahl, denn: Lieber rechtzeit­ig das Tem­po ver­min­dern um Platz für andere Verkehrsteil­nehmer zu schaf­fen, als let­ztlich stil­lzuste­hen.

Die Verengung im Denkvermögen

Die Forderung nach mehr Fahrspuren ist angesichts des wach­senden Verkehrsaufkom­mens nur logisch, auch wenn jene, die für unbe­gren­zte Zuwan­derung sind sich gle­ichzeit­ig denn daraus erwach­se­nen Anpas­sun­gen der Strass­en­in­fra­struk­tur behar­rlich ver­weigern. Gle­ich­wohl stelle ich mir die Frage, was mehr Fahrspuren brin­gen, wenn die Verkehrsteil­nehmerIn­nen eh nicht spuren? Dort wo in ein­er Fahrtrich­tung drei Fahrspuren zur Ver­fü­gung ste­hen ist immer wieder zu beobacht­en, dass die rechte Spur auf weite Sicht unbe­nutzt bleibt. Nein, lieber schle­icht man auf der mit­tleren Spur dahin und zwingt alle anderen zum Über­holen über zwei Spuren. Die Aufhe­bung des Recht­süber­holver­bots ist im Inter­esse des Verkehrs­flusses mehr als nur über­fäl­lig. Denn, obwohl es heute in vie­len The­men­bere­ichen usus ist, dass sich die Mehrheit am Unver­mö­gen und der Beschränk­theit von Min­der­heit­en aus­richt­en muss und, bei Mis­sach­tung dieser Rechtsver­drehung noch drastis­che Bussen zu befürcht­en hat, kann und darf das doch nicht die neue Gesellschaft­snorm sein.

Fazit

Bei alle­dem fragt man sich am Schluss allen Ern­stes, was die bei uns vorgeschriebene Schulpflicht bringt, wenn am Schluss en masse Leute daraus her­vorge­hen, die ein­fach­ste Zusam­men­hänge und math­e­ma­tis­che Formeln nicht erken­nen oder leug­nen.

In solchen Momenten erin­nere ich mich an die Fest­stel­lung meines Vaters. Er behauptete immer, dass sich am Ver­hal­ten im Strassen­verkehr der Zus­tand ein­er Gesellschaft ableit­en lasse. Recht hat­te er! Inkon­se­quenz, auf kos­metis­che Schön­schwätzerei beschränk­te Bewusst­seinäusserun­gen und Ego­manie ver­miesen das gemein­schaftliche Zusam­men­wirken. 

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Kommentare:

2 Responses

  1. Der Men­sch hat Linksdrall.….Menschen haben beim ungeziel­ten Umherge­hen oder Herum­drehen eine natür­liche Ten­denz, sich gegen den Uhrzeigersinn (also nach links) zu bewe­gen. Siehe auch die Mehrheit eines Einkaus­ladenkonzeptes… Gehwege = linksherum!!

  2. Viele Neu­lenker, aber auch Ältere mei­den stetige Spur­wech­sel.….. Angst. Wenn sie aber die angebene Geschwindigkeit fahren wollen, gehen sie nach links und bleiben stur dort.… auch wenn jemand schneller fahren will. Wir haben aber RECHTSVERKEHR d.h. für schnellere Aut­o­fahrer muss die Ueberholspur(en) freigegeben wer­den.… Die notorischen Links­fahrer sind die, die provozieren und soll­ten endlich gebüsst werde! Eben­falls diejeni­gen die das Reissver­schlusssys­tem “ver­hin­dern”!

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