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Elektromobilität

Warum e‑Autos nicht so recht in die Gänge kommen

Die Politik, und mit ihr die Automobilbranche beklagen den Umstand, dass die e-Mobilität nicht die Absatzzahlen erreicht, welche ursprünglich angedacht waren. Die Skepsis gegenüber dieser nahezu zwangsdiktierten Antriebsform konnte bei den Endkäufern nicht vollends ausgeräumt werden. Das hat aber weit tiefere Gründe, als jene, die immer als Ursächlichkeiten vorgeschoben werden.
KI-generiert / eka
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Nicht nur hohe Preise und unsichere Reichweiten bremsen Kaufentscheide.
• Ladeinfrastruktur und Wertverlust sorgen für Alltagssorgen.
• Politischer Druck verstärkt Skepsis statt Vertrauen.

Zu hohe Fahrzeug­preise, zu geringe Kau­fan­reize durch den Staat, man­gel­nde Reich­weit­en, lange Ladezeit­en, lück­en­hafte Lade­in­fra­struk­tur – diese Gründe wer­den ins Feld geführt, wenn es darum geht, das schlep­pende Vor­wärt­skom­men der e‑Mobilität zu begrün­den. Wer sich allerd­ings im Markt umhört, ins­beson­dere bei den End­kon­sumenten, wird schnell mal fest­stellen, dass die Gründe für die Zweifel weit tiefer greifen. Doch zunächst mal zu den gängi­gen Argu­menten.

Zu hohe Fahrzeugpreise

Es ist in der Tat nicht zu leug­nen, dass zu Beginn der e‑Mobilität das Ange­bot recht beschränkt war, und was der Markt feil­bot, preis­lich mas­siv über­höht war. Fahrzeug­preise in dieser Dimen­sion passen nun mal nicht in jedes Haushalts­bud­get. Daran änderten nicht mal die Sub­ven­tio­nen viel, welche in einzel­nen Staat­en an die Käufer aus­gerichtet wur­den. Dort, wo die finanziellen Anreize hoch aus­fie­len, Beispiel Nor­we­gen, stiegen die Zulas­sungszahlen von e‑Fahrzeugen indes rapi­de an. Doch wie immer bei staatlichen Zuschüssen stellt sich die Frage: Wie wer­den diese Aus­gaben kom­pen­siert, wer bezahlt am Schluss die Zeche? Nun, um beim Beispiel Nor­we­gen zu bleiben, drängt sich der Ver­dacht vor: Hier lassen sich die finanziellen Löch­er im Prinzip durch die Erdöl­ex­porte stopfen. Irgend­wie zynisch und ein schmieriger Per­silschein!

In weniger «grosszügi­gen» Län­dern zeigt es sich inzwis­chen, dass die Vorteile beim Kauf eines e‑Fahrzeuges zurück­ge­fahren wer­den. Die Ein­nah­meaus­fälle für die Strassenkasse fall­en mit wach­sender e‑Mobilität zu gross aus, als dass man sie noch verkraften kön­nte. Die Strass­en­in­fra­struk­tur muss auch für e‑Fahrzeuge intakt bleiben und den wach­senden Anforderun­gen angesichts immer höher­er Verkehrsaufkom­men genü­gen.

Immer­hin, um zu den Fahrzeug­preisen zurück­zukom­men: Das Model­lange­bot an e‑Fahrzeugen ist gewaltig gewach­sen, und mit­tler­weile find­et man auch erschwingliche Autos in diesem Bere­ich. Das dürfte in wesentlichen Teilen auf die chi­ne­sis­chen Fahrzeugher­steller zurück­zuführen sein, die trotz von der EU ver­hängten Ein­fuhrzöllen in teils schwindel­nden Höhen das Preis­ge­füge in Bewe­gung ger­at­en liessen.

Beschränkte Reichweiten

Ein weit­er­er Punkt, der zweifels­frei Arg­wohn erregt, sind die Reich­weit­en von e‑Autos. Zwar hat sich in dieser Hin­sicht viel getan. Grössere Bat­te­rien, verbesserte Tech­nolo­gien haben den Aktion­sra­dius der e‑Fahrzeuge sukzes­sive erweit­ert. Das wiederum schlägt sich im Fahrzeug­preis nieder. Gle­ich­wohl: wenn heute auf dem Papi­er Reich­weit­en ver­sprochen wer­den, die mit bis zu 800 Kilo­me­ter Fahrbere­itschaft pro Tank­fül­lung an Ben­zin- und Die­selfahrzeuge her­an­re­ichen, so bleibt doch der berechtigte Zweifel, ob dies im All­t­ag auch zutr­e­f­fen mag. Bekan­nter­weise sind Ein­flussfak­toren wie Fahrstil, Topogra­phie, Beladungszu­s­tand, Aussen­tem­per­a­turen, Strom­fress­er wie Kli­maan­lage, Radio und Assis­ten­zen entschei­dend, welche Dis­tanzen eine Strom­ladung zulässt. In vie­len Fahrzeugtests sind jeden­falls ganz andere Werte zu verge­gen­wär­ti­gen als dies die Her­steller ver­sprechen. Ein hochak­tueller Test mit mehreren e‑Autos, durchge­führt von ein­er grossen deutschen Auto­mo­bilzeitschrift, befasste sich gezielt mit den Auswirkun­gen frostiger Tem­per­a­turen auf die Bat­terieleis­tung und Reich­weite. Die Ergeb­nisse sind ernüchternd! Tat­sachen, die nicht unbe­d­ingt ermuti­gend sind und das Ver­trauen erschüt­tern.

Lückenhafte und teure Ladeinfrastruktur

Ein weit­er­er Aspekt gilt natür­lich der Lade­in­fra­struk­tur. Gibt es aus­re­ichend Betankungsmöglichkeit­en, wenn ich durch die Lande fahre? Auch hier hat sich natür­lich einiges getan. Immer mehr «Strom-Zapf­säulen» wer­den in Betrieb genom­men. Angesichts der gegen­wär­ti­gen Bestände an imma­trikulierten e‑Autos mag man mit diesem Ver­sorgungsnetz einiger­massen durchkom­men. Was aber, wenn die Zulas­sungszahlen von e‑Autos hochschnellen?

Es ist leicht auszurech­nen, welchen Zeitaufwand das Betanken eines Ver­bren­ners in Anspruch nimmt, selb­st wenn alle Zapf­säulen zum Zeit­punkt, wo man zur Tankstelle fährt, beset­zt sind. Die lan­gen Ladezeit­en dage­gen, um wenig­stens auf 80 Prozent der Bat­terieleis­tung hochzukom­men, erfordern weitaus gedehn­tere Zeit­fen­ster. Und wer warten muss, bis ein Steck­er frei wird, darf dann noch seine Ladezeit hinzurech­nen. Langstreck­en­tests durch Auto­jour­nal­is­ten erzählen da von zeit- und ner­ven­rauben­den Reisen. Im Kurzstreck­en­verkehr freilich entschärft sich dieses Prob­lem ras­ant.

Ein weit­er­er Punkt sind natür­lich Lade­in­fra­struk­turen in Eigen­regie. Wer im Ein­fam­i­lien­haus wohnt, wer eine Gewer­be­liegen­schaft besitzt, hat es leichter. Doch auch hier stellt sich wieder die Kosten­frage: Eine Schnel­l­ladesta­tion set­zt eine eigene Stromzu­fuhr voraus, die tüchtig ins Geld gehen kann. Eine Pho­to­voltaikan­lage ver­spricht zwar in den son­nen­re­ichen Monat­en eine Ent­las­tung, set­zt aber für die übrige Zeit einen Strom­spe­ich­er voraus, der wiederum mächtig ins Geld geht.

Weit­er­hin stellt sich die Frage, wie jemand besteuert wer­den wird, der im Prinzip autark unter­wegs ist, das heisst, er erzeugt eige­nen Strom und läuft qua­si unter Selb­stver­sorg­er und am Fiskus vor­bei. Der Staat wird auch hier Mit­tel und Wege find­en, um zu seinem Geld zu kom­men. Das seit Jahren in den Schubladen der Ämter liegende Road­pric­ing aner­bi­etet sich förm­lich, wäre aber für alle gewerblichen Fahrten katas­trophal, weil es aber­mals zu deren Ver­teuerung führen würde, die ein­er­seits die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit des heimis­chen Gewerbes ein weit­eres Mal ver­schlechtert, und, weil diese Kosten auf den Kon­sumenten abgewälzt wer­den müssten, auch die End­ver­brauch­er zusät­zlich belastet.

Wer in ein­er Miet­woh­nung lebt, ist noch schlechter gestellt. Wenn der Ver­mi­eter von ein­er Investi­tion in Schnel­l­ladesta­tio­nen absieht, bleibt oft nur das ganz nor­male Strom­netz. Und da sind denn echt lange Ladezeit­en in Kauf zu nehmen.

Der hohe Preis rasanter Entwicklungsschübe

All die jet­zt genan­nten Argu­mente bilden nicht kom­plett ab, was viele Ver­brauch­er vom Kauf eines e‑Autos abhält. Wer sich im Volke umhört, wird noch ganz andere Aspek­te in Erfahrung brin­gen. Fan­gen wir mal mit der Entwick­lungs­geschichte der Elek­troau­tos an. Es ist über­liefert, dass der schot­tis­che Erfind­er Robert Ander­son zwis­chen 1832 und 1839 in Aberdeen das erste Elek­tro­fahrzeug entwick­elte. Diese Tech­nik hat sich aber im weit­eren Ver­lauf nicht durchge­set­zt. Der Otto-Motor (Ben­zin­er) und der Selb­stzün­der (Diesel) soll­ten in den fol­gen­den Jahrzehn­ten die Mobil­ität prä­gen.

Die jüng­ste Entwick­lung der Elek­tro­mo­bil­ität soll den Stromer nun wieder ins Ren­nen brin­gen und, mehr noch,  die Ver­bren­ner kom­plett erset­zen. In der Tat sind beacht­enswerte Entwick­lungss­chritte zu beobacht­en. Doch genau hier steckt wieder ein Brem­sklotz. Die tech­nis­chen Fortschritte fol­gen Schlag auf Schlag, so dass sich, wer heute ein e‑Auto kauft, fra­gen muss, was der «Göp­pel» in ein, zwei, drei oder fünf Jahren noch wert ist.

Es ist wie beim Com­put­er. Du kauf­st heute das mod­ern­ste, schnell­ste und effizien­teste Gerät, doch bere­its nach ver­hält­nis­mäs­sig kurz­er Zeit ist es schon so über­holt, dass man es the­o­retisch ins Ortsmu­se­um steck­en kann. Wer nun ein­wirft «Trotz­dem wer­den die Com­put­er ja zu jed­er Zeit gekauft», hat natür­lich recht. Nur hält sich der Abschreiber oder Ver­lust bei PCs in Gren­zen, während beim Fahrzeug schnell mal ein fün­f­stel­liger Betrag ans Bein gestrichen wer­den muss.

Wer dann noch die Umfrageergeb­nisse unter Garag­is­ten hört, die in ein­er ganz erhe­blichen Anzahl ver­laut­en lassen, dass sie keine gebraucht­en E‑Autos ein­tauschen oder wenn, dann nur weit unter Preis, weckt das auch nicht unbe­d­ingt Ver­trauen in den Wiederverkauf­swert. Wer sich vor diesem Hin­ter­grund entschei­det, das Auto zu Boden zu fahren, muss zwangsläu­fig noch den Ersatz der Bat­terieein­heit einkalkulieren. Dies zum Preis eines Klein­wa­gens. Dieselbe Über­legung muss sich im Übri­gen auch der Käufer eines gebraucht­en E‑Fahrzeugs machen. Irgend­wann inner­halb des Leben­szyk­lus muss die Bat­terieein­heit erset­zt wer­den.

Beschränkungen für E‑Fahrzeuge

Nicht ger­ade ermuti­gend sind auch Nachricht­en, wonach E‑Fahrzeuge gewisse Park­plätze nicht mehr benutzen dür­fen. Im Freien, weil sie naturgemäss schw­er­er sind als Ver­bren­ner, in Parkhäusern, weil im Brand­fall ein ern­sthaftes Prob­lem erwächst. E‑Autos, also die Bat­te­rien, lassen sich nicht so ein­fach löschen. Im Prinzip muss man sie aus­bren­nen lassen oder aber in einem höchst aufwändi­gen Ver­fahren und geson­dert löschen. Ich will damit nicht behaupten, dass E‑Autos leichter zu einem Feuer­aus­bruch neigen als Ver­bren­ner, aber: Es passiert halt. Gle­iche Beschränkun­gen in Parkhäusern gel­ten übri­gens mancherorts auch für gas­be­triebene Fahrzeuge wegen der erhöht­en Explo­sion­s­ge­fahr.

Gesamtenergiebilanz und Rohstoffabhängigkeit

Bei der Her­stel­lung von Bat­te­rien ver­liert das E‑Auto zunächst gegenüber dem Ver­bren­ner in Fra­gen der CO2-Belas­tung. Erst nach zehn­tausenden von gefahre­nen Kilo­me­tern wird dieser Rück­stand wettgemacht und kippt zu Gun­sten des E‑Fahrzeugs.

Es kommt aber noch die andere Seite. Die für die Her­stel­lung von Bat­te­rien benötigten Rohstoffe wer­den bekan­nter­massen unter zum Teil unsäglichen Bedin­gun­gen abge­baut – schädlich für Men­sch und Natur. Damit kön­nen sich die Sauber­män­ner und ‑frauen in unser­er Zivil­i­sa­tion wahrlich nicht mit Ruhm bek­leck­ern. Das ist aber nur der eine Punkt. Viele dieser Rohstoffe find­en sich nur in bes­timmten Regio­nen dieser Welt. In mehreren Fällen hat sich Chi­na fast schon so etwas wie ein Monopol gesichert und kann auf diese Weise direk­ten Ein­fluss auf den Welt­markt ausüben. Geopoli­tisch eine über­aus heik­le Sit­u­a­tion. Das sollte uns nicht erst seit Coro­na und den Eng­pässen bei der Liefer­ung von Hal­bleit­ern bewusst gewor­den sein.

Die Schnauze voll von ideologischer Zwängerei

Die Grund­stim­mung im Zusam­men­hang mit der E‑Mobilität wird aber auch vom poli­tis­chen Kurs geprägt, der uns seit Jahren geis­selt. Unter dem Deck­man­tel des Umweltschutzes, gar­niert mit immer neuen Hor­rorszenar­ien, wird eine unsägliche Kap­i­talver­nich­tung, Wet­tbe­werb­sverz­er­rung und eine Teuerungswelle nach der anderen ange­heizt. Die Effek­te freilich sind beschei­den, ger­ade auch, weil sie nicht glob­al greifen. Grüne Poli­tik führte immer wieder in die Sack­gasse. Ide­olo­gie anstelle von Fachkom­pe­tenz zeich­nete immer wieder Irrwege vor, die sich in Wider­sprüchen ver­loren. Beispiele dafür gibt es mit­tler­weile zur Genüge.

  • 2008 hat die Schweiz beispiel­sweise beschlossen, den Ein­bau von Elek­tro­heizun­gen in Neu- und Umbaut­en zu ver­bi­eten. Der hohe Stromver­brauch und die Ver­sorgungssicher­heit gaben den Anlass dazu. Heute aber möchte man die gesamte Mobil­ität auf Elek­tro umstellen. Damit nicht genug: Wärmepumpen sind eben­falls fast zur Pflicht gekürt wor­den, obwohl sie in den energiein­ten­siv­en und wenig son­nen­re­ichen Monat­en vom öffentlichen Strom­netz abhän­gen.
  • Mit immer neuen Emis­sion­snor­men, Euro genan­nt, hat man die Auto­mo­bil­branche in den let­zten Jahren in kurzen Zeitab­stän­den zu Mil­liar­den­in­vesti­tio­nen in neue Motoren­gener­a­tio­nen gezwun­gen. Das Resul­tat darf sich sehen lassen, auch wenn es tun­lichst ignori­ert wird: Die Schad­stof­fw­erte von Ver­bren­ner­mo­toren sind von Euro 1 bis zur aktuellen Euro 6 Norm mas­siv abge­senkt wor­den – zum Teil weit über 90 Prozent!
  • Ein schönes Beispiel war auch die Abwrack­prämie in Deutsch­land. Zwei, drei Jahre alte Autos soll­ten aus­ge­mustert wer­den, um die Welt zu ret­ten. Welche Welt? Diese Fahrzeuge gelangten fast aus­nahm­s­los in den Export und wer­den dort weitaus länger in Betrieb sein, als es hierzu­lande möglich wäre. Kür­zlich kon­nte ich übri­gens in ein­er deutschen Zeitung nach­le­sen, dass Jahr für Jahr knapp 100’000 Autos im Alter von 12 bis 20 Jahren in den Export gehen. In Afri­ka, Asien und Südameri­ka winkt ihnen noch ein langes Leben, als – nach unseren Begrif­f­en — Dreckschleud­er.
  • Das Wald­ster­ben als weit­eres Parade­beispiel wurde uns monate­lang als Wel­tun­ter­gangsszenario verkauft. Nach­dem Geset­ze und Abgaben einge­führt waren, hat kein Men­sch mehr davon gesprochen. Der dama­lige Schweiz­er Verkehrsmin­is­ter, Moritz Leuen­berg­er, ges­tand vor laufend­er Kam­era ein: «Das Wald­ster­ben ist tot».
  • Gle­ich­es geschah mit dem Ozon­loch. Welch unge­heuer­liche Schreck­ensszenar­ien wur­den uns da am laufend­en Band vorge­set­zt? Heute spricht kein Men­sch mehr davon.
  • Holzheizun­gen wur­den von den Grü­nen einst als DIE Lösung gepriesen. Man könne auf einen natür­lichen Rohstoff zurück­greifen, der erst noch vor der eige­nen Haustüre wachse. Wer in ein solch­es Heizsys­tem investierte, kon­nte schon bald ins Ofen­rohr guck­en. Wiederum die Grü­nen fan­den her­aus, dass die Fein­staubbe­las­tung (PM2,5) viel zu hoch sei. Also pfui Holzheizung. Zur Erin­nerung: Nach dem Wald­ster­ben war PM10 das Schreck­ge­spinst schlechthin, inzwis­chen sind wir bei PM2,5 ange­langt!
  • Dann schlug noch die grosse Stunde des Diesels, als die sauber­ste Lösung hochgelobt. Die Zulas­sungszahlen des Selb­stzün­ders schnell­ten in der Folge kurzzeit­ig hoch.
  • Der Siegeszug des Diesels währte allerd­ings nicht lange. Plöt­zlich fan­den schlaue Köpfe her­aus, dass der Stick­ox­id-Ausstoss viel zu hoch sei und eine bedrohlich kreb­s­fördernde Wirkung mit sich bringe. Der Gren­zw­ert wurde so weit abge­senkt, dass die Selb­stzün­der von ein­er Stunde auf die andere des Teufels waren. Bemerkenswert: Die Gren­zw­erte wur­den in vie­len Län­dern um ein Vielfach­es tiefer ange­set­zt als jene für Innen­räume. Das ver­an­lasste einen Beruf­skol­le­gen zum Rat: Man möge doch die Büros auf die Trot­toirs ver­legen, um in den Genuss sauber­er Luft zu kom­men.
  • Das gle­iche Vorge­hen ist übri­gens im späteren Ver­lauf bei den CO2-Gren­zw­erten zu ver­melden. Man ken­nt diese Vorge­hensweise auch aus der Medi­zin. So wer­den zum Beispiel die Gren­zw­erte für Cholestrin laufend abge­senkt (von vie­len Medi­zin­ern bestätigt). Das begün­stigt den Verkauf entsprechen­der Medika­mente.
  • Die gle­ichen Leute, die wahrschein­lich für eine 20-Mil­lio­nen-Schweiz ein­treten, ver­weigern sich den in der logis­chen Kon­se­quenz notwendi­gen Anpas­sun­gen, sprich: Aus­bau der Infra­struk­tur. Von Jahr zu Jahr wach­sende Staus­tun­den sind die Folge. Umwelt­tech­nisch ein Desaster. Mit immer neuen Beschränkun­gen (Tem­polim­iten, Verkehrs­beruhi­gungs­mass­nah­men, erzwun­gener Umwegverkehr) wird dieser Effekt unsin­niger­weise noch ver­stärkt.
  • Erin­nert sei auch an die Energiewende. Der Strombe­darf steigt zwar fort­laufend und wird angesichts der E‑Mobilität, den Heizungs­ge­set­zen, der zunehmenden Automa­tisierung und Dig­i­tal­isierung der Indus­trie und dem wach­senden Ein­satz von Elek­trogeräten im Pri­vathaushalt weit­er ansteigen. Doch die Atom­kraft wird bei uns abgeschafft und soll erneuer­baren Energien, sprich Flat­ter­strom, weichen. Es klingt fast schon wie eine Ankündi­gung für den total­en Black­out.
  • Der «Green Deal» wird uns förm­lich aufgezwun­gen und als Aller­weltsmit­tel proklamiert. Mit ihm soll die wirtschaftliche Zukun­ft neue Höhen erre­ichen. In Tat und Wahrheit erleben wir die Dein­dus­tri­al­isierung und den sozialen Abstieg. Europa ver­liert auf dem Welt­markt und auch in der Welt­poli­tik von Tag zu Tag an Bedeu­tung.
  • Mit ein­er kosten­in­ten­siv­en Reg­ulierungswut, die einzig dazu dienen soll, den Beamten­staat in ger­adezu plan­wirtschaftlich­er Manier immer weit­er aufzublähen, wür­gen wir die Wertschöp­fungs­kette ab. Zwar wird in der Poli­tik laufend von Bürokratieab­bau gesprochen. Aber offen­bar braucht es zu deren Umset­zung wiederum ein Heer von Beamten. Da kön­nten sich unsere Poli­tik­er ein Beispiel am argen­tinis­chen Präsi­den­ten Javier Milei nehmen. Er hat Amtsstellen aufge­hoben oder zusam­menge­führt, den Beamte­nap­pa­rat per­son­ell durchgekämmt, die Wirtschaft lib­er­al­isiert und siehe da: Ein Staat, der vorher x‑mal bankrott war und nur mit Hil­fe mehrerer Kred­ite durch die Welt­bank über Wass­er gehal­ten wer­den kon­nte, kann plöt­zlich Zahlen aufweisen, um die sie so manch­er europäis­che Staat benei­den muss. Dass er damit den Funk­tionären in unseren Bre­it­en­graden ein Dorn im Auge ist und deshalb verunglimpft wird, ver­ste­ht sich von selb­st: Für zu viele Staats­be­di­en­stete gin­ge in so einem Sys­tem ein sich­er geglaubter Job ver­loren. In ein­er vor sich hin­ser­bel­nden EU lock­en dage­gen noch ein­träglichere Jobs, wom­it auch gek­lärt wäre, warum es in diesen Rei­hen so viele EU-Tur­bos gibt. Selb­stschutz zu Las­ten des All­ge­mein­we­sens.
  • Last but not least ist es ein wach­sender Teil der Bevölkerung leid, dauernd mit Hor­rorszenar­ien, Wel­tun­ter­gangsstim­mungen und Ver­teufelungsstrate­gien über­flutet zu wer­den. Vieles, oder eigentlich nichts davon ist einge­treten. Gestiegen sind im Gegen­satz dazu die finanziellen Belas­tun­gen und die Ein­schränkun­gen auf ein unerträglich Mass. Wenn man jeman­dem fortwährend ein schlecht­es Gewis­sen einre­det, mag er/sie ja so etwas wie Schuldge­füh­le entwick­eln. Wenn sich aber die prophezeit­en Effek­te und Auswirkun­gen nicht ein­stellen, stumpft dieses Gefühl ab und wan­delt sich in Auflehnung oder sog­ar Abschal­tung — sowieso, wenn die Pflicht­en laufend zunehmen und die Rechte, sprich: per­sön­liche Frei­heit, im Gle­ich­schritt beschnit­ten wer­den. Auf diese Weise lässt sich nicht gute Stim­mung erzeu­gen, ganz im Gegen­teil!

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