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Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Electra baut in Bussigny aus und setzt auf Netzdichte

Electra eröffnet in Bussigny eine Schnellladestation mit vier Ladepunkten. Jeder liefert bis zu 300 Kilowatt. Nach Crissier ist es der zweite Standort im Bezirk Ouest Lausannois. Schweizweit betreibt das Unternehmen 26 Standorte.
Electra eröffnet in Bussigny die zweite Schnellladestation im Ouest Lausannois. Electra opens its second fast-charging station in the Ouest Lausannois region in Bussigny. Electra inaugure à Bussigny la deuxième borne de recharge rapide de l’Ouest lausannois.
© Electra Schweiz
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
• Electra hat in Bussigny beim Ibis Hotel eine Schnellladestation mit vier Ladepunkten à 300 Kilowatt eröffnet; es ist der zweite Standort im Bezirk Ouest Lausannois.
• Das Unternehmen betreibt in der Schweiz 26 Standorte und will bis 2027 über 600 Schnellladepunkte errichten, als nächstes folgen sechs Ladepunkte in Morges.
• Die beworbenen 300 Kilometer in 15 Minuten sind ein Bestwert für Fahrzeuge mit hoher Ladeleistung; Angaben zu Tarifen und zur Anschlussleistung fehlen.

Elec­tra baut in Bus­signy aus und set­zt auf Net­zdichte statt Einzel­stan­dorte. Das Unternehmen eröffnete die Sta­tion am 1. Sep­tem­ber 2026. Sie ste­ht beim Ibis Hotel an der Rue de l’In­dus­trie. Vier Hochleis­tungsladepunk­te liefern dort je bis zu 300 Kilo­watt. Der Stan­dort liegt wenige Minuten von der A1 ent­fer­nt. Bis ins Zen­trum von Lau­sanne sind es rund zehn Minuten.

Vier Ladepunkte mit je 300 Kilowatt

Der Bezirk Ouest Lau­san­nois zählt rund 80’000 Ein­wohner­in­nen und Ein­wohn­er. Bus­signy selb­st wächst schnell und kommt auf rund 11’600 Per­so­n­en. Die Gemeinde trägt seit 2013 das Label «Cité de l’én­ergie».

Die Lage fol­gt ein­er klaren Logik. Die Achse zwis­chen Bus­signy, Crissier und Ecublens ist stark befahren. Gewerbe, Pen­delverkehr und Durchreisende tre­f­fen hier aufeinan­der.

In Kürze fol­gt Morges. Dort entste­hen sechs Ladepunk­te mit je 300 Kilo­watt an der Avenue de Riond-Bosson. Der Stan­dort liegt direkt nach der Auto­bah­naus­fahrt.

Warum Netzdichte mehr zählt als Spitzenleistung

Alessan­dro Inder­b­itzin, Gen­er­al Man­ag­er DACH bei Elec­tra, bringt den Kern­punkt auf den Punkt. Ein einzel­ner Stan­dort ergebe noch kein Netz.

Diese Aus­sage trifft einen realen Mech­a­nis­mus. Ladeangst entste­ht nicht durch fehlende Leis­tung, son­dern durch Unsicher­heit. Wer weiss, dass zwei Kilo­me­ter weit­er eine Alter­na­tive ste­ht, plant entspan­nter.

Genau deshalb zählt die Redun­danz. Vier Ladepunk­te an einem Stan­dort schützen vor Aus­fällen und Wartezeit­en. Zwei Stan­dorte im sel­ben Bezirk schützen zusät­zlich.

Für Betreiber ist das allerd­ings teuer. Denn Redun­danz bedeutet Aus­las­tung unter dem Opti­mum. Wer Ver­füg­barkeit garantieren will, muss Überka­paz­ität finanzieren.

Die 300 Kilometer in 15 Minuten im Realitätscheck

Elec­tra nen­nt bis zu 300 Kilo­me­ter Reich­weit­engewinn in rund 15 Minuten. Diese Angabe ver­di­ent Präzisierung.

Sie beschreibt einen Best­wert. Erre­ich­bar ist er nur unter mehreren Bedin­gun­gen gle­ichzeit­ig. Das Fahrzeug braucht eine Hoch­voltar­chitek­tur mit entsprechen­der Ladeleis­tung. Zudem muss der Lade­stand tief und die Bat­terie vorkon­di­tion­iert sein.

Die Mehrheit der heute verkauften Elek­troau­tos lädt mit deut­lich weniger. Viele Mod­elle erre­ichen Spitzen­werte zwis­chen 100 und 150 Kilo­watt. Im Win­ter fällt die Ladekurve zusät­zlich flach­er aus.

Das schmälert den Nutzen nicht. Es kor­rigiert nur die Erwartung. Eine 300-Kilo­watt-Säule schadet keinem Fahrzeug. Sie liefert lediglich nicht bei jedem den bewor­be­nen Wert.

Standortwahl folgt der Partnerstrategie

Der Stan­dort beim Ibis Hotel ist kein Zufall. Elec­tra arbeit­et mit Immo­bilien- und Hotel­grup­pen zusam­men. In der eige­nen Kun­den­liste ste­hen unter anderem Accor­In­vest und Lou­vre Hôtels Groupe.

Dieses Mod­ell hat betrieb­swirtschaftliche Gründe. Grund­stücke in verkehrs­gün­stiger Lage sind teuer und knapp. Wer Flächen von Part­nern nutzt, spart Kap­i­tal und beschle­u­nigt den Aus­bau.

Für den Part­ner rech­net es sich eben­falls. Ein Hotel gewin­nt Fre­quenz und ein zusät­zlich­es Ange­bot. Denn wer 20 Minuten lädt, kon­sum­iert oft etwas.

Diese Kom­bi­na­tion aus Ladepunkt und Aufen­thalt prägt den Markt zunehmend. Reine Lade­flächen ohne Infra­struk­tur ver­lieren dage­gen an Attrak­tiv­ität.

Ausbauziele sind ambitioniert

Elec­tra betreibt in der Schweiz derzeit 26 Stan­dorte. Für das laufende Jahr nen­nt das Unternehmen über 100 neue Schnel­l­ladepunk­te. Bis 2027 sollen es über 600 sein.

Diese Zahlen lohnen eine Gegen­rech­nung. Bei vier bis sechs Ladepunk­ten pro Stan­dort entspräche das grob 100 bis 150 Sta­tio­nen. Gegenüber heute wäre das eine Vervielfachung.

Mach­bar ist das nur bei rei­bungslosen Bewil­li­gun­gen. Baube­wil­li­gun­gen, Net­zan­schlüsse und Trafoka­paz­itäten sind die üblichen Eng­pässe. Ger­ade Anschlus­sleis­tun­gen im Megawat­tbere­ich brauchen Vor­lauf beim Verteil­net­z­be­treiber.

Ob das Tem­po hält, wird sich zeigen. Bish­er liefert Elec­tra jeden­falls sicht­bar. Erst kür­zlich hat­te das Unternehmen beispiel­sweise bekan­nt gegeben, in der Schweiz inskün­ftig mit Bolt zusam­men­zuar­beit­en. Part­ner-Fahrerin­nen und Part­ner-Fahrer von Bolt laden ab sofort zu Vorzugskon­di­tio­nen an über 25 Schnel­l­lade­standorten.

Öffentliches Laden ersetzt für viele das Heimladen

Der Mark­tkon­text stützt den Aus­bau. Steck­er­fahrzeuge erre­icht­en in der Schweiz im ersten Hal­b­jahr 2026 einen Anteil von 36,3 Prozent.

Gle­ichzeit­ig wohnen rund 60 Prozent der Haushalte zur Miete. Viele davon haben keinen eige­nen Ladepunkt. Für sie erset­zt öffentlich­es Schnel­l­laden die heimis­che Wall­box.

Damit verän­dert sich das Nutzungsmuster. Schnel­l­laden ist nicht mehr nur Rei­se­in­fra­struk­tur. Es wird zur Grund­ver­sorgung für einen wach­senden Teil der Fahren­den.

Genau darauf zielt die Stan­dort­wahl in Wohn- und Gewer­bege­bi­eten. Sie unter­schei­det sich bewusst von rein­er Auto­bah­n­in­fra­struk­tur.

Einordnung für die Genferseeregion

Die Westschweiz gehört inzwis­chen zu den dicht­esten Gebi­eten im Elec­tra-Netz. Gland, Aubonne, Etoy, Crissier und nun Bus­signy liegen ent­lang der­sel­ben Achse.

Für die Region ist das ein Stan­dort­fak­tor. Gewer­be­be­triebe mit elek­trischen Liefer­fahrzeu­gen prof­i­tieren direkt. Eben­so Fahr­di­en­ste und Flot­ten ohne eigene Depot­ladung.

Für den Markt bleibt die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Denn Lade­in­fra­struk­tur ist kap­i­tal­in­ten­siv und amor­tisiert sich über Jahre. Entschei­dend wird die Aus­las­tung, nicht die Zahl der Stan­dorte.

Wo ste­ht die neue Elec­tra-Sta­tion in Bus­signy?

Beim Ibis Hotel an der Rue de l’In­dus­trie in Bus­signy. Der Stan­dort liegt wenige Minuten von der A1 ent­fer­nt.

Vier Hochleis­tungsladepunk­te mit jew­eils bis zu 300 Kilo­watt.

Elec­tra nen­nt bis zu 300 Kilo­me­ter Reich­weite in rund 15 Minuten. Das ist ein Best­wert, den nur Fahrzeuge mit hoher Ladeleis­tung erre­ichen.

Bis 2027 sollen über 600 Schnel­l­ladepunk­te entste­hen.

Morges. Dort entste­hen sechs Ladepunk­te mit je 300 Kilo­watt an der Avenue de Riond-Bosson.

Weil Part­ner­flächen Kap­i­tal sparen und den Aus­bau beschle­u­ni­gen. Der Part­ner gewin­nt im Gegen­zug Fre­quenz.

Weil Ver­füg­barkeit Ver­trauen schafft. Wer eine Alter­na­tive in der Nähe weiss, plant seine Fahrten entspan­nter.

Im ersten Hal­b­jahr 2026 lag er bei 36,3 Prozent der Neuzu­las­sun­gen.

Weil rund 60 Prozent der Haushalte zur Miete wohnen. Viele haben keinen eige­nen Ladepunkt.

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